Start Hannover und Region Nashörner aus Hodenhagen sollen neue Zuchtgruppe in Mexiko aufbauen

Nashörner aus Hodenhagen sollen neue Zuchtgruppe in Mexiko aufbauen

Vor dem Transport: Breitmaulnashorn-Weibchen Moana (r.) und Salma im Serengeti-Park Hodenhagen (14.10.2026).
Vor dem Transport: Breitmaulnashorn-Weibchen Moana (r.) und Salma im Serengeti-Park Hodenhagen (14.10.2026). - Quelle: Serengeti-Park Hodenhagen

Salma und Moana sind sicher in Guadalajara angekommen

Hodenhagen/Guadalajara – (KI/redaktionell geprüft). Die beiden Breitmaulnashörner Salma und Moana aus dem Serengeti-Park Hodenhagen sind am 21. Oktober 2026 im Zoológico Guadalajara in Mexiko angekommen. Gemeinsam mit zwei Tieren aus französischen Zoos sollen sie dort eine neue Zuchtgruppe bilden. Nach Angaben des Serengeti-Parks war es der erste Transport von Breitmaulnashörnern von Europa nach Mexiko im Rahmen des europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP.

Die Reise verlief laut Park ohne Komplikationen. In Guadalajara wurde eigens eine neue Nashornanlage gebaut. Neben Salma und Moana werden dort das Weibchen Lewa aus dem Safari de Peaugres und der Bulle Wami aus dem Parc zoologique de Paris leben. Die Zusammenarbeit soll zusätzliche Zuchtmöglichkeiten schaffen und zum Erhalt einer genetisch vielfältigen Population in menschlicher Obhut beitragen.

Zoologischer Leiter begleitete den Flug

Die vier Nashörner wurden gemeinsam mit einem Frachtflugzeug von Paris nach Guadalajara gebracht. Ingo Schmidinger, zoologischer Leiter des Serengeti-Parks, begleitete den Transport. Während des Fluges hatte er Zugang zu den Tieren, um sie zu versorgen und ihren Zustand zu kontrollieren.

Nach seiner Darstellung waren Salma und Moana zunächst nervös, beruhigten sich jedoch im Verlauf der Reise. Die unmittelbare Betreuung sei ein wichtiger Bestandteil der Begleitung gewesen.

Nach der Landung transportierten vier Lastwagen die Container zum Zoo. Dort wurden die Boxen mit einem Kran direkt an die Zugänge des Quarantänegeheges gestellt, bevor die Tiere ihre neue Umgebung betreten konnten.

salma (l) und moana (r) nach der ankuft im  zoológico guadalajara.
salma (l) und moana (r) nach der ankuft im zoológico guadalajara. – quelle: serengeti-park hodenhagen

Vertraute Gefährtin soll die Eingewöhnung erleichtern

Beide Weibchen wurden im Serengeti-Park geboren: Salma am 6. Februar 2021 und Moana am 26. Dezember 2016. Nach Angaben des Parks verbindet die Tiere eine enge Bindung, die ihnen nun auch bei der Eingewöhnung helfen soll.

„Dass Salma und Moana gemeinsam umziehen konnten, ist eine wertvolle Unterstützung für die Eingewöhnung. Sie kennen einander und sind eng miteinander verbunden“, sagt Schmidinger. „Die beiden haben die vielen Veränderungen während der Reise gut gemeistert. Das stimmt uns auch für die nächsten Schritte zuversichtlich. Jetzt bekommen sie die Ruhe und Zeit, die sie zum Ankommen brauchen.“

Die ersten Rückmeldungen aus Mexiko beschreibt der Park als positiv. Beide Tiere fräßen gut und hätten bereits mit den Nashörnern in benachbarten, abgetrennten Gehegen kommuniziert. Moana habe zudem Kontakt zu einer Tierpflegerin aufgenommen und sich an der Gehegeabgrenzung hinter dem Ohr kraulen lassen.

Für Besucher sind die vier Nashörner zunächst noch nicht zu sehen. Sie müssen mindestens 30 Tage in Quarantäne bleiben. Anschließend sollen sie schrittweise aneinander gewöhnt und zu einer Zuchtgruppe zusammengeführt werden. Der Ablauf soll sich nach ihrem Verhalten und Wohlbefinden richten.

Serengeti-Park verweist auf mehr als 50 Jahre Nashornzucht

Für den Serengeti-Park knüpft die Beteiligung an dem Projekt an eine jahrzehntelange Zuchtgeschichte an. Nach eigenen Angaben wurden dort bislang 55 Breitmaulnashörner geboren. Der Park gehört dem europäischen Zooverband EAZA an und beteiligt sich am EEP für die Tierart.

Inhaber und Geschäftsführer Dr. Fabrizio Sepe sieht in der neuen Zuchtgruppe eine Möglichkeit, die Erfahrungen aus mehr als 50 Jahren Nashornzucht in eine internationale Zusammenarbeit einzubringen. Er zeigte sich erleichtert über die sichere Ankunft und hofft auf Nachwuchs in Guadalajara.

Bereits in den 1990er-Jahren initiierte und begleitete Sepe nach Darstellung des Parks die Auswilderung des in Hodenhagen geborenen Nashornbullen Kai in Namibia. Kai sei das erste in Europa geborene Breitmaulnashorn gewesen, das ausgewildert wurde. Bei dem jetzigen Transport geht es dagegen um den Aufbau einer Zuchtgruppe in einem Zoo.

Bis zu möglichen ersten Jungtieren wird es dauern: Nach einer erfolgreichen Paarung beträgt die Tragzeit von Breitmaulnashörnern etwa 16 Monate.

Zuchtprogramm koordiniert Tiere verschiedener Einrichtungen

EEP steht für „EAZA Ex situ Programme“. Unter dem Dach des europäischen Zooverbands koordinieren Fachleute Tierpopulationen in zoologischen Einrichtungen. Sie berücksichtigen unter anderem Abstammung, Alter und Bestandsentwicklung und empfehlen geeignete Zuchtpartner sowie Wechsel zwischen Einrichtungen.

Ziel sind langfristig gesunde und genetisch vielfältige Populationen. Je nach Tierart gehören auch Forschung, Bildungsarbeit, Wissensaustausch und die Unterstützung von Schutzprojekten zu den Aufgaben der Programme.

Salma und Moana gehören zu den Südlichen Breitmaulnashörnern. Nach den vom Serengeti-Park mitgeteilten Angaben werden diese auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „potenziell gefährdet“ eingestuft. Wilderei wegen ihrer Hörner und der Verlust geeigneter Lebensräume bedrohen ihre Bestände. Die zweite Unterart, das Nördliche Breitmaulnashorn, steht unmittelbar vor dem Aussterben.

Die Erhaltungszucht in Zoos soll den Schutz ergänzen. Der Schutz wild lebender Nashörner und ihrer Lebensräume in Afrika bleibt dabei unverzichtbar.

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