
Weltleitmesse für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz zieht 140.000 Gäste aus 144 Ländern an
Hannover. Die INTERSCHUTZ 2026 hat ihre Rolle als weltweit wichtigste Messe für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz weiter ausgebaut. Vom 1. bis 6. Juni kamen rund 140.000 Besucher aus 144 Ländern auf das Messegelände in Hannover. Besonders auffällig war der stark gestiegene Anteil internationaler Gäste.
Internationale Bedeutung weiter gewachsen
Nach Angaben der Deutschen Messe AG hat sich der Anteil ausländischer Besucher im Vergleich zur letzten Veranstaltung nahezu verdoppelt. Während 2015 rund 13 Prozent der Gäste aus dem Ausland kamen, lag der Wert 2026 bei 24 Prozent. „Die Bedeutung von Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz ist heute mehr denn je in den Köpfen der Menschen verankert – und zwar weltweit“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG, am Samstag auf dem Messegelände in Hannover.
Köckler betonte, dass die Steigerung des internationalen Publikums ein zentrales Ziel der Veranstalter gewesen sei. „Unsere Kunden haben im Vorfeld die klare Erwartung formuliert, den Anteil internationaler Besucher auf der INTERSCHUTZ zu steigern. Das ist uns gelungen.“ Die Entscheidung, den Bevölkerungsschutz stärker in den Mittelpunkt zu rücken, habe sich als richtig erwiesen.
Starke Zahlen bei Ausstellern und Fläche
Mit 1.772 Ausstellern aus 55 Ländern und rund 120.000 Quadratmetern belegter Ausstellungsfläche unterstrich die INTERSCHUTZ ihren Status als international wichtigster Branchentreff. Nach Einschätzung der Veranstalter trafen die Messethemen den aktuellen Bedarf der Branche. Die hohe Innovationsdichte, die starke Präsenz internationaler Entscheider und das große öffentliche Interesse hätten gezeigt, dass Fragen der Sicherheit längst über Fachkreise hinaus relevant seien.
„Die INTERSCHUTZ trifft mit ihren Themen den Nerv der Zeit. Sie ist so relevant wie nie zuvor“, sagte Köckler. Die Inhalte seien zentrale Bausteine für eine widerstandsfähige Gesellschaft und stünden zunehmend im Fokus von Politik und Wirtschaft.
Antworten auf wachsende Bedrohungslagen
Angesichts zunehmender Naturkatastrophen, Extremwetterereignisse und hybrider Bedrohungen habe die Messe konkrete Lösungsansätze gebündelt präsentiert. „Auf der INTERSCHUTZ 2026 waren diese Antworten gebündelt wie nirgendwo sonst zu erhalten“, so Köckler. Das Leitthema „Safeguarding tomorrow“ habe den Charakter der gesamten sechs Messetage geprägt.
Die Aussteller der internationalen Blaulicht-Community zeigten Produkte und Konzepte, die nicht nur technologische Innovationen abbildeten, sondern auch neue strategische Ansätze für Sicherheit und Einsatzfähigkeit vermittelten. Im Mittelpunkt standen laut Veranstalter gut ausgebildete Einsatzkräfte, leistungsfähige Organisationen und moderne Technik, die Abläufe beschleunigt und Menschen schützt.
Zivil-militärische Zusammenarbeit im Fokus
Deutlich sichtbarer als in früheren Jahren war die stärkere Verzahnung von zivilen und militärischen Akteuren. Große Aufmerksamkeit erhielt unter anderem der tägliche Vortrag von Oberst i.G. Armin Schaus, Abteilungsleiter im Operativen Führungskommando der Bundeswehr. Er stellte den „Operationsplan Deutschland“ vor und erläuterte die Bedeutung gesamtgesellschaftlicher Resilienz. Zu den gezeigten Neuheiten zählte auch die Premiere eines modularen Bunkers als Beispiel moderner Vorsorgekonzepte.
Digitalisierung und KI als Treiber
In mehreren Messehallen und auf den Freigeländen spielten Digitalisierung und Künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle. Vorgestellt wurden unter anderem Leitstellensysteme, die Notrufe in Sekunden analysieren, automatisch Lagebilder erstellen und Einsatzkräfte effizienter koordinieren können. Auch Robotiklösungen stießen auf großes Interesse. Weitere Schwerpunkte lagen auf Nachhaltigkeit sowie den Folgen des Klimawandels, etwa bei der Premiere des WildfireCamps zur Früherkennung und Bekämpfung von Vegetations- und Waldbränden.
Großes Besucherinteresse und emotionaler Moment
Ein stark frequentierter Anziehungspunkt war das mobile Feldkrankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern. Trotz aller technischen Entwicklungen habe die Messe vor allem eines gezeigt, so Köckler: „Im Zentrum stehen die Menschen, die Verantwortung übernehmen und anderen helfen.“
Begleitet wurde die INTERSCHUTZ 2026 von einem tragischen Ereignis. Im Rahmen der FireFit Championships Europe kam ein Berufsfeuerwehrmann ums Leben. „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden, Kameradinnen und Kameraden sowie allen Angehörigen und Weggefährten. Die gesamte INTERSCHUTZ-Gemeinschaft nimmt Anteil an diesem schweren Verlust“, sagte Köckler.
Ausblick
Die nächste INTERSCHUTZ findet vom 20. bis 25. Mai 2030 erneut auf dem Messegelände in Hannover statt.









