Hamburg–München künftig dreimal täglich je Richtung als Sprinter
Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 führt die Deutsche Bahn eine neue ICE-Sprinter-Linie zwischen Hamburg und München mit Halt in Hannover ein. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen zusätzliche internationale Verbindungen und stabile Preise an. Reisende müssen allerdings auch 2027 mit baubedingten Umleitungen und längeren Fahrzeiten rechnen – unter anderem wegen der Sanierung der Strecke Hannover–Berlin.
Tickets für den Fahrplan 2027 sind nach Angaben der Bahn seit dem 14. Oktober über bahn.de, den DB Navigator sowie in Reisezentren und Agenturen erhältlich. Weitere Änderungen bei Familien- und Monatskarten greifen bereits vor dem Fahrplanwechsel.
Sprinter zwischen Hamburg und München mit nur zwei Zwischenhalten
Die neue Sprinter-Linie soll Hamburg und München dreimal täglich je Richtung verbinden. Unterwegs halten die Züge ausschließlich in Hannover und Nürnberg. Für die gesamte Strecke nennt die Bahn eine Fahrzeit von fünf Stunden und 20 Minuten – 20 Minuten weniger als bisher.
Auch zwischen Berlin und Stuttgart wird das Sprinter-Angebot erweitert: Statt einer Fahrt sind künftig drei Fahrten täglich je Richtung vorgesehen. Die Reise dauert vier Stunden und 45 Minuten und damit nach Angaben der DB etwa eine Stunde weniger als mit dem regulären Taktangebot über Frankfurt. Insgesamt umfasst das Sprinter-Netz künftig rund 70 Fahrten pro Tag.
Zwischen Berlin und Hamburg kehrt nach den baulichen Einschränkungen der Halbstundentakt zurück. Der Intercity von Dresden über Berlin und Rostock fährt wieder alle zwei Stunden bis Warnemünde. Hinzu kommen tägliche ICE-Verbindungen von Warnemünde über Berlin und Leipzig nach Frankfurt, Stuttgart und München.
Weitere Änderungen betreffen unter anderem Jena, das wieder eine Direktverbindung nach Berlin erhält, und Ostwestfalen mit einer täglichen Verbindung nach München. Offenburg und Baden-Baden werden stündlich angefahren. Saarbrücken bekommt erstmals eine Direktverbindung nach Hamburg; Halle und Erfurt erhalten baubedingt alle zwei Stunden eine direkte Verbindung in die Schweiz.
Bauarbeiten verlängern Fahrten Richtung Berlin
Zu den 2027 vorgesehenen größeren Bauvorhaben gehören die Sanierungen der Strecken Hannover–Berlin, Hanau–Fulda und Rosenheim–Freilassing/Salzburg. Laut DB sind Umleitungen und geänderte Fahrzeiten für die größten Maßnahmen bereits in der Reiseauskunft berücksichtigt.
Während der Sanierungsarbeiten sollen zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin mindestens stündlich direkte ICE fahren. Die Fahrzeit verlängert sich dabei um rund 80 Minuten. Zwischen München und Salzburg sind täglich drei Eurocity-Zugpaare über Mühldorf vorgesehen.
Michael Peterson, DB-Vorstand Personenfernverkehr, beschreibt das Angebot so: „In Zeiten teurer Kraftstoffe bleibt die Bahn eine gute und günstige Alternative zu Auto und Flugzeug. Der Fahrplan 2027 ist ein starkes Angebot für alle. Wir bieten schnelle Sprinter zwischen den Metropolen, Fernverkehr in die Fläche und mehr Verbindungen nach Europa“.
Neue Direktzüge nach Mailand und Rom
Das internationale Angebot wächst nach Angaben der Bahn auf mehr als 320 Fahrten täglich. Das entspricht einem Zuwachs von rund 20 Prozent gegenüber dem Stand vor fünf Jahren. Mehr als 200 Städte in 14 Ländern sollen direkt von Deutschland aus erreichbar sein.
Ab Sommer 2027 ist erstmals der Einsatz des italienischen Hochgeschwindigkeitszugs Frecciarossa in Deutschland geplant. In Zusammenarbeit mit Trenitalia soll München jeweils mit einem täglichen Zugpaar direkt an Mailand und Rom angebunden werden. Ein Zugpaar umfasst eine Hin- und eine Rückfahrt.
Bereits ab März sind zwischen Hamburg und Kopenhagen sieben Fahrten täglich je Richtung angekündigt. Ab 7 Uhr sollen die Züge ungefähr im Zweistundentakt verkehren.
Zwischen Stuttgart und Paris wächst das Angebot auf zwölf Züge täglich, zwei mehr als bisher. Nach Abschluss der Korridorsanierung Nürnberg–Passau sind zwischen Frankfurt, Nürnberg und Wien täglich 14 Fernverkehrszüge vorgesehen. Das sind zwei mehr als vor Beginn der Bauarbeiten.
Auch die Buchung europäischer Verbindungen wird ausgebaut. Über bahn.de und den DB Navigator sind nach Unternehmensangaben Tickets von ÖBB, SBB, Trenitalia, SNCF, Eurostar, SJ und National Rail erhältlich. Der technische Schnittstellenstandard OSDM ermöglicht dabei die Einbindung weiterer Angebote. Dadurch seien bereits mehr als 10.000 zusätzliche europäische Reiseziele buchbar.
Familienticket bleibt, Monatskarten werden günstiger
Die DB kündigt für den Fahrplan 2027 stabile Preise an. Zusätzlich gibt es Änderungen für Familien, Pendlerinnen und Pendler sowie Gruppen.
Ab dem 26. Oktober ist das dauerhaft eingeführte DB Familienticket wieder buchbar; der erste mögliche Reisetag ist der 1. November. Nach Angaben der Bahn können damit bis zu fünf Personen für 99,99 Euro deutschlandweit im Fernverkehr in der zweiten Klasse hin- und zurückreisen. Sitzplatzreservierungen sind enthalten.
Seit dem 21. Oktober sind Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abonnement laut DB um 25 Prozent günstiger. Streckenzeitkarten sollen künftig ausschließlich ohne Abonnement angeboten werden.
Gruppen können den Sparpreis Gruppe nun auch online bis zu 14 Tage unverbindlich reservieren. Damit lässt sich eine Verbindung zunächst vormerken, während die gemeinsame Reise weiter abgestimmt wird.










