
14- und 15-Jährige sollen Teil einer Betrugsbande sein – Festnahme bei fingierter Geldübergabe in der Nordstadt
Hannover (pm/redk). Ermittlerinnen und Ermittler der Polizeidirektion Hannover haben zwei jugendliche Tatverdächtige festgenommen, die Seniorinnen und Senioren mit der Betrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“ um Geld und Wertsachen bringen wollten. Die Festnahme erfolgte bei einer fingierten Geldübergabe in der Nordstadt. Die Polizei warnt erneut vor der Masche und gibt Präventionshinweise.
Festnahme nach gezielten Ermittlungen
Am Dienstag, 20.01.2026, nahmen Einsatzkräfte der Polizeidirektion Hannover zwei mutmaßliche Bandenmitglieder im Alter von 14 und 15 Jahren fest. Die Jugendlichen stehen im Verdacht, als sogenannte Abholer für eine gewerbsmäßig handelnde Betrügerbande tätig gewesen zu sein, die gezielt ältere Menschen kontaktiert und um ihre Ersparnisse bringt.
Betrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“
Die Täter im Bereich des Callcenterbetrugs gehen nach einem festen Muster vor. Sogenannte Keiler rufen Seniorinnen und Senioren an, geben sich als Polizeibeamte aus und berichten von angeblich bevorstehenden Einbrüchen oder kriminellen Banden. Ziel ist es, die Angerufenen zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen an angebliche Sicherungsbeamte zu bewegen.
Erster Tatversuch in Hannover-Bothfeld
Bereits am Montag, 19.01.2026, geriet ein 82-jähriger Mann in Hannover-Bothfeld ins Visier der Betrüger. Nachdem es offenbar bereits am Vortag zu einer Tat gekommen war, planten die Täter am Montagnachmittag eine weitere Abholung. Gegen 15:00 Uhr erschien einer der jugendlichen Tatverdächtigen in der Wohnung des Seniors.
Der Jugendliche gab sich als Polizeibeamter aus, zeigte einen gefälschten Dienstausweis und suchte in der Wohnung gezielt nach Bargeld und Wertgegenständen. Gemeinsam mit dem Senior versuchte er über einen längeren Zeitraum, verschiedene Schlüssel an mehreren Tresoren auszuprobieren. Gegen 15:30 Uhr erschien ein weiterer mutmaßlicher Komplize. Da Nachbarn aufmerksam wurden und kein geeignetes Fluchtfahrzeug bereitstand, brachen die Täter ihr Vorhaben ab und flüchteten ohne Beute.
Zugriff bei fingierter Übergabe in der Nordstadt
Am folgenden Tag versuchte die Bande erneut, einen Senior zu betrügen. Ein 83-jähriger Mann aus der hannoverschen Nordstadt wurde angewiesen, eine größere Bargeldsumme von seiner Bank abzuheben und vor seinem Wohnhaus zu übergeben. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei Hannover die Ermittlungen bereits aufgenommen.
Die Beamtinnen und Beamten begleiteten die fingierte Geldübergabe unauffällig. Als die beiden Jugendlichen gegen 17:40 Uhr an der Anschrift erschienen, um das Geld entgegenzunehmen, griffen die Einsatzkräfte zu und nahmen sie fest. Die Mobiltelefone der Tatverdächtigen wurden sichergestellt. Nach Abschluss der Maßnahmen übergab die Polizei beide Jugendlichen in die Obhut ihrer Erziehungsberechtigten. Die Ermittlungen zu den Hintermännern dauern an.
Polizei warnt vor zunehmenden Fällen
Nach Angaben der Polizeidirektion Hannover häufen sich in den vergangenen Wochen erneut Betrugsfälle mit falschen Polizeibeamten. Neben zahlreichen Versuchen kam es auch vermehrt zu vollendeten Taten.
Präventionswochen der Polizei mit vielen Veranstaltungen
Mit umfangreichen Aktionswochen vom 14. bis 28. Januar 2026 reagiert die Polizeidirektion Hannover auf eine anhaltend hohe Zahl von Betrugsdelikten zum Nachteil älterer Menschen. Ziel ist es, durch persönliche Beratung, Aufklärung und konkrete Präventionsangebote das Sicherheitsgefühl zu stärken und finanzielle wie psychische Schäden zu verhindern.
Im Rahmen der Aktionswochen sowie darüber hinaus bietet die Polizei Hannover zahlreiche Veranstaltungen im Stadtgebiet und im Umland an. Dabei erhalten Bürgerinnen und Bürger vielfältige Hinweise zum richtigen Verhalten in ungewöhnlichen oder kritischen Situationen. Für Fragen stehen die Mitarbeitenden der Polizei jederzeit gern zur Verfügung. Auch unabhängig von den Veranstaltungen können sich Interessierte jederzeit an jede Polizeidienststelle wenden.
Präventionshinweise der Polizei Hannover
Um sich vor dieser Betrugsmasche zu schützen, rät die Polizei zu besonderer Vorsicht:
- Die Polizei ruft niemals unter der Notrufnummer 110 an und fordert niemals Bargeld oder Wertgegenstände.
- Wer am Telefon unter Druck gesetzt oder nach Vermögenswerten gefragt wird, sollte das Gespräch sofort beenden.
- Auflegen ist kein Zeichen von Unhöflichkeit, sondern ein wirksamer Schutz vor Betrug.
- Unbekannte sollten grundsätzlich nicht in die Wohnung gelassen werden.
- Dienstausweise angeblicher Amtspersonen sollten sorgfältig geprüft werden.
- Im Zweifel sollte die Behörde selbst über eine eigenständig recherchierte Telefonnummer kontaktiert werden, während der Besucher vor der Tür wartet.
- Bei Unsicherheiten sollte immer eine Vertrauensperson hinzugezogen werden.

Weitere Informationen bietet die Polizeiberatung der Länder und des Bundes unter www.polizei-beratung.de









