Start Hannover und Region Landesgartenschau Bad Nenndorf endet mit über 700.000 Besuchen

Landesgartenschau Bad Nenndorf endet mit über 700.000 Besuchen

Rund zwei Meter hoch und fünfeinhalb Meter lang: Das Logo der Landesgartenschau Bad Nenndorf ist eins der beliebtesten Fotomotive.
Rund zwei Meter hoch und fünfeinhalb Meter lang: Das Logo der Landesgartenschau Bad Nenndorf ist eins der beliebtesten Fotomotive. - Quelle: LaGa / Foto: Lennart Schmidt

Neue Parkanlagen bleiben über den Gartenschau-Sommer hinaus

Bad Nenndorf – (KI/redaktionell geprüft). Die Landesgartenschau Bad Nenndorf endet am heutigen Sonntag, 18. Oktober 2026, nach 173 Tagen mit mehr als 700.000 Besuchen. Damit liegt die Bilanz nach Angaben der Veranstalter über der Planungsgröße von rund 600.000 aus der Machbarkeitsstudie. Rund 2.000 Veranstaltungen, Bildungsangebote für Kinder und der Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher prägten die achte niedersächsische Landesgartenschau.

Rund 23.000 Menschen kauften eine Dauerkarte. Auch bei den Busreisegruppen übertraf die Nachfrage die Erwartungen: Statt der erhofften rund 300 kamen nach Veranstalterangaben mehr als 600 Gruppen nach Bad Nenndorf.

Seit der Eröffnung am 29. April erstreckte sich die Gartenschau über rund 34 Hektar. Das Gelände verband den Wiesenpark, die Promenade und den historischen Kurpark. Neben Pflanzungen und Gartenkunst bot es Flächen für Veranstaltungen, Begegnungen und Erholung.

Rund 2.000 Veranstaltungen und ein ausverkauftes Konzert

Zum Programm gehörten Konzerte, Theater, Lesungen, Sportangebote, Workshops und Mitmachaktionen. Viele Formate entstanden eigens für die Landesgartenschau. Kirche, Landvolk, örtliche Vereine und weitere Partner gestalteten nach Angaben der Veranstalter einen wesentlichen Teil des Angebots ehrenamtlich.

Zu den größeren Einzelveranstaltungen gehörte das ausverkaufte Konzert von Amy Macdonald mit 4.000 Gästen. Zum Vergleich: Bad Nenndorf hat rund 11.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Gartenschau wurde außerdem zum Ort für persönliche Anlässe: 77 Paare heirateten auf dem Gelände.

270 Ehrenamtliche leisteten mehr als 18.000 Stunden

Für die Landesgartenschau gGmbH engagierten sich 270 Ehrenamtliche mit insgesamt mehr als 18.000 Stunden. Sie begrüßten Gäste, halfen bei der Orientierung, begleiteten Veranstaltungen und unterstützten den laufenden Betrieb.

15 von ihnen kamen jeweils auf mehr als 200 Einsatzstunden. Die Bad Nenndorferin Heike Weidemann brachte sich mit mehr als 1.000 Stunden ein. Hinzu kamen weitere, in dieser Bilanz nicht erfasste Stunden von Vereinen und Institutionen, die das Programm mitgestalteten.

Auch Führungen gehörten zum Angebot: 63 Blütenbotschafterinnen und Blütenbotschafter begleiteten fast 500 Gruppen über das Gelände. Eine von ihnen übernahm allein 66 Führungen.

Geschäftsführerin Annette Stang, zugleich Leiterin des Fachbereichs Bauen und Umwelt der Samtgemeinde Nenndorf, führt das Gelingen auf die Zusammenarbeit vieler Beteiligter zurück. Trotz knapper Zeit und umfangreicher Aufgaben hätten diese Verantwortung übernommen und ein gemeinsames Ziel verfolgt. Ihr Mitgeschäftsführer Benjamin Lotz, der auch die Kur- und Tourismusgesellschaft Staatsbad Nenndorf leitet, hebt die wiederholten Besuche und die Bindung der Gäste an das Gelände hervor.

Schulen und Kitas nutzten den Park als Lernort

In der Wunderwerkstatt nahmen rund 8.700 Kinder an 460 Workshops des Bunten Klassenzimmers teil. Weitere rund 3.700 Kinder erkundeten mit ihren Gruppen das Gelände und insbesondere die Lernoasen.

