Operation „Power Off“ legt Stresserdienste lahm, über 40 Server sichergestellt, Festnahmen in Polen
In einer international koordinierten Aktion sind Ermittler aus Wiesbaden in dieser Woche gegen DDoS-Plattformen vorgegangen, stellten über 40 Server sicher und erließen einen Haftbefehl gegen einen deutschen Tatverdächtigen.
Internationale Aktion gegen Cyberkriminalität
Wiesbaden. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität – und das Bundeskriminalamt haben gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus 21 Ländern erneut Maßnahmen gegen sogenannte Stresserdienste umgesetzt. Die Aktion wurde von Europol unterstützt und richtete sich gegen Plattformen, die kostenpflichtige Überlastungsangriffe auf Internetdienste ermöglichen.
Haftbefehl gegen deutschen Beschuldigten
Im Fokus der Ermittlungen steht ein deutscher Staatsbürger, dem vorgeworfen wird, zwei weltweit bedeutende Stresserdienste betrieben zu haben. Der Mann befindet sich derzeit im Gewahrsam der Behörden in Thailand. In Deutschland besteht gegen ihn ein Haftbefehl wegen des gewerbs- und bandenmäßigen Betreibens einer kriminellen Handelsplattform im Internet. Im Zuge der Maßnahmen wurden die betroffenen Dienste unschädlich gemacht.
Durchsuchungen und Festnahmen in mehreren Ländern
Weltweit kam es im Rahmen der Operation zu 16 Durchsuchungen, unter anderem in Polen und Brasilien. In Polen nahmen die Behörden zwei mutmaßliche Administratoren sowie einen weiteren Tatbeteiligten fest. Insgesamt wurden mehr als 150 Maßnahmen gegen inkriminierte IT-Infrastrukturen vollzogen und zahlreiche weitere Stresserdienste abgeschaltet.
Umfangreiche Daten und präventive Maßnahmen
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden konnten seit Beginn der Operation Hinweise auf mehr als drei Millionen Nutzerdaten mit kriminellen Bezügen gesichert werden. Zudem wollen deutsche Behörden mehr als 50.000 Nutzer der abgeschalteten Dienste kontaktieren und über die mögliche Strafbarkeit ihres Handelns informieren. Ergänzend wurden über 50 szenetypische Kommunikationsplattformen abgeschaltet und präventive Informationsmaßnahmen umgesetzt.
Klare Warnung der Ermittlungsbehörden
Carsten Meywirth, Direktor beim Bundeskriminalamt und Leiter der Abteilung Cybercrime, erklärte: „Mit unserem jüngsten Sprint im Zuge der langfristig angelegten Operation „Power Off“ sind wir erneut wirksam gegen mehrere Stresserdienste vorgegangen. Diese ermöglichten Überlastungsangriffe, die aus ganz unterschiedlichen Motiven gefahren werden: Haktivistische Gruppierungen versuchen unsere Gesellschaft unter Druck zu setzen, Online-Gamer versprechen sich Wettbewerbsvorteile. Das Stören fremder Systeme ist jedoch kein Spiel. Der Arm des Gesetzes greift deshalb auch in der virtuellen Welt durch und holt immer mehr Verantwortliche aus dem Schutz der vermeintlichen Anonymität. Dafür setzen wir auch in Zukunft auf eine enge Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern. Das Betreiben und Nutzen von Stresserdiensten ist strafbar und zieht spürbare Konsequenzen nach sich. Cybercrime lohnt sich nicht.“
Auch Dr. Benjamin Krause, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität, betonte die Bedeutung der Ermittlungen: „Mit den durchgeführten Maßnahmen konnten wir erneut einen Schlag gegen die Infrastruktur der Underground Economy landen, diesmal im Bereich der Stresserdienste. Hervorzuheben ist die Identifizierung des deutschen Beschuldigten. Dies zeigt erneut die Möglichkeiten einer effizienten Strafverfolgung im Bereich des Cybercrime. Gerade jüngere Beschuldigte, unter anderem in der Gaming-Szene, nutzen häufig Stresserdienste als vermeintlich harmlosen Spaß oder um sich Vorteile in Spielen zu verschaffen. Es muss hier klar betont werden, dass es sich hierbei um Straftaten handelt. Solche Taten stellen eines der häufigsten „Einstiegsdelikte“ und die entsprechenden Dienste das Einstiegstor in die Underground Economy für junge Cyberkriminelle dar.“
Weitere Informationen sind auf der BKA-Webseite unter folgendem Link abrufbar: www.Operation-Poweroff.com










