Start Welt „Identify Me“: Weiterer Durchbruch bei internationaler Fahndung

„Identify Me“: Weiterer Durchbruch bei internationaler Fahndung

BKA - Identify Me
BKA - "Identify Me" - © BKA

„Frau mit der Richmond-Zahnkrone“ nach 21 Jahren identifiziert – Festnahme im Mordfall bestätigt

Wiesbaden. Die internationale Fahndungskampagne „Identify Me“ verzeichnet einen weiteren bedeutenden Ermittlungserfolg: Französische Sicherheitsbehörden haben die sogenannte „Frau mit der Richmond-Zahnkrone“ zweifelsfrei als Hakima Boukerouis identifiziert. Zudem wurde im Zusammenhang mit ihrem Tod ein Tatverdächtiger festgenommen. Damit ist es erstmals im Rahmen der Kampagne nicht nur zu einer Identifizierung, sondern auch zu einer Festnahme gekommen.

Leichenfund im Jahr 2005 – jahrelang ungeklärt

Der Fall reicht mehr als zwei Jahrzehnte zurück. Am 7. Januar 2005 wurde im französischen Ort Saint-Quirin die verstümmelte Leiche einer Frau entdeckt. Der Körper war in schwarze Müllsäcke gehüllt, mit Seilen verschnürt und in einer Regentonne versteckt worden. Ermittlungen ergaben, dass die Frau mutmaßlich zwischen September und Oktober 2004 ums Leben gekommen war.

Trotz umfangreicher kriminalpolizeilicher Maßnahmen blieb die Identität des Opfers über viele Jahre ungeklärt. Der Fall wurde unter dem Hinweismerkmal einer auffälligen Richmond-Zahnkrone geführt – ein Detail, das letztlich auch zur späteren Zuordnung beitrug.

DNA-Abgleich bringt entscheidenden Durchbruch

Der nun erzielte Fortschritt gelang durch einen DNA-Abgleich mit Angehörigen der Verstorbenen. Auf dieser Grundlage konnte Hakima Boukerouis eindeutig identifiziert werden. Die Ermittlungen werden von der kriminalpolizeilichen Ermittlungsabteilung der französischen Gendarmerie mit Sitz in Metz geführt.

Im Zuge der Identifizierung bestätigten die französischen Behörden außerdem die Festnahme eines Verdächtigen, der mit dem Tod der Frau in Verbindung stehen soll. Aufgrund laufender Ermittlungen und anhängiger gerichtlicher Verfahren können derzeit keine weiteren Einzelheiten zu Tat, Tatmotiv oder Beschuldigtem veröffentlicht werden.

Fünfter Identifizierungserfolg – erster mit Festnahme

Die Identifizierung von Hakima Boukerouis stellt den fünften erfolgreichen Fall der internationalen Kampagne „Identify Me“ dar. Gleichzeitig handelt es sich um den ersten Fall, in dem die Ermittlungen auch zu einer Festnahme führten. Die zuständigen Behörden werten dies als wichtigen Beleg für die Wirksamkeit grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei sogenannten Cold Cases.

Hintergrund: Internationale Kampagne „Identify Me“

Die Kampagne „Identify Me“ wurde im Oktober 2024 fortgeführt und vereint die Polizeibehörden aus sechs europäischen Ländern: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien. Gemeinsam mit Interpol verfolgen sie das Ziel, die Identität von 47 bislang unbekannten verstorbenen Frauen zu klären.

In vielen Fällen handelt es sich um Opfer mutmaßlicher Gewaltverbrechen oder um Todesfälle unter ungeklärten beziehungsweise verdächtigen Umständen. Zahlreiche Fälle liegen bereits Jahrzehnte zurück und weisen internationale Bezüge auf. Durch öffentliche Fahndungsaufrufe, moderne forensische Methoden und internationale Kooperation erhoffen sich die Behörden entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung.

Mithilfe der Bevölkerung weiterhin entscheidend

Trotz der jüngsten Erfolge sind noch 42 Frauen nicht identifiziert. Die beteiligten Polizeibehörden appellieren daher weiterhin an die Öffentlichkeit, Hinweise zu geben – auch scheinbar kleine Informationen können für die Ermittlungen von großer Bedeutung sein.

Die neun deutschen Fälle der Kampagne sind auf der Kampagnenseite des Bundeskriminalamt abrufbar:
Identify Me – Bundeskriminalamt

Eine Übersicht aller internationalen Fälle stellt Interpol zur Verfügung unter:
Identify Me – Interpol

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