
Zertifizierung würdigt langjähriges Engagement für Stadtsauberkeit und Umweltbildung
Langenhagen (pm/redk). Die Stadt Langenhagen ist offiziell als World Cleanup Kommune zertifiziert worden. Damit würdigt die internationale Initiative das langjährige und vielfältige Engagement der Kommune für Stadtsauberkeit, Nachhaltigkeit, Umweltbildung und den bewussten Umgang mit Ressourcen. Langenhagen gehört nun zu dem Kreis der Kommunen, die sich dauerhaft und strukturiert für eine saubere Umwelt einsetzen.
„Auch wenn es manchmal ein Kampf gegen Windmühlen ist, bemühen wir uns seit Jahren für ein saubereres Stadtbild. Deshalb freuen wir uns sehr, dass unser Einsatz durch die Zertifizierung auch eine entsprechende Würdigung erhält“, sagte Bürgermeister Mirko Heuer.
Kampagne bündelt Engagement seit 2021
Die Stadt engagiert sich bereits seit vielen Jahren auf unterschiedlichen Ebenen für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umweltbildung. Um die zahlreichen Aktivitäten sichtbar zu bündeln, wurde 2021 die Kampagne „SauberMachtSchöner“ ins Leben gerufen. Unter diesem Dach werden seither sämtliche Sauberkeits- und Nachhaltigkeitsprojekte der Stadt zusammengeführt. Das Kampagnenlogo ist inzwischen fest im Stadtbild verankert und steht für das gemeinsame Engagement von Verwaltung, Ehrenamt und Bürgerschaft.
Frühjahrsputz und ehrenamtliche Initiativen
Ein zentraler Baustein ist der jährliche Frühjahrsputz, der seit 2016 fester Bestandteil im Kalender der Stadt ist. Gemeinsam mit zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern wird an diesem Aktionstag für mehr Sauberkeit im Stadtgebiet gesorgt. Über die Jahre haben sich daraus weitere selbstorganisierte Sammelgruppen entwickelt, unter anderem im Bereich der „Alten Mitte“, die regelmäßig eigenständig aktiv sind. Auch in den einzelnen Ortsteilen wird diese Aktion immer wieder durchgeführt.
Neben diesen Großaktionen sind im Rahmen der Kampagne zahlreiche kleinere und größere Projekte entstanden, die das Thema Stadtsauberkeit ganzjährig in den Fokus rücken.
Sauberkeit im Alltag: von Patenschaften bis Lastenrad
Zur flächendeckenden Versorgung mit Hundekotbeuteln wurde ein Patenschaftsprojekt etabliert. Hundebesitzende übernehmen dabei die Betreuung eines Spenders in ihrer Nähe und sorgen für eine regelmäßige Befüllung. Die Nachfüllbeutel stellt die Stadtverwaltung zur Verfügung.
Für schwer zugängliche Bereiche wurde zudem das elektrische Müll-Lastenrad „Josie“ angeschafft. Damit sorgt das mobile Einsatzteam Müll unter anderem in Parks, Grünanlagen und Blumenbeeten für Sauberkeit – auch dort, wo Fahrzeuge nicht eingesetzt werden können.
Mehrweg, kippenfrei und neue Technik
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Müllvermeidung. Seit 2022 ist das Mehrweg-Pfandbechersystem Hannoccino mit eigenem Design auch in Langenhagen etabliert. In Kooperation mit der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) wuchs die Zahl der Wechselstuben im Stadtgebiet von ursprünglich 15 auf inzwischen 26 Standorte.
Das Jahr 2025 stand zudem unter dem Motto „kippenfrei“. Am Silbersee wurde ein Pilotprojekt mit Strandaschenbechern gestartet. Leih-Aschenbecher stehen dort direkt am Strand zur Verfügung und können nach Gebrauch samt Inhalt wieder abgegeben werden. Ziel ist es, die Belastung von Sand und Wasser durch Zigarettenreste zu reduzieren.
Neu im Angebot der Stadt ist seit diesem Jahr außerdem ein leihbarer Kippensauger. Das handliche Gerät ist speziell für das Einsaugen von Zigarettenstummeln konzipiert und kann kostenfrei für private Müllsammelaktionen im Rathaus ausgeliehen werden.
Klima- und Umweltschutz fest verankert
Seit 2022 ist die neu aufgestellte Klima- und Umweltschutzleitstelle direkt an den Verwaltungsvorstand angebunden. Damit unterstreicht die Stadt den hohen Stellenwert der Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umweltbildung. In diesem Rahmen wurden unter anderem Müllpräventionsprojekte an Grundschulen umgesetzt, eine Mehrwegstrategie für die Gastronomie entwickelt sowie Informations- und Workshopangebote für Betriebe geschaffen. Auch die Förderung von Mehrwegbehältern im Take-away-Bereich wird aktiv unterstützt.
Teil einer weltweiten Bewegung
Der World Cleanup Day entstand 2008 in Estland, als rund 50.000 Menschen an einem Tag illegal entsorgten Müll beseitigten. Daraus entwickelte sich eine weltweite Bewegung. Im Jahr 2024 beteiligten sich nach Angaben der Organisation Menschen in 193 Ländern und sammelten insgesamt rund 165.000 Tonnen Müll.
In Deutschland wird der Aktionstag vom gemeinnützigen Verein Let’s Do It Germany e.V. organisiert. Er findet jährlich im September statt und steht unter anderem unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Carsten Schneider. Der Aktionstag ist zudem offiziell im Kalender der Vereinten Nationen verankert.









