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Dirk Breuckmann bleibt Präsident des DEHOGA Niedersachsen

Dirk Breuckmann
Dirk Breuckmann, Direktor des Maritim Airport Hotels in Hannover-Langenhagen und Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Niedersachsen. - Foto: Matthias Falk

Gastgewerbe fordert mehr Planungssicherheit bei Arbeitszeit und Minijobs

Hildesheim – (KI/redaktionell geprüft). Dirk Breuckmann ist am Dienstag, 27. Oktober 2026, als Präsident des DEHOGA Niedersachsen wiedergewählt worden. Die Delegierten des Landesverbandstages in Hildesheim bestätigten den Direktor des Maritim Airport Hotels Hannover nach Verbandsangaben mit großer Mehrheit. Neben den Wahlen standen sinkende Umsätze, steigende Betriebskosten und Forderungen an die Politik im Mittelpunkt.

Breuckmann bleibt außerdem Vorsitzender des Ausschusses für Arbeitsmarkt und Tarifpolitik. Den Vorsitz im Ausschuss für Berufsbildung übernimmt künftig Mareike Zägel aus Aurich. Ihre Vorgängerin Nicole Rösler war nicht erneut angetreten.

Bereits am Montag hatte sich Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, mit den Delegierten ausgetauscht. Dabei ging es um Arbeitsmarktreformen und die künftige Tourismusförderung.

Verbandsumfrage zeigt Umsatz- und Gewinnrückgänge

Der DEHOGA stützt seine Einschätzung der wirtschaftlichen Lage auf eine Konjunkturumfrage aus dem September 2026. Danach meldeten die befragten Betriebe für Januar bis September einen durchschnittlichen Rückgang des nominalen Nettoumsatzes um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch beim Sommergeschäft überwogen negative Rückmeldungen: 45,9 Prozent berichteten von niedrigeren Umsätzen, 33,1 Prozent von gleichbleibenden und 20,9 Prozent von höheren Umsätzen. Zugleich beobachteten 76,6 Prozent, dass ihre Gäste weniger ausgaben als im Vorjahr. Höhere Ausgaben nahmen lediglich 2,9 Prozent wahr.

Als wesentliche Herausforderungen nannten 88 Prozent höhere Personalkosten, 76 Prozent höhere Energiekosten und 71,9 Prozent höhere Warenkosten. Für 66,5 Prozent gehörte auch die Bürokratie zu den größten Belastungen. Von Gewinnrückgängen berichteten 62,9 Prozent.

„Unsere jüngste Befragung der Betriebe aus Gastronomie und Beherbergung zeigt, wie groß der wirtschaftliche Druck ist. Die Unternehmen kämpfen gleichzeitig mit steigenden Personal-, Energie- und Warenkosten, zurückhaltenden Gästen und einer hohen bürokratischen Belastung“, erklärte DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Mark Alexander Krack.

Die gestiegenen Kosten lassen sich nach den Umfrageergebnissen häufig nicht vollständig über höhere Preise ausgleichen. 45,6 Prozent der Befragten gelingt dies nach eigener Einschätzung kaum, weiteren 12,9 Prozent überhaupt nicht. Nur 4,1 Prozent können die Mehrkosten vollständig weitergeben.

Verband will Minijobs erhalten

Der DEHOGA fordert, Minijobs als flexible Beschäftigungsform zu erhalten und zusätzliche Belastungen für die Betriebe zu vermeiden. Im Gastgewerbe seien sie insbesondere für Einsätze am Abend, an Wochenenden und bei Veranstaltungen wichtig.

Der Verband verweist dabei auch auf Erwartungen der Befragten zur Mindestlohnerhöhung. Angesichts der in der Mitteilung genannten Anhebung auf 14,60 Euro zum 1. Januar 2027 rechnen 71 Prozent mit höheren Preisen. Eine Verringerung des Mitarbeiterstamms erwägen 33,7 Prozent. Jeweils 28,4 Prozent ziehen ein kleineres Angebot oder kürzere Öffnungszeiten in Betracht; 4,1 Prozent nennen eine Betriebsschließung als mögliche Folge.

Diese Angaben beschreiben Erwartungen und Überlegungen der befragten Unternehmen. Der Verband verlangt, geplante und bereits beschlossene Belastungen gemeinsam zu betrachten und die Bedeutung der Minijobs für Betriebe und Beschäftigte bei politischen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Wochenarbeitszeit soll mehr Spielraum ermöglichen

Bei der angekündigten Reform des Arbeitszeitgesetzes setzt sich der DEHOGA dafür ein, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Betrachtung zu ersetzen. Arbeitszeiten sollen sich dadurch flexibler innerhalb einer Woche verteilen lassen. Die Schutzstandards für Beschäftigte sollen nach der Forderung des Verbandes erhalten bleiben.

Zur Begründung verweist der DEHOGA auf schwankenden Personalbedarf nach Saison, Wochentag, Veranstaltungen und Gästeaufkommen. Die Regelung solle zugleich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglichen und allen Betrieben offenstehen, nicht nur tarifgebundenen Unternehmen.

Breuckmann kritisierte, dass Unternehmen bei Fragen zu Arbeitszeiten und Minijobs zu wenig Planungssicherheit hätten. Entscheidungen würden verzögert, obwohl die wirtschaftliche Lage bereits angespannt sei.

Tourismusförderung von Bund und Land besser abstimmen

Ein weiterer Schwerpunkt war die Zusammenarbeit bei der Tourismusförderung. Der DEHOGA begrüßt die Nationale Tourismusstrategie des Bundes und die in Entwicklung befindliche Strategie des Landes Niedersachsen. Er fordert jedoch, daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten und Förderprogramme aufeinander abzustimmen.

Aus Sicht des Verbandes sollten Kooperationen und überregionale Strukturen stärker unterstützt werden. Ziel sei es, touristische Angebote gemeinsam weiterzuentwickeln und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Niedersachsen langfristig zu sichern.

Der DEHOGA betont dabei die Verbindungen von Hotellerie und Gastronomie zu Einzelhandel, Handwerk und Kultur sowie ihre Bedeutung für ländliche Räume. Die Branche müsse frühzeitig an der Umsetzung der Strategien beteiligt werden.

Der Unternehmerverband vertritt nach eigenen Angaben knapp 5.000 Mitglieder, darunter mehr als 1.300 Ausbildungsbetriebe. Er gliedert sich in acht Bezirksverbände und rund 60 Kreis- und Ortsverbände.

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