Start Hannover und Region Cyberkriminalität trifft jeden Zehnten – Studie aus Stuttgart/Bonn

Cyberkriminalität trifft jeden Zehnten – Studie aus Stuttgart/Bonn

Cybercrime
Symbolbild Cybercrime - Quelle: Pixabay

Cybersicherheitsmonitor 2026 zeigt Informationslücken und wachsende Schäden

Stuttgart/Bonn. Cyberkriminalität gehört für viele Menschen in Deutschland inzwischen zum Alltag. Eine aktuelle repräsentative Erhebung zeigt, dass innerhalb eines Jahres rund elf Prozent der Bevölkerung Opfer einer Straftat im Internet wurden. Besonders häufig kam es zu Betrug beim Online-Einkauf.

Der Cybersicherheitsmonitor 2026 untersucht, wie gut Bürgerinnen und Bürger über digitale Risiken informiert sind und wie sie sich schützen. Herausgegeben wird die Studie vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam mit dem Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). Ein zentrales Ergebnis: Viele Menschen setzen sich erst dann mit IT-Sicherheit auseinander, wenn bereits ein konkretes Problem aufgetreten ist.

Betrug und Phishing besonders verbreitet

Am häufigsten berichteten Betroffene von Betrugsfällen beim Onlineshopping und Onlinebanking. Ebenfalls weit verbreitet waren Phishing-Angriffe sowie unbefugte Zugriffe auf persönliche Online-Konten. Trotz dieser Risiken informieren sich nur 14 Prozent der Befragten regelmäßig über Cybersicherheit. Vier von zehn Personen beschäftigen sich erst dann mit dem Thema, wenn sie bereits betroffen sind.

Auch beim Wissen über Schutzmaßnahmen zeigen sich Defizite. Lediglich starke Passwörter und Antivirenprogramme sind mehr als der Hälfte der Befragten bekannt. Andere Sicherheitsvorkehrungen spielen im Alltag vieler Menschen bislang eine untergeordnete Rolle.

Spürbare Folgen für Betroffene

Die Auswirkungen von Cyberkriminalität sind deutlich: 88 Prozent der Geschädigten geben an, einen konkreten Schaden erlitten zu haben. Rund ein Drittel berichtet von finanziellen Verlusten. Die Studie macht damit deutlich, dass digitale Straftaten nicht nur abstrakte Risiken darstellen, sondern reale Konsequenzen haben.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner betont: „Cybersicherheit muss im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern einfacher, präsenter und verständlicher werden. Viele Menschen wollen sich sicher online bewegen, brauchen dafür aber niedrigschwellige Informationen. Diese liefern wir – etwa indem wir Anleitungen für Sicherheitsmaßnahmen im digitalen Alltag bereitstellen und Lehrkräfte befähigen, das Thema in ihren Unterricht zu holen. Zugleich dürfen wir die Verantwortung nicht allein bei den Nutzerinnen und Nutzern abladen: Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.“

Auch die Polizei sieht Handlungsbedarf. Dr. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK, erklärt: „Cyberkriminalität ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen – sei es durch gefälschte E-Mails oder Betrug beim Einkauf im Internet. Um den Methoden der Täterinnen und Täter den Boden zu entziehen, macht die Polizei deren Vorgehensweisen transparent. Das Zusammenspiel aus Prävention, Aufklärung und entschlossenem Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden trägt entscheidend dazu bei, den digitalen Raum sicherer zu machen.“

Neue Hilfsangebote für den Ernstfall

Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit erweitern BSI und ProPK ihr Unterstützungsangebot. Ergänzend zu den vollständigen Ergebnissen des Cybersicherheitsmonitors stehen nun auch zwei neue Checklisten zur Verfügung. Diese sollen Betroffenen bei Betrug im Onlinehandel sowie bei Identitätsdiebstahl eine schnelle und verständliche Orientierung bieten.

Einordnung

Die Ergebnisse zeigen, dass Cyberkriminalität längst kein Randphänomen mehr ist. Angesichts der hohen Schadenszahlen wird deutlich, wie wichtig verständliche Präventionsangebote und ein bewussterer Umgang mit digitalen Risiken für den Alltag der Bevölkerung sind.

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