Zwei ausverkaufte Modenschauen der FAHMODA in den Herrenhäuser Gärten setzen Zeichen für kreative Vielfalt und nachhaltiges Design
Hannover (redk). Mit zwei multimedialen und interaktiven Modenschauen hat die Hannover Fashion Show 2026 am Samstag, 14. März, Maßstäbe für zeitgenössisches Modedesign gesetzt. Vor ausverkauftem Haus präsentierten Nachwuchsdesignerinnen und Nachwuchsdesigner der FAHMODA Akademie für Mode und Design ihre Kollektionen in der Orangerie der Herrenhäuser Gärten. Die Shows richteten sich an Fachpublikum ebenso wie an modebegeisterte Besucher aus ganz Deutschland.
Motto „Courage creates Couture“ prägt die Inszenierung
Unter dem Leitthema „COURAGE creates COUTURE“ stand der Mut zur Gestaltung im Mittelpunkt der diesjährigen Hannover Fashion Show. Die präsentierten Entwürfe verdeutlichten, dass zeitgemäßes Modedesign von Haltung, Zuversicht und gestalterischem Willen lebt. Die Kollektionen zeigten, dass trotz bestehender Rahmenbedingungen Raum für neue Ideen, innovative Formen und individuelle Handschriften bleibt.
Kreative Vielfalt zwischen Tradition und Avantgarde
Auf dem Laufsteg trafen unterschiedliche Stilrichtungen und Designansätze aufeinander. Mode wurde als Ausdruck von Persönlichkeit, gesellschaftlicher Reflexion und künstlerischer Freiheit inszeniert. Gesellschaftskritische Arbeiten standen neben experimenteller Couture und der Neuinterpretation klassischer Kleidungsstücke.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Kollektion „Demons“ des Atelier Friedenstab, die sich mit Depressionen, inneren Konflikten und psychischen Belastungen der Gegenwart auseinandersetzte. Die Entwürfe griffen zugleich gesellschaftliche Spannungen wie Krisenerfahrungen, Kriegsängste und sozialen Druck auf und verstanden die Techno-Szene als Raum individueller Freiheit jenseits von Herkunft und Stilzugehörigkeit.
Internationale Akzente setzten zudem zwei Studentinnen der Óbuda University aus Budapest. Ihre Arbeiten verbanden folkloristische Elemente aus Südungarn mit moderner Modegestaltung und überführten Ornamente sowie architektonische Motive des Jugendstils in eine zeitgenössische Formensprache.
Transformation und persönliche Entwicklung standen im Mittelpunkt der Kollektionen des Labels StelmashoV, dessen klare Linien und architektonische Silhouetten Veränderungen weiblicher Identität thematisierten.
Ergänzt wurde das Programm durch experimentelle Projekte wie „Old White Shirt – New Story“, das die kreative Umdeutung eines klassischen weißen Hemdes untersuchte, sowie Arbeiten zur Wechselwirkung von Stoff, Bewegung und geometrischen Formen.
Neben den Studienprojekten präsentierten auch etablierte Designerlabels ihre Kollektionen: Die Wiener Designerin Marlen Sabetzer zeigte unter dem Label MarS individuell gefertigte Mode in limitierter Stückzahl, während das Berliner Label GAILLARD VIVANT klassische Kleidungsformen wie Frack oder Gehrock mit Einflüssen urbaner Subkulturen kombinierte.
Nachhaltigkeit und Handwerk als zentrale Leitlinien
Der hohe Kreativitätsanspruch der gezeigten Kollektionen war eng mit Tradition, Handwerk und moderner Fertigungstechnologie verbunden. Gleichzeitig spielte der Nachhaltigkeitsgedanke eine zentrale Rolle. Die Schülerinnen und Schüler der FAHMODA sowie geladene Gäste aus der Welt des Modedesigns präsentierten individuelle Arbeiten, die diesen Anspruch sichtbar machten.
FAHMODA als Sprungbrett in die Modebranche
Die Hannover Fashion Show 2026 unterstrich zugleich den Ausbildungsanspruch der FAHMODA. Die Akademie bietet eine praxisnahe Qualifikation, die Absolventinnen und Absolventen planbare Karrierewege in der Modebranche eröffnet. Nach eigenen Angaben kann die FAHMODA feste Anstellungen als Designer in vielen Fällen ermöglichen. Zudem werden weiterhin Meisterklassen mit dem Abschluss Bachelor Professional angeboten.
Die FAHMODA Akademie für Mode und Design Hannover ist eine staatlich anerkannte private Modeschule für Modedesign und Maßschneiderei. Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 hat sie sich zu einer festen Größe in der Textilwirtschaft entwickelt. Charakteristisch ist die ganzheitliche, interdisziplinäre Ausbildung, die Tradition und Innovation, Kreativität und Handwerk sowie Bekleidungstechnik und Modedesign verbindet. Ein besonderes Merkmal ist die Doppelausbildung, bei der parallel zum Modedesign der Gesellenbrief im Maßschneiderhandwerk erworben werden kann.










