Start Hannover und Region Premiere auf der INTERSCHUTZ 2026: WildfireCamp rückt Waldbrandbekämpfung in den Fokus

Premiere auf der INTERSCHUTZ 2026: WildfireCamp rückt Waldbrandbekämpfung in den Fokus

INTERSCHUTZ
Symbolbild: INTERSCHUTZ (2022) - © M. Müller / LGHNews

Premiere auf der Weltleitmesse verbindet Praxis, Technologie und internationale Expertise

Hannover. Wald- und Vegetationsbrände zählen weltweit zu den sichtbarsten Folgen des Klimawandels – und stellen Einsatzkräfte vor immer komplexere Herausforderungen. Mit dem erstmals realisierten WildfireCamp@INTERSCHUTZ greift die INTERSCHUTZ 2026 dieses Thema auf und schafft in Hannover eine praxisnahe Plattform für Wissenstransfer, Innovation und internationale Zusammenarbeit. Vom 1. bis 6. Juni 2026 wird das Messegelände damit zum realitätsnahen Trainings- und Demonstrationsraum für den modernen Bevölkerungsschutz.

Einsatzrealität statt Theorie

Rauchentwicklung, Flammen im Unterholz und taktische Entscheidungen unter Zeitdruck: Das WildfireCamp@INTERSCHUTZ setzt bewusst auf realistische Szenarien. Auf dem Freigelände zwischen Halle 26 und Halle 17 erleben Besucher Bedingungen, wie sie Einsatzkräfte bei Vegetations- und Waldbränden weltweit vorfinden. Anders als klassische Messeformate verbindet das Camp Live-Demonstrationen mit erklärenden Elementen und direktem Austausch.

„Befeuert durch den Klimawandel, der zu unseren Fokusthemen gehört, haben wir uns zu dieser Premiere entschlossen“, sagt INTERSCHUTZ-Projektleiter Thilo Horstmann von der Deutschen Messe AG. „Das Camp ist weit mehr als eine bloße Produktschau. Es wurde von ausgewiesenen Experten konzipiert.“

Internationale Expertise und starke Partner

Konzipiert und vorbereitet wurde das WildfireCamp gemeinsam mit vier erfahrenen Partnern: Bosch Building Technologies, dem Europäischen Forstinstitut (EFI), @fire sowie IMBOS e.V. Sie brachten ihr fachliches Know-how aus Forschung, Einsatzpraxis und Technologieentwicklung ein. Ziel ist es, Entscheider, Einsatzkräfte und Anbieter von Lösungen gezielt zusammenzubringen.

Insgesamt präsentieren 20 nationale und internationale Unternehmen ihre Konzepte und Produkte für unterschiedliche Einsatzlagen. Zu den Beteiligten gehört auch CAL FIRE, die kalifornische Behörde für Forstwesen und Brandschutz, die weltweit über umfangreiche Erfahrung im Umgang mit großflächigen Vegetationsbränden verfügt.

„Wir möchten dazu beitragen, dass sich in einer globalen ‚Wildfire Community‘ Einsatzkräfte und Technologieanbieter auf Augenhöhe austauschen“, betont Horstmann. „Hier wird die ‚Zeitenwende‘ im Bevölkerungsschutz greifbar gemacht.“

Neue Technologien im Einsatz

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung moderner Technik. Erstmals vorgestellt wird der „Xplore“, eine mobile Befehlsstelle in Form eines voll ausgestatteten Einsatzleitwagens. Das Fahrzeug ist resilient ausgelegt und kombiniert Sensorik, digitale Einsatzführung und Satellitenkommunikation. Entwickelt wurde es durch die Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen aus unterschiedlichen Technologiebereichen, koordiniert durch IMBOS e.V.

Die praktischen Vorführungen im WildfireCamp sind in fünf Themenfelder gegliedert: Pre- und Post-Feuermanagement, fahrzeuggestützte Brandbekämpfung, Luftunterstützung, Löschmannschaften sowie spezielle Einsatzoptionen. Jeder Bereich beleuchtet einen eigenen Abschnitt der Einsatzkette – von Prävention über Bekämpfung bis zur Nachbereitung.

„Jeder Abschnitt zeigt praxisnah die unterschiedlichen Aspekte der Brandbekämpfung und ermöglicht den Besuchern einen umfassenden Einblick in die jeweiligen Einsatzbereiche“, so Horstmann.

Wissenstransfer im „Command Post“

Ergänzend zu den Demonstrationen auf dem Freigelände bietet das Forum „Command Post“ in Halle 17 (Stand F06) Raum für vertiefende Informationen. Dort finden täglich zwischen 09:30 und 17:30 Uhr Fachvorträge, Diskussionsrunden und Workshops statt. Thematisiert werden unter anderem Einsatzstrategien, digitale Führungsunterstützung, neue Technologien zur Früherkennung sowie Präventionsansätze des Europäischen Forstinstituts.

Praxisorientierte Trainings ermöglichen es den Teilnehmern, bewährte Taktiken und Techniken direkt zu erlernen und anzuwenden. Als zentraler Treffpunkt dient zudem die Networking-Area im WildfireCamp, die den Austausch zwischen Einsatzkräften, Entwicklern, politischen Entscheidern und Waldbesitzern fördert.

INTERSCHUTZ 2026 als Spiegel globaler Krisen

Die INTERSCHUTZ 2026 wird am 1. Juni in Hannover eröffnet und gilt bereits im Vorfeld als größte Ausgabe der Messegeschichte. Geplant sind 1.750 Aussteller aus 55 Ländern auf mehr als 118.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in neun Hallen sowie auf mehreren Freigeländen. Damit übertrifft die Veranstaltung frühere Rekorde deutlich.

„Die INTERSCHUTZ hat in den vergangenen Jahren ihr Gesicht deutlich verändert“, sagt Dr. Jochen Köckler, CEO der Deutschen Messe AG. „Aus einer reinen Feuerwehrmesse ist längst eine Weltleitmesse geworden, die den Schutz der Menschen in Krisenlagen unterschiedlicher Art in den Vordergrund rückt.“

Mit dem WildfireCamp reagiert die INTERSCHUTZ auf eine Entwicklung, die Einsatzorganisationen weltweit betrifft: zunehmende Extremwetterlagen und eine steigende Zahl von Vegetationsbränden. Der Mix aus Live-Demonstration, Fachforum und internationalem Austausch macht deutlich, wie wichtig vernetzte Lösungen und kontinuierlicher Wissenstransfer für den zukünftigen Bevölkerungsschutz sind.

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