Insgesamt nutzten nach Angaben der Veranstalter rund 100 Schulen und 25 Kindertagesstätten die Landesgartenschau für ihre Bildungsarbeit. Im Mittelpunkt standen Natur und Nachhaltigkeit sowie das Forschen und Experimentieren.

Eine Premiere war die Zulassung von Hunden auf dem gesamten Gelände. Nach Veranstalterangaben war Bad Nenndorf die erste niedersächsische Landesgartenschau mit diesem Angebot. Während der Laufzeit wurden rund 17.000 Hundebesuche gezählt.

Neue Anlagen sollen Teil des Alltags werden

Mit dem Ende der Veranstaltung rückt die weitere Nutzung der geschaffenen Parkanlagen in den Vordergrund. Frederik Rehren aus der Projektleitung der Stadt Bad Nenndorf beschreibt die Erwartungen daran:

„Mit dem Ende der Landesgartenschau beginnt für Bad Nenndorf ein neues Kapitel. Ich freue mich darauf, dass die Menschen die neuen Parkanlagen künftig ganz selbstverständlich in ihren Alltag integrieren, dort ihre Freizeit verbringen und die geschaffenen Orte immer wieder neu entdecken. Wenn es uns gelingt, diese besondere Aufenthaltsqualität mit attraktiven und regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen zu verbinden, wird Bad Nenndorf auch weit über 2026 hinaus ein Anziehungspunkt für Menschen aus der gesamten Region bleiben.“

Stadtdirektor Mike Schmidt bewertet die Landesgartenschau als langfristigen Beitrag zur Stadtentwicklung. Projektleiterin Muriel Schittek hebt vor allem die Zusammenarbeit der Beteiligten hervor. Johannes Tegtmeier aus der städtischen Projektleitung richtet den Blick auf den Erhalt der Anlagen nach Veranstaltungsende.

Auch der Förderverein will an die entstandenen Kontakte und Projekte anknüpfen. Seine Vorsitzende Marion Kramer beschreibt den Verein als verbindende Kraft, die gemeinschaftliches Engagement weiter unterstützen möchte.

Partner ziehen positive Bilanz

Schaumburgs Landrat Jörg Farr sieht durch die Landesgartenschau das Ansehen Bad Nenndorfs und der Region gestärkt. Frauke Patzke, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, betont den Beitrag des niedersächsischen Gartenbaus.

Sie verweist insbesondere auf den Wettbewerb „Torfreduziert in Niedersachsen“. Dieser habe gezeigt, wie Betriebe an nachhaltigeren Produktionsweisen arbeiten und bereits ohne Torf produzieren können. Die Landesgartenschau endet damit aus Sicht ihrer Partner auch als Plattform für Ideen, die über die Veranstaltung hinaus Wirkung entfalten sollen.

Wie die Landesgartenschau allerdings finanziell abschneidet, lässt sich aus den bislang genannten Zahlen noch nicht beurteilen. Die hohe Zahl an Besuchen, das ehrenamtliche Engagement und die entstandenen Parkanlagen prägen aber bereits jetzt den positiven Rückblick auf den Gartenschau-Sommer.

Rückbau und schrittweise Öffnung der Parkbereiche

Am Montag, 19. Oktober 2026, beginnt der Rückbau der temporären Einrichtungen. Bühnen, Container, Hallen und Ausstellungsflächen werden nach und nach vom Gelände entfernt. In Teilen des historischen Kurparks und des Wiesenparks müssen vorübergehend eingerichtete Flächen aufgrund denkmal- beziehungsweise landschaftsschutzrechtlicher Vorgaben vollständig zurückgebaut werden.

Parallel sollen erste Bereiche schrittweise wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Wie die einzelnen Flächen künftig zugänglich sind, geschützt und genutzt werden, ist Gegenstand des Nachnutzungskonzepts, über das die Politik derzeit berät. Die Entscheidungen trifft der Rat der Stadt Bad Nenndorf.

Die neu geschaffenen Freiräume, Verbindungen und aufgewerteten Orte bleiben erhalten und sollen Teil des städtischen Alltags werden.

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