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Pfefferspray Angriff in Stadtbahn verletzt zwölf Menschen in Hannover

Polizei aktuell
Symbolbild Polizei © Carl-Marcus Müller

Polizei nimmt 55 jährigen Tatverdächtigen nach Reizgas Vorfall in der List vorläufig fest

Hannover (pm/redk). Ein Pfefferspray Angriff in einer Stadtbahn hat am frühen Abend des Ostersonntags in Hannover für einen größeren Polizei und Rettungseinsatz gesorgt. In einer Bahn der Linie 7 im Stadtteil List versprühte ein Mann unvermittelt Reizgas und verletzte dabei zwölf Fahrgäste. Die Polizei nahm einen 55 Jahre alten Tatverdächtigen kurz nach der Tat an der Haltestelle Vier Grenzen vorläufig fest. Alle Verletzten konnten ambulant behandelt werden.

Angriff in der Stadtbahn am Ostersonntag

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall am Sonntag, 05. April 2026, gegen 19.25 Uhr in der Podbielskistraße. Der Mann betrat an der Haltestelle Vier Grenzen den hinteren Wagen der Stadtbahn in Fahrtrichtung Misburg nur teilweise. Während er mit einem Bein auf dem Bahnsteig stehen blieb, sprühte er Pfefferspray in das Wageninnere. Unmittelbar danach trat er vollständig zurück auf den Bahnsteig. Die Stadtbahn setzte ihre Fahrt ohne den Angreifer bis zur nächsten Haltestelle fort.

Mehrere Fahrgäste waren dem Reizgas schutzlos ausgesetzt. Über die Sprechanlage informierten sie den Fahrer, zudem wurde die Polizei alarmiert. Die Situation in der Bahn war beängstigend, da sich Rauch und Reizstoff schnell ausbreiteten.

Zwölf Verletzte darunter auch Kinder

Insgesamt erlitten zwölf Personen im Alter zwischen vier und 53 Jahren Verletzungen durch das Reizgas. Betroffen waren vor allem die Atemwege und die Augen. Die Fahrgäste klagten über starke Hustenanfälle, Reizungen der Lunge, des Halses sowie der Augen. Rettungskräfte versorgten die Verletzten noch vor Ort. Ein Transport in Krankenhäuser war nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

Der Vorfall verdeutlicht erneut, wie gefährlich der Einsatz von Pfefferspray in geschlossenen Räumen ist. Bereits geringe Mengen können bei unbeteiligten Personen erhebliche gesundheitliche Beschwerden auslösen.

Tatverdächtiger am Tatort festgenommen

Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung konnten Einsatzkräfte der Polizei den mutmaßlichen Täter noch an der Haltestelle Vier Grenzen stellen. Zeugen spielten dabei eine entscheidende Rolle. Sie führten die Beamten zu einem Versteck, in dem der 55 Jährige das mutmaßliche Tatmittel unmittelbar nach dem Angriff abgelegt hatte.

Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest ergab bei dem Mann einen Wert von 2,27 Promille. Zusätzlich wurde eine Blutentnahme angeordnet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung liegen der Polizei derzeit noch nicht vor.

Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung

In einer ersten Einlassung gab der Festgenommene an, er habe sich beim Einsteigen in die Bahn bedrängt gefühlt. Die Polizei bewertet den Vorfall dennoch als schweren Angriff. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 55 Jährige zunächst wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen führt die Polizeiinspektion Hannover. Dabei sollen unter anderem der genaue Tatablauf, mögliche Zeugenhinweise sowie die Hintergründe des Angriffs geprüft werden.

Hinweise für weitere Betroffene

Sollten sich weitere Personen durch den Pfefferspray Einsatz verletzt gefühlt haben oder bislang keine ärztliche Versorgung in Anspruch genommen haben, werden sie gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Hannover unter der Telefonnummer 0511 109 2715 entgegen.

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