Start Hannover und Region Hannover–Berlin: Bahnfahrten dauern rund 80 Minuten länger

Hannover–Berlin: Bahnfahrten dauern rund 80 Minuten länger

ICE 1 am Gleis 11 im Berliner Hbf
Themenfoto/Symbolbild: ICE 1 Baureihe 401 des DB Fernverkehr am Gleis 11 im Berliner Hbf. - Quelle: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Fernzüge werden ab Dezember über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet

Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Bahnreisende zwischen Hannover und Berlin müssen sich ab Mitte Dezember 2026 auf deutlich längere Fahrzeiten einstellen. Wegen umfangreicher Bauarbeiten und Verzögerungen bei der Elektrifizierung der Lehrter Stammbahn sollen Fernzüge durchgängig über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet werden. Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin verlängert sich nach Angaben der DB InfraGO um rund 80 Minuten.

Die umfangreichen Bauarbeiten auf der wichtigen Ost-West-Verbindung beginnen bereits am 2. Oktober. Ursprünglich sollte die parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufende Lehrter Stammbahn ab Dezember 2026 als Umleitungsstrecke zur Verfügung stehen.

Dieser Zeitplan kann nach Angaben der DB InfraGO nicht eingehalten werden. Die Elektrifizierung der Stammbahn soll nun erst im Dezember 2027 abgeschlossen werden. Damit können während der Bauzeit weitgehend weder die Schnellfahrstrecke noch die parallel verlaufende Stammbahn für den regulären Zugverkehr genutzt werden.

karte: bauarbeiten auf der strecke hannover/berlin - umleiter.
karte: bauarbeiten auf der strecke hannover/berlin – umleiter. – quelle: deutsche bahn ag

Fernverkehr fährt über Braunschweig und Magdeburg

Ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2026 sind innerhalb von zwei Stunden drei Fernverkehrszüge je Richtung zwischen Hannover und Berlin sowie weitere Einzelverbindungen vorgesehen.

Die Züge werden über Braunschweig und Magdeburg geführt. Beide Städte sollen dadurch weiterhin stündlich an den Fernverkehr angebunden bleiben. Magdeburg erhält nach Angaben der DB während der Bauphase sogar mehr Fernverkehrshalte als im regulären Fahrplan.

Für Reisende zwischen Hannover und Berlin hat die Umleitung allerdings erhebliche Auswirkungen: Die Fahrt soll sich um rund 80 Minuten verlängern.

Ob Fernverkehrszüge während der Bauphase zusätzlich in Wolfsburg und Stendal halten werden, wird derzeit noch geprüft.

Bis Oktober will die DB InfraGO die Umleitungsstrecke über Braunschweig und Magdeburg mit einem Instandhaltungsprogramm auf die zusätzliche Belastung vorbereiten.

Nahverkehrskonzept noch nicht fertig

Auch im Regionalverkehr sind erhebliche Veränderungen zu erwarten. Wie das Angebot ab dem Fahrplanwechsel im Dezember konkret aussehen wird, steht allerdings noch nicht vollständig fest.

Nach Angaben der DB InfraGO soll ein Grundangebot aufrechterhalten werden. Wo aufgrund der Bauarbeiten keine Züge fahren können, sind Ersatzverkehre mit Bussen vorgesehen. Regionalzüge sollen nach Möglichkeit bis möglichst nah an die gesperrten Streckenabschnitte fahren.

Das detaillierte Nahverkehrskonzept wird derzeit mit den zuständigen Aufgabenträgern und Eisenbahnverkehrsunternehmen abgestimmt.

Das Angebot für den Zeitraum vom Beginn der Bauarbeiten am 2. Oktober bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember ist laut DB bereits in den Fahrplanauskünften hinterlegt.

Mehr als 350 Kilometer Gleise werden erneuert

Hinter den Einschränkungen steht eines der größten Infrastrukturprojekte auf dieser Bahnverbindung. Bis Dezember 2027 sollen entlang der Achse Hannover–Berlin unter anderem rund 357 Kilometer Gleise, mehr als 214 Weichen und 100 Kilometer Oberleitungen erneuert werden.

Hinzu kommen 13 Kilometer Lärmschutzwände. Außerdem sollen 27 Bahnhöfe modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut sowie sechs Stellwerke grundlegend erneuert werden.

Auf der Schnellfahrstrecke wird östlich und westlich von Stendal die Feste Fahrbahn erneuert. Parallel laufen die Elektrifizierung der Lehrter Stammbahn und weitere Arbeiten im Korridor Lehrte–Berlin.

Mit einer Länge von 227 Kilometern handelt es sich nach Angaben der DB InfraGO nach dem Korridor Hamburg–Berlin um die zweitlängste Achse, auf der die Bahninfrastruktur gebündelt und gewerkeübergreifend erneuert wird.

Ziel der Arbeiten ist es nach Darstellung des Infrastrukturunternehmens, die Strecke langfristig leistungsfähiger und zuverlässiger zu machen.

Auch Güterverkehr wird weiträumig umgeleitet

Die Bauarbeiten betreffen nicht nur den Personenverkehr. Güterzüge sollen ebenfalls über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet werden.

Spätestens ab Ende Januar 2027 soll zusätzlich eine zweite Umleitungsstrecke über Halle und Eichenberg zur Verfügung stehen. Diese Verbindung wird derzeit modernisiert und ausgebaut.

Dafür verschiebt die DB InfraGO eine dort ursprünglich ab Sommer 2027 geplante zweite Baustufe. Dadurch sollen zusätzliche Kapazitäten insbesondere für den Güterverkehr geschaffen werden.

Für Reisende bleibt vorerst vor allem eine Konsequenz: Wer ab Mitte Dezember 2026 zwischen Hannover und Berlin unterwegs ist, muss deutlich mehr Zeit einplanen. Weitere Einzelheiten, insbesondere zum Regionalverkehr sowie zu möglichen Fernverkehrshalten in Wolfsburg und Stendal, stehen noch aus.

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