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Hunde im Auto bei Hitze: Lebensgefahr in wenigen Minuten

Hund im Auto
Symbolbild: Hund im Auto - Quelle: Pixabay

TiHo warnt vor tödlicher Überhitzung im Fahrzeug

Hannover. Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover warnt eindringlich davor, Hunde bei hohen Temperaturen im Auto zurückzulassen. Bereits nach kurzer Zeit kann sich der Innenraum eines Fahrzeugs zur lebensgefährlichen Hitzefalle entwickeln. Schon wenige Minuten können für Tiere kritisch werden.

Die Warnung richtet sich an Hundehalterinnen und Hundehalter angesichts der aktuell extremen Sommertemperaturen am 26. Juni 2026. Selbst scheinbar kurze Erledigungen wie ein Einkauf oder ein Gang zum Paketshop reichen aus, damit sich ein geparktes Auto gefährlich stark aufheizt.


Auto wird schnell zur Hitzefalle

Schon bei moderaten Außentemperaturen steigt die Temperatur im Fahrzeuginneren rasant an. Bei rund 20 Grad Celsius kann ein abgestelltes, nicht klimatisiertes Auto innerhalb einer Stunde auf etwa 46 Grad erhitzen. Bei 30 Grad Außentemperatur wird dieser Wert deutlich schneller erreicht.

Für Hunde bedeutet das akute Lebensgefahr, da sie ihre Körpertemperatur nur eingeschränkt regulieren können. Sie besitzen Schweißdrüsen lediglich an Pfoten und Nase und kühlen sich hauptsächlich durch Hecheln ab – ein Mechanismus, der in stehender, heißer Luft schnell an seine Grenzen stößt.

hitzefalle auto: lebensgefahr für hunde bereits nach minuten
hitzefalle auto: lebensgefahr für hunde bereits nach minuten. – quelle: tiho hannover

Hohes Risiko für Hitzschlag

Besonders kritisch wird es, wenn die Umgebungstemperatur bereits über etwa 28 Grad liegt. Dann kann die natürliche Kühlung über das Hecheln nicht mehr ausreichend wirken.

Tierärztin Professorin Dr. Sabine Kästner aus der Klinik für Kleintiere der TiHo beschreibt die Gefahr deutlich: Ein sogenannter Hitzschlag liegt bei einer Körpertemperatur von über 41 Grad Celsius vor. In diesem Stadium können unter anderem Krämpfe, Bewusstlosigkeit oder schwere Kreislaufprobleme auftreten. Ab etwa 43 Grad endet ein Hitzschlag häufig tödlich.

Die Sterblichkeitsrate bei schwer betroffenen Tieren liegt laut Angaben bei 50 bis 60 Prozent – selbst bei intensivmedizinischer Behandlung.


Besonders gefährdete Hunde

Ein erhöhtes Risiko haben insbesondere:

  • kurznasige Rassen wie Möpse oder Bulldoggen
  • ältere Tiere
  • Hunde mit dichtem Fell
  • übergewichtige Tiere
  • Hunde mit Vorerkrankungen

Auch nach scheinbarer Erholung können langfristige Schäden wie Nierenerkrankungen oder neurologische Beeinträchtigungen auftreten.


Pfoten können auf heißem Asphalt verbrennen

Nicht nur Fahrzeuge, auch Straßen und Gehwege bergen Gefahren. Dunkler Asphalt und Steinflächen heizen sich bei Sommerhitze stark auf und können Verbrennungen an Hundepfoten verursachen.

Ein einfacher Test hilft: Wenn der Handrücken sieben Sekunden lang nicht auf dem Boden gehalten werden kann, ist die Oberfläche auch für Hunde zu heiß.


Verhaltensempfehlungen für Hundebesitzer

Die TiHo empfiehlt, Aktivitäten mit Hunden bei Hitze deutlich zu reduzieren. Spaziergänge sollten möglichst in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden.

Wird ein überhitzter Hund entdeckt, sollte er sofort an einen kühlen, schattigen Ort gebracht und vorsichtig gekühlt werden. Danach ist eine tierärztliche Abklärung dringend notwendig – auch wenn sich der Zustand zunächst verbessert.


Einordnung

Hitzebedingte Notfälle bei Haustieren nehmen in den Sommermonaten regelmäßig zu. Besonders geschlossene Fahrzeuge gelten dabei als einer der häufigsten Auslöser schwerer Überhitzungen. Prävention gilt deshalb als entscheidend, da sich kritische Situationen oft innerhalb weniger Minuten entwickeln.

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