Start Hannover und Region 160 Einsatzkräfte trainieren bei Großübung in Hannover

160 Einsatzkräfte trainieren bei Großübung in Hannover

Übung der Regionsfeuerwehrbereitschaft 2
Übung der Regionsfeuerwehrbereitschaft 2 am Samstag den 22.08.2026. - Quelle: Feuerwehr Barsinghausen / Foto: Harald Nülle

Regionsfeuerwehrbereitschaft 2 übt mehrere Einsatzlagen im Osten der Landeshauptstadt

Hannover/Region – (KI/redaktionell geprüft). Rund 160 Einsatzkräfte der Regionsfeuerwehrbereitschaft 2 (RFB 2) und des Deutschen Roten Kreuzes haben bei einer groß angelegten Übung im östlichen Stadtgebiet von Hannover den Ernstfall trainiert. Mehrere Szenarien beschäftigten die Einheiten am Samstag, 22. August 2026, über den gesamten Tag – vom Verkehrsunfall an der Schleuse Anderten bis zum angenommenen Waldbrand.

Die RFB 2 setzte sich für die Übung aus Einsatzkräften der Städte Barsinghausen, Gehrden, Ronnenberg und Seelze sowie der Gemeinde Wennigsen zusammen. Unterstützt wurde sie vom DRK aus Empelde. Hinzu kamen nach Angaben der Organisatoren 20 Einsatzkräfte aus Hannover, die an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt waren.

Bereits zwischen 6 und 6.30 Uhr sammelten sich die Einheiten auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Ronnenberg. Gegen 7 Uhr begann die Übung.

Unwetter als Ausgangslage

Das angenommene Szenario sah eine größere Unwetterlage vor. Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr Hannover sollten demnach bereits seit längerer Zeit vollständig im Einsatz gebunden sein. Die RFB 2 erhielt deshalb die Aufgabe, im östlichen Stadtgebiet den Grundschutz zu übernehmen.

Am Feuerwehrhaus Anderten übernahm der von der Feuerwehr Hannover besetzte Führungszug Land 3 die Übungsleitung. Der Führungszug der RFB 2 richtete dort ebenfalls seine Führungsstelle ein. Weitere Einheiten bezogen einen Bereitstellungsraum im Gewerbegebiet Anderten.

Abschnittsleiter Kristof Schwake und sein Stellvertreter Helge Jakob informierten die Zugführungen über die Lage. Die einzelnen Übungsszenarien waren von einem Team um Hannovers stellvertretenden Stadtbrandmeister Timmy Fiss gemeinsam mit Einsatzkräften aus Anderten, Bemerode und Misburg vorbereitet worden.

Rettung an der Schleuse Anderten

Für den Brandschutzzug begann die Übung zunächst mit einer ausgelösten Brandmeldeanlage in einem Gewerbeobjekt, die sich im Szenario als Fehlalarm herausstellte.

Deutlich anspruchsvoller war die Aufgabe für den Zug Technische Hilfeleistung an der Schleuse Anderten. Dort wurde ein Verkehrsunfall zwischen einem Auto und einem Motorroller angenommen.

Das Übungsszenario sah vor, dass die Rollerfahrerin rund 16 Meter tief in den Bereich des unteren Pumpenhauses gestürzt und unter Rohrleitungen zum Liegen gekommen war. Die Einsatzkräfte mussten die Person retten und anschließend den Motorroller bergen.

Die örtlichen Gegebenheiten erschwerten die Arbeiten: Material musste über eine steile und teilweise rutschige Treppe über eine längere Strecke von Hand zur Einsatzstelle transportiert werden.

Brennende Kesselwagen und Gasleitung

Parallel dazu wartete in Misburg die nächste angenommene Großschadenslage. Auf dem Tanklagergelände von Vermilion Energy waren im Übungsszenario drei Kesselwagen an einer Abfüllanlage in Brand geraten.

