Hilfsorganisationen fordern nachhaltige Stärkung von Strukturen, Ausstattung und Zusammenarbeit
Johanniter: Ehrenamt gezielt stärken und vor Ort wirksam investieren
Berlin. Anlässlich der Vorstellung der Eckpunkte des „Pakts für den Bevölkerungsschutz“ betont die Johanniter-Unfall-Hilfe die zentrale Rolle des Ehrenamts für einen funktionierenden Bevölkerungsschutz. Nach Auffassung der Organisation können die angekündigten Milliardeninvestitionen ihre Wirkung nur dann entfalten, wenn sie unmittelbar die Einsatzfähigkeit der Helfenden vor Ort verbessern.
Johanniter: Ehrenamt gezielt stärken und vor Ort wirksam investieren
Oliver Meermann, Mitglied des Bundesvorstands der Johanniter-Unfall-Hilfe, erklärt: „Die angekündigten Milliardeninvestitionen können nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie die Einsatzfähigkeit vor Ort tatsächlich stärken. Von daher begrüßen wir, die Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Kräfte zu verbessern.“
Der von der Bundesregierung angekündigte Zukunftspakt Ehrenamt müsse zügig und verlässlich umgesetzt werden. Neben einer verbesserten Ausstattung der Einsatzkräfte sei insbesondere der Ausbau der Aus- und Fortbildung entscheidend. Die Johanniter erwarten zudem, dass die anerkannten Hilfsorganisationen bei der Ausgestaltung und Umsetzung eng eingebunden werden.
Positiv bewerten die Johanniter auch die geplante Schaffung eines neuen Rechtsrahmens sowie die engere Verzahnung von ziviler und militärischer Planung. Bevölkerungsschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur im verlässlichen Zusammenspiel von Bund, Ländern, Kommunen und Hilfsorganisationen wirksam gelingen könne – sowohl in Verteidigungs- und Kriegsszenarien als auch bei Pandemien oder Extremwetterereignissen.
DRK: Bevölkerungsschutz dauerhaft politisch priorisieren und Hilfsorganisationen einbinden
Auch das Deutsche Rote Kreuz begrüßt die in der Kabinettssitzung beschlossenen Maßnahmen zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes. DRK-Präsident Hermann Gröhe spricht von einem überfälligen Schritt und verweist auf den erheblichen Nachholbedarf in diesem Bereich.
„Deutschland braucht beim Bevölkerungsschutz einen nachhaltigen Kraftakt. Deshalb begrüßen wir es, dass die Bundesregierung das Thema nun verstärkt angeht und mit dem Pakt wichtige Maßnahmen ergreift“, so Gröhe. Zugleich betont das DRK seine Bereitschaft, mit seinen vielen Ehren- und Hauptamtlichen einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der Bevölkerung zu leisten. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die anerkannten Hilfsorganisationen künftig stärker in Planungen und Entscheidungsprozesse eingebunden würden.
DRK-Generalsekretär Christian Reuter bewertet die Schwerpunkte des Pakts – die Sicherstellung der Versorgung und Betreuung im Krisenfall sowie die Stärkung der Widerstandskraft der Bevölkerung – als richtig. Beide Bereiche erforderten jedoch eine gute Ausstattung der Hilfsorganisationen, da sie bei der praktischen Umsetzung eine zentrale Rolle spielten.
Das DRK ist unter anderem durch Wasserwacht, Bergwacht, Sanitäts- und Rettungsdienste auch im Krisenfall im Einsatz. Darüber hinaus trägt die Organisation mit Erste-Hilfe-Kursen mit Selbstschutzinhalten sowie der Ausbildung von Pflegeunterstützungskräften bereits wesentlich zur Stärkung der gesellschaftlichen Krisenbewältigung bei. Diese Programme könnten bei entsprechender Unterstützung weiter ausgebaut werden.
Gemeinsame Erwartung: Verlässliche Finanzierung und langfristige Perspektive
Sowohl DRK als auch Johanniter betonen, dass der Pakt für den Bevölkerungsschutz nur dann nachhaltig wirken kann, wenn das Thema dauerhaft auf der politischen Tagesordnung bleibt. Dazu gehören verstetigte und ausgebaute Mittel ebenso wie eine verlässliche Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen mit den anerkannten Hilfsorganisationen. Nur so könne ein Bevölkerungsschutz gewährleistet werden, der in allen Krisenlagen schnell, koordiniert und wirksam hilft.










