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Mehr Ordnung und Miteinander: Stadt setzt auf verstärkte Präsenz und appelliert an mehr Vernunft am Silbersee

Themenfoto: Grillen - © Carl-Marcus Müller / LGHNews

Sauberkeit, Rücksichtnahme und klare Regeln sollen den Silbersee langfristig als Erholungsort sichern

Langenhagen (redk). Der Silbersee ist eines der beliebtesten Naherholungsgebiete in Langenhagen. Gerade in den warmen Monaten zieht er zahlreiche Besucher an. Damit der See auch künftig ein Ort der Erholung, des Miteinanders und der Natur bleibt, verstärkt die Stadt ihre Präsenz rund um das Gelände. In 2026 sollen die Kontrollen ausgeweitet, Regelverstöße konsequenter verfolgt und zugleich der Appell an Vernunft und gegenseitige Rücksichtnahme stärker betont werden.

Gemeinsame Bestandsaufnahme vor Ort

Bei einem Rundgang kurz vor den Osterfeiertagen verschafften sich Bürgermeister Mirko Heuer, der Leiter der Abteilung Sicherheit, Ordnung und Umwelt der Stadt Langenhagen, Boris Ehrhardt, sowie Mitarbeitende des Ordnungsamtes und der Verwaltung ein Bild der aktuellen Situation am Silbersee Langenhagen. Im Gespräch wurde dabei deutlich, dass es vor allem an sonnigen Wochenenden immer wieder vermehrt zu Problemen wie Vermüllung, unsachgemäßem Grillen und der Missachtung bestehender Regeln kommt.

bürgermeister mirko heuer mit ordnungskräften bei der begehung am silbersee langenhagen
bürgermeister mirko heuer mit ordnungskräften bei der begehung am silbersee langenhagen – © carl-marcus müller / lghnews

Die Stadt hat darauf erneut reagiert. Bereits im vergangenen Jahr wurde mit großen Hinweisbannern an die Besucher appelliert, den eigenen Müll wieder mitzunehmen und die Plätze sauber zu hinterlassen. Ergänzend dazu wurde das Ordnungsamt in diesem Jahr personell verstärkt und wird vor allem in den Abendstunden sowie an Wochenenden ab 2026 häufiger vor Ort sein. Ziel ist es, frühzeitig anzusprechen, aufzuklären und Konflikte möglichst zu vermeiden.

Appell an Rücksichtnahme und gesunden Menschenverstand

Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht weiterhin der Gedanke der gegenseitigen Rücksichtnahme. Der Silbersee ist ein Ort, den viele Menschen gleichzeitig nutzen: Familien, Badegäste, Spaziergänger, Sporttreibende und Grillfreunde. Damit dieses Miteinander funktioniert, braucht es Vernunft, gegenseitige Achtung und Verantwortungsbewusstsein.

Die Stadtverwaltung setzt dabei bewusst auf den gesunden Menschenverstand der Besucher. Gleichzeitig macht sie jedoch deutlich, dass im Jahr 2026 verstärkt auf Ordnung und die Einhaltung der Regeln geachtet wird, wenn freiwillige Einsicht und Rücksichtnahme nicht ausreichen. Wo Appelle und Aufklärung im Guten nicht greifen, werden Verstöße konsequenter verfolgt und geahndet. Ziel ist es nicht, möglichst viele Sanktionen auszusprechen, sondern klare Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Silbersee für alle ein sicherer und sauberer Erholungsort bleibt.

Die Stadt appelliert daher nochmals eindringlich an alle Besucher, ihren Müll nicht liegen zu lassen, sondern mitzunehmen oder ordnungsgemäß zu entsorgen. Achtlos zurückgelassene Abfälle belasten die Umwelt, verschandeln das Landschaftsbild und verursachen erheblichen zusätzlichen Reinigungsaufwand. Nur wenn alle ihren Beitrag leisten, kann der Silbersee ein Ort bleiben, an dem Natur und Erholung unbeschwert genossen werden können.

