Start Blaulicht Polizeikontrollen in Hannover: Fluchtfahrten, Drogen und Alkohol am Steuer

Polizeikontrollen in Hannover: Fluchtfahrten, Drogen und Alkohol am Steuer

Polizeikontrolle
Symbolbild: Polizeikontrolle / Alkoholtest - © Carl-Marcus Müller / LGHNews

Elf Blutproben, 16 gestoppte Fahrten und mehrere mutmaßliche Alkohol- und Drogendelikte

Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Die Polizei Hannover hat mitgeteilt, dass bei einer sechsstündigen mobilen Schwerpunktkontrolle in der Nacht zum Sonntag, 13. September 2026, zahlreiche Verkehrs- und Straftaten festgestellt wurden. Die Einsatzkräfte ordneten elf Blutproben an und untersagten in 16 Fällen die Weiterfahrt. Besonders aufwendig war die Verfolgung eines 35-jährigen Autofahrers, der nach Polizeiangaben mit gestohlenen Kennzeichen, ohne Fahrerlaubnis und unter Drogeneinfluss unterwegs gewesen sein soll.

Die Kontrollen wurden unter Federführung des Zentralen Verkehrsdienstes im hannoverschen Stadtgebiet durchgeführt. Schwerpunkt war die Fahrtüchtigkeit unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen.

Flucht durch mehrere Stadtteile

Gegen 21.35 Uhr bemerkten Einsatzkräfte in der Südstadt einen VW Polo, der nach Angaben der Polizei in Schlangenlinien fuhr, teilweise die gesamte Fahrbahnbreite nutzte und mehrere rote Ampeln missachtete.

Als der Wagen kontrolliert werden sollte, soll der 35-jährige Fahrer mit seiner 33-jährigen Beifahrerin geflüchtet sein. Die anschließende Verfolgung führte unter anderem über den Bischofsholer Damm, die Bemeroder Straße und die August-Madsack-Straße.

Nach Darstellung der Einsatzkräfte versuchte der Fahrer dabei mehrfach, einen Streifenwagen seitlich zu rammen. Während der Flucht seien zudem mutmaßliche Betäubungsmittel aus dem Fahrzeug geworfen worden. Ein nachfolgender Streifenwagen stellte diese sicher.

Auf dem Gelände einer Tankstelle an der Lehrter Straße blockierte die Polizei schließlich mit mehreren Fahrzeugen die Zufahrtswege und beendete die Flucht.

Messer und Drogen im Auto gefunden

Bei der anschließenden Kontrolle ergaben sich laut Polizei bei dem Fahrer und seiner schwangeren Beifahrerin Hinweise auf Amphetaminkonsum. Dem 35-Jährigen wurde eine Blutprobe entnommen; das Ergebnis stand zunächst noch aus.

Der VW Polo war nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Zudem besaß der Fahrer nach Polizeiangaben keine gültige Fahrerlaubnis. Die am Fahrzeug montierten Kennzeichen waren demnach am 5. September von einem geparkten Auto in Linden-Mitte gestohlen worden.

Im Wagen fanden die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben Betäubungsmittel sowie vier teilweise griffbereite Messer, darunter eine Machete und ein Einhandmesser. Die Gegenstände wurden beschlagnahmt.

Eine mögliche Untersuchungshaft für den 35-Jährigen wurde nach Angaben der Polizei geprüft, jedoch abgelehnt. Die Gründe für die Ablehnung sind nicht bekannt. Die 33-jährige Beifahrerin befand sich demnach in einem psychischen Ausnahmezustand und wurde zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus gebracht.

Gegen das Duo wurden mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Polizei nennt unter anderem den Verdacht eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Gefährdung des Straßenverkehrs, Kennzeichenmissbrauch, Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

15-Jähriger flüchtet mit verändertem E-Scooter

Bereits gegen 20.30 Uhr soll ein 15-Jähriger im Bereich der Stadtbahnhaltestelle Messe/Ost versucht haben, mit einem E-Scooter einer Kontrolle zu entkommen. Die Polizei stoppte den Jugendlichen nach kurzer Verfolgung in der Brüsseler Straße.

Bei der Überprüfung stellten die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben fest, dass der E-Scooter technisch verändert worden war und bis zu 35 km/h erreichen konnte. Gegen den Jugendlichen wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet.

Gegen 22.30 Uhr kontrollierte die Polizei zudem einen 35-jährigen E-Scooter-Fahrer an der Hildesheimer Straße. Er soll deutliche körperliche Ausfallerscheinungen gezeigt haben und wäre nach Polizeiangaben beim Ausweichen auf den Gehweg beinahe gestürzt. Ein Verdacht auf THC-Einfluss führte zu einer Blutentnahme und einem Strafverfahren.

Elf Blutproben während der Kontrollen

Auch bei weiteren Kontrollen stellte die Polizei Alkohol- und mutmaßlichen Drogenkonsum fest. Ein Autofahrer soll unter Kokain-Einfluss gestanden haben. Bei einem weiteren Fahrzeugführer ergab ein Atemalkoholtest einen Wert von mehr als 1,7 Promille.

Bei einem anderen kontrollierten Fahrer stellte die Polizei zwei Reizstoffsprühgeräte ohne entsprechende Kennzeichnung sowie einen Teleskopschlagstock mit Sprungfeder sicher. Gegen ihn wurde wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

Insgesamt verzeichnete die Polizei während der sechsstündigen Aktion unter anderem fünf Ermittlungsverfahren wegen Fahrten unter Kokain- oder THC-Einfluss sowie sechs Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr nach Alkohol-, THC- oder Mischkonsum. Hinzu kamen Verfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

Auch Delikte außerhalb des unmittelbaren Verkehrsrechts wurden festgestellt. In einem Fall beschlagnahmte die Polizei nach eigenen Angaben 12,4 Gramm Amphetamin und sechs verschreibungspflichtige Tabletten. Außerdem wurden zwei Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen das Waffengesetz sowie ein Verfahren wegen des Diebstahls eines Rollers eingeleitet.

Die Schwerpunktkontrolle war zugleich Teil eines Lehrgangs zur Erkennung eingeschränkter Fahrtüchtigkeit. Neben Einsatzkräften verschiedener Dienststellen der Polizeidirektion Hannover nahmen auch Polizeikräfte aus Brandenburg teil.

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