Da der Brandschutzzug zunächst anderweitig gebunden war, übernahm der Zug Wasserförderung den ersten Löschangriff. Einsatzkräfte unter Atemschutz gingen zur angenommenen Brandbekämpfung vor.

Wegen des hohen Löschwasserbedarfs wurde zusätzlich eine Förderstrecke vom Mittellandkanal aufgebaut. Später unterstützte auch der inzwischen wieder verfügbare Brandschutzzug. Hinzu kam das Großtanklöschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Misburg.

Eine weitere Übungslage führte den Zug für spezielle Fähigkeiten und Vegetationsbrandbekämpfung auf das Werksgelände von Heidelberg Zement in Misburg. Dort wurde eine brennende Gasleitung angenommen. Auch hier mussten die Einsatzkräfte eine Wasserversorgung über eine längere Strecke herstellen und die Brandbekämpfung organisieren.

Waldbrand fordert am Nachmittag alle Kräfte

Nach einer Lagebesprechung und dem Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft folgte eine Mittagspause. Am Nachmittag wurden schließlich alle Einheiten gemeinsam gefordert.

Gegenüber dem Betriebsplatz Höver von Vermilion Energy wurde ein Waldbrand angenommen. Aufgabe war es, den Brand zu bekämpfen und gleichzeitig das Betriebsgelände sowie eine Ölförderanlage zu schützen.

Neben der direkten Brandbekämpfung spielte erneut die Löschwasserversorgung eine zentrale Rolle. Dabei wurde auch ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet, die Wasser zwischen einer Entnahmestelle und dem angenommenen Brandgebiet transportierten.

Vermilion-Sicherheitsbeauftragter Eike Zenke erklärte dazu: „Wir führen gemeinsam mit den zuständigen Einsatzkräften regelmäßig Übungen durch, um auf mögliche Notfallsituationen vorbereitet zu sein und im Ernstfall schnell und koordiniert reagieren zu können.“

Premiere für Zusammenarbeit mit Hannover

Nach Angaben der Organisatoren war es das erste Mal, dass eine Regionsfeuerwehrbereitschaft in dieser Form auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Hannover übte.

Auch Hannovers Feuerwehrdirektor Christoph Bahlmann besuchte die Einsatzkräfte. Die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren innerhalb der Region soll weiter trainiert werden. Für das Frühjahr 2027 ist nach den vorliegenden Angaben eine weitere gemeinsame Übung vorgesehen. Dann soll die Feuerwehrbereitschaft der Landeshauptstadt im Bereich des Brandabschnitts 2 der Region Hannover trainieren.

Übung markiert zugleich einen Abschied

Für die RFB 2 hatte der Tag noch eine weitere Bedeutung. Aufgrund einer Änderung der Vorgaben für Feuerwehrbereitschaften in Niedersachsen soll die Einheit in ihrer bisherigen Form aufgelöst werden.

Nach den vorliegenden Informationen ist eine Neuorganisation gemeinsam mit der RFB 3 vorgesehen. Dabei soll unter anderem eine „Feuerwehrbereitschaft Niedersachsen“ entstehen. Zusätzlich ist eine weitere Feuerwehrbereitschaft in Kooperation mit der bisherigen RFB 3 vorgesehen.

Wie die künftigen Einheiten genau zusammengesetzt werden, welche Führungsfunktionen vorgesehen sind und welche Ortsfeuerwehren mit welchen Fahrzeugen eingebunden werden, soll noch festgelegt werden.

Abschnittsleiter Kristof Schwake dankte zum Abschluss den beteiligten Einsatzkräften sowie den Einheiten aus Hannover für die Vorbereitung und Durchführung. Ein Dank ging zudem an die beteiligten Unternehmen für die Bereitstellung ihrer Betriebsgelände.

Auch für Harald Nülle aus dem Pressesprecherteam war es die letzte Übung. Mit Erreichen der Altersgrenze scheidet er aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus.

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