Start Hannover und Region Neues Kapitel für die integrative Krebsmedizin an der MHH

Neues Kapitel für die integrative Krebsmedizin an der MHH

(v.l.) Beiratsmitglieder Prof. Matthias Rostock und Prof. Hans Christiansen, Prof. Diana Steinmann (Leiterin des Klaus-Bahlsen-Zentrums), MHH-Präsidentin Prof. Denise Hilfiker-Kleiner, PD Dr. Susanne Isfort (Geschäftsführerin CCC Hannover), Dr. Jürgen Seja (Vorsitzender der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung) sowie Dr. Sabine Schopp (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung).
(v.l.) Beiratsmitglieder Prof. Matthias Rostock und Prof. Hans Christiansen, Prof. Diana Steinmann (Leiterin des Klaus-Bahlsen-Zentrums), MHH-Präsidentin Prof. Denise Hilfiker-Kleiner, PD Dr. Susanne Isfort (Geschäftsführerin CCC Hannover), Dr. Jürgen Seja (Vorsitzender der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung) sowie Dr. Sabine Schopp (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung). - Foto: Jana Illmer-Krüger/MHH

Klaus Bahlsen Zentrum eröffnet neue Räume und stärkt patientenzentrierte Onkologie

Hannover (pm/redk). Das Klaus Bahlsen Zentrum für Integrative Onkologie im Comprehensive Cancer Center (CCC) an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat am vergangenen Donnerstag seine neuen Räumlichkeiten feierlich eröffnet. Mit einer festen Anlaufstelle, kurzen Wegen und einer engen Verzahnung von Behandlung, Beratung und ergänzenden Angeboten soll die Versorgung von Menschen mit einer Krebserkrankung weiter verbessert und ihre aktive Einbindung in den Behandlungsprozess gestärkt werden.

Das Zentrum ist Teil des Comprehensive Cancer Center Hannover und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der konventionelle Krebstherapien durch wissenschaftlich fundierte naturheilkundliche und komplementärmedizinische Angebote ergänzt.

Förderung langfristig gesichert

Bereits seit 2022 wird das Klaus Bahlsen Zentrum durch die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung unterstützt. Für die Förderperiode von 2022 bis 2025 wurden bislang zwei Millionen Euro bereitgestellt. Nun wurde offiziell eine weitere Förderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro für die Jahre 2026 bis 2029 bestätigt.

Ganzheitlich und patientennah

Ziel der integrativen Krebsmedizin ist es, Nebenwirkungen und mögliche Spätfolgen einer Tumortherapie zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. „Seit der Etablierung des Zentrums vor vier Jahren haben wir uns stetig weiterentwickelt, sodass wir unseren ganzheitlichen Ansatz, der neben körperlichen Aspekten auch psychische oder soziale Probleme einer Erkrankung berücksichtigt, konsequent weiterverfolgen können. Mit den neuen Räumlichkeiten haben wir ein optimales Umfeld geschaffen, das auf die Bedürfnisse von Krebspatientinnen und -patienten ausgerichtet ist“, sagt Prof. Dr. Diana Steinmann, Leiterin des Klaus Bahlsen Zentrums für Integrative Onkologie.

Auch die Präsidentin der MHH, Prof. Dr. Denise Hilfiker Kleiner, hebt die Bedeutung des Zentrums hervor: „Das Klaus Bahlsen Zentrum für Integrative Onkologie hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Bestandteil der onkologischen Versorgung, Forschung und Patientenunterstützung an der MHH etabliert. Für die Zukunft wollen wir die integrative, patientenzentrierte Onkologie noch weiter stärken, innovative Therapie- und Studienangebote ausbauen und damit die Verbindung von hochklassiger Forschung, moderner Krankenversorgung und verbesserter Lebensqualität für Patientinnen und Patienten konsequent vorantreiben.“

Multidisziplinäres Angebot für Betroffene und Angehörige

Das Zentrum bietet ein breites Spektrum an Unterstützungsangeboten für Menschen mit Krebs und deren Angehörige. Ein multidisziplinäres Team aus verschiedenen medizinischen und therapeutischen Fachrichtungen arbeitet dabei eng zusammen.

Zum Angebot zählen naturheilkundliche und psychoonkologische Beratungen, Ernährungs-, Sport- und Bewegungsprogramme, palliativmedizinische Begleitung sowie komplementäre Pflege- und Entspannungsmaßnahmen. Ergänzt wird das Angebot durch Gruppenformate zur Stärkung der Selbstheilungskräfte sowie Informations- und Workshopreihen zu Krankheit, Wohlbefinden und Selbstmanagement.

Das Klaus Bahlsen Zentrum kooperiert dabei eng mit der neu gegründeten Onkologischen Interdisziplinären Ambulanz, bleibt jedoch organisatorisch eigenständig.

Enge Einbindung in Forschung und Studien

Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist die wissenschaftliche Begleitung der Angebote. Mehrere Maßnahmen des Zentrums wurden bereits evaluiert und in Fachpublikationen veröffentlicht. Aktuell beteiligt sich das Zentrum an klinischen Studien, unter anderem zur Aromapflege zur Vorbeugung einer Chemotherapie induzierten Polyneuropathie sowie zur Verbesserung der Symptombelastung und Lebensqualität von Patientinnen und Patienten.

Ziel ist es, Betroffenen den Zugang zu innovativen Therapieoptionen im Rahmen wissenschaftlicher Studien zu ermöglichen.

Unterstützung aus der Stiftung

„Unseren Stiftern galt die Sorge um die Qualität des menschlichen Lebens. Da liegt es nahe, im Bereich der Komplementärmedizin Projekte wie das Klaus Bahlsen Zentrum für Integrative Onkologie zu fördern. Klaus Bahlsen hätte seine wahre Freude daran“, sagte Dr. Jürgen Seja, Vorstandsvorsitzender der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung.

Deutschlandweit besondere Struktur

Auch PD Dr. Susanne Isfort, Geschäftsführerin des Comprehensive Cancer Center Hannover, betont die besondere Stellung des Zentrums: „Das Klaus Bahlsen Zentrum für Integrative Onkologie ist als fester Bestandteil des Comprehensive Cancer Center Hannover strukturell eingebunden und verbindet Versorgung, Forschung und Lehre in besonderer Weise. Ein großer Dank geht an die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung für die langjährige Unterstützung, ohne die die Weiterentwicklung des Zentrums und seiner Angebote nicht möglich gewesen wäre.“

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