Grillen nur in ausgewiesenen Bereichen erlaubt

Ein weiterer Schwerpunkt der Kontrollen liegt auf dem Grillen. Dieses ist ausschließlich am Ostufer in den deutlich gekennzeichneten Grillflächen erlaubt und nur mit geeigneten Grills. Außerhalb dieser Bereiche ist Grillen am Silbersee untersagt. In den meisten Fällen reicht eine freundliche Ansprache durch den Ordnungsdienst aus, so die einhellige Meinung der Mitarbeitenden des Ordnungsamtes. Bleibt die Einsicht aus oder kommt es zu wiederholten Verstößen, werden Personalien aufgenommen und ein Bußgeld, nebst Gebühren, von rund 90 Euro erhoben. Bei besonders uneinsichtigen Personen kann auch die Polizei hinzugezogen werden.

Ein generelles Grillverbot soll zumindest bislang vermieden werden. Die Stadt möchte nicht viele Besucher einschränken, weil sich einzelne nicht an die Regeln halten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die geltenden Vorgaben respektiert werden.

Sauberkeit durch Kontrolle und Infrastruktur

Zur Entsorgung von Abfällen stehen, neben diversen Mülltonnen rund um den See, am Ostufer zwei neue feuerfeste Grillaschetonnen aus Cortenstahl sowie ein großer Müllcontainer mit 13,5 Kubikmetern Fassungsvermögen zur Verfügung. Diese sind für Essensreste, Verpackungen und Grillabfälle gedacht, nicht jedoch für Haus- oder Sperrmüll. Zusätzlich wird das Gelände zweimal wöchentlich, montags und samstags, gereinigt.

Auch die Infrastruktur wurde ausgebaut. Seit Kurzem steht am Ostufer eine neue Eco-Toilettenanlage zur Verfügung und ergänzt das bisher einzige WC am Westufer. Die Anlage arbeitet autark und wird über eine Photovoltaikanlage versorgt, ein Teil des Abwassers wird direkt vor Ort für Reinigungszwecke aufbereitet. Der Betrieb ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Bewährt sich die Anlage, will die Stadt das Angebot verlängern.

Die Anschaffung und Aufstellung kosteten rund 75.000 Euro, hinzu kommen jährlich etwa 35.000 Euro für Betrieb und Wartung.

Regeln für Hunde klar definiert

Auf Strand- und Liegeflächen rings um den Silbersee gilt ganzjährig Hundeverbot. Für Hunde stehen eine eingezäunte Auslaufzone sowie ein eigener Hundestrand zur Verfügung, in dem sich die Tiere auch ohne Leine bewegen und ins Wasser dürfen. Außerhalb dieser Bereiche besteht Leinenpflicht, auf die der Ordnungsdienst regelmäßig hinweist.

Positives Beispiel: Strandaschenbecher werden gut angenommen

Am westlichen Badestrand stehen seit August 2025 insgesamt 21 kostenlose Strandaschenbecher zur Verfügung. Die kegelförmigen Behälter lassen sich stabil im Sand platzieren, ein Deckel schützt vor dem Verwehen der Asche. Sie bestehen aus Recyclingmaterial und werden von vielen Besuchern gut angenommen.

Aus Sicht der Verwaltung zeigen die Strandaschenbecher, dass einfache, gut sichtbare Angebote in Kombination mit klaren Appellen durchaus Wirkung entfalten können. Sie gelten als Beispiel dafür, wie gegenseitige Rücksichtnahme und praktische Lösungen gemeinsam zu mehr Sauberkeit beitragen können.

Die Stadt Langenhagen setzt insgesamt auf eine Kombination aus Präsenz, klaren Regeln, Vertrauen in die Vernunft der Menschen und konsequenter Ordnung, wo es erforderlich ist – mit dem Ziel, den Silbersee dauerhaft sauber, sicher und für alle Generationen attraktiv zu halten.

strandaschenbecher am silbersee langenhagen
strandaschenbecher am silbersee langenhagen – © carl-marcus müller / lghnews
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