Region Hannover plant barrierefreie Förderschule mit Sporthalle
Region Hannover/Langenhagen. Die Region Hannover treibt den Neubau der Gutzmannschule in Langenhagen voran. Für das Projekt sind Investitionen von rund 73 Millionen Euro vorgesehen. Der zuständige Ausschuss für Schule, Kultur und Sport hat den Beschluss am 15. Juni 2026 empfohlen – die finale Entscheidung trifft die Regionsversammlung Ende des Monats.
Geplant ist ein vollständig neuer Schulstandort für die Gutzmannschule, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache. Das Gebäude soll barrierefrei, nachhaltig und pädagogisch zeitgemäß gestaltet werden und zusätzlich eine integrierte Zweifeldsporthalle erhalten.
Deutliche Mängel im Bestand
Die bestehenden Schulgebäude stammen aus den 1970er- und 1990er-Jahren und erfüllen nach Einschätzung der Region Hannover nicht mehr die Anforderungen an einen modernen Schulbetrieb. Trotz früherer Sanierungen gilt die Bausubstanz als stark sanierungsbedürftig. Die vorhandene Split-Level-Bauweise verhindert eine vollständige Barrierefreiheit, zudem sind die Raumstrukturen für den Ganztagsbetrieb nur eingeschränkt nutzbar.
Eine umfassende Sanierung wurde als unwirtschaftlich eingestuft. Der Neubau gilt daher als langfristig tragfähige Lösung.
Schulbau mit Fokus auf Inklusion und Nachhaltigkeit
Der geplante Neubau umfasst drei Geschosse und wird durch zwei Innenhöfe gegliedert. Ziel ist eine klare Orientierung innerhalb des Gebäudes sowie helle, gut nutzbare Lern- und Aufenthaltsbereiche. Zentrale Elemente sind eine offen gestaltete Aula, flexible Lernzonen für Gruppen- und Einzelarbeit sowie eine barrierefreie Sporthalle.
Vorgesehen sind unter anderem Aufzüge, unterfahrbare Arbeitsplätze und kontrastreiche Leitsysteme. Auch die Außenanlagen sind Teil des pädagogischen Konzepts: Geplant sind begrünte Dachterrassen, altersgerechte Spielflächen und sogenannte „grüne Klassenzimmer“.
Energieeffizienz auf hohem Niveau
Das Gebäude soll den Effizienzhaus-40-Standard erfüllen und damit zu den besonders energieeffizienten Neubauten zählen. Geplant sind eine Holz-Hybridbauweise in den Obergeschossen, eine Photovoltaikanlage auf dem Gründach, Fernwärmeanschluss sowie Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß deutlich zu reduzieren und klimaresistente Freiflächen zu schaffen.
Klare politische Zielsetzung
Isabella Gifhorn, Dezernentin für Bildung und Baumanagement der Region Hannover, ordnet das Vorhaben ein: „Der Neubau der Gutzmannschule ist ein zentrales Vorhaben für die Bildungsgerechtigkeit in unserer Region. Hier entsteht nicht nur ein architektonisch ansprechendes Gebäude, sondern ein Ort der Chancen – barrierefrei, nachhaltig und perfekt auf die Bedürfnisse von Schüler*innen mit Sprachförderbedarf zugeschnitten“, sagt Gifhorn. „Mit diesem Projekt zeigen wir, wie man modernen Schulbau, Inklusion, Klimaschutz und pädagogische Innovation zusammendenken kann.“
Zeitplan bis 2031
Die Bauarbeiten sollen abschnittsweise erfolgen, um den laufenden Schulbetrieb aufrechtzuerhalten. Ab dem dritten Quartal 2026 sind vorbereitende Maßnahmen vorgesehen. Während der Bauzeit werden Interimscontainer genutzt. Die Fertigstellung des Neubaus ist für das Jahr 2031 geplant. Die endgültige Entscheidung über die Baumaßnahme trifft die Regionsversammlung am 30. Juni 2026.
Einordnung
Mit dem Neubau investiert die Region Hannover nicht nur in ein einzelnes Schulgebäude, sondern in eine langfristige Bildungsinfrastruktur. Angesichts steigender Anforderungen an Inklusion, Ganztagsbetreuung und Klimaschutz gewinnt der Neubau moderner Förderschulen zunehmend an Bedeutung.










