Modellprojekt „Wohnraumhilfe” gegen steigende Wohnungsnot in Langenhagen

Stehen für das Modelprojekt „Präventive Wohnraumhilfe“: Eva Bender, 1. Stadträtin der Stadt Langenhagen (von links), Andrea Hanke, Dezernentin für Soziales, Teilhabe, Familie und Jugend der Region Hannover, Dennis Broksche, Fachbereichsleiter Soziales der Region Hannover, und Doris Lange, Abteilungsleiterin Soziales der Stadt Langenhagen.
Stehen für das Modelprojekt „Präventive Wohnraumhilfe“: Eva Bender, 1. Stadträtin der Stadt Langenhagen (von links), Andrea Hanke, Dezernentin für Soziales, Teilhabe, Familie und Jugend der Region Hannover, Dennis Broksche, Fachbereichsleiter Soziales der Region Hannover, und Doris Lange, Abteilungsleiterin Soziales der Stadt Langenhagen. - Quelle: Stadt Langenhagen /SaM

Region Hannover und Stadt Langenhagen setzen auf präventive Maßnahmen

Langenhagen (pm). Das neu gestartete Modellprojekt soll helfen, Menschen, die aufgrund ihrer Lebensumstände vom freien Wohnungsmarkt ausgeschlossen sind, den Wohnraum zu sichern und frühzeitig drohenden Wohnungsverlust abzuwenden. Durch individuelle Unterstützung und Vermittlung an weitere Anlaufstellen will die Fachstelle dazu beitragen, die akute Wohnungsnot zu lindern.

Wohnungsnotfälle nehmen nicht nur in der Stadt Langenhagen, sondern auch in der gesamten Region Hannover tendenziell zu, insbesondere bei Familien mit mehreren Kindern und Menschen in prekären Wohnverhältnissen.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, haben die Region Hannover und die Stadt Langenhagen die Einrichtung einer „Fachstelle für präventive Wohnraumhilfe“ als Modellprojekt ins Leben gerufen.

Frühzeitige Hilfe entscheidend gegen drohenden Wohnungsnotfall

Die Gründe für einen drohenden Wohnungsnotfall können vielfältig sein, von Arbeitslosigkeit über private Verschuldung bis hin zu persönlichen Notlagen oder erhöhten Lebenshaltungskosten. „Wichtig ist, möglichst frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so Dr. Andrea Hanke, Sozialdezernentin der Region Hannover. „Es besteht zwar bereits ein umfangreiches Angebot an Unterstützungsmöglichkeiten, doch diese sind den Menschen gar nicht bekannt oder sie sind mit der Beantragung überfordert“, erklärt Hanke.

Prävention von Obdachlosigkeit im Fokus

Hier setzt die Arbeit der Fachstelle ein: Sie unterstützt die Menschen in prekären Situationen bei der Wohnungssuche und bietet Hilfe, wenn eine Kündigung oder Räumung droht und hilft bei der Überwindung bürokratischer Hürden. Dabei setzt sie in der Beratung auch auf weitere Angebote wie Wohngeld oder die Schuldnerberatung und vermittelt zwischen Mietern und Vermietern, um den Wohnungsverlust abzuwenden. Die Beratung der Fachstelle ist vertraulich und kostenlos.

„Damit liegt ein Schwerpunkt der Fachstelle auf der Prävention von Obdachlosigkeit, mit dem Ziel, die Entstehung von Wohnungslosigkeit zu verhindern und den Verbleib in der bisherigen Wohnung zu sichern“, so Doris Lange, Leiterin der Abteilung Soziales. Rastam Kaya, zuständiger Mitarbeiter der Fachstelle konnte hier bereits erste Erfolge erzielen und in vier Fällen den drohenden Wohnungsverlust verhindern.

Vermittlung und Erschließung neuer Wohnräume

Eine zweite Säule der Arbeit hat zum Ziel, neuen Wohnraum zu erschließen. Ein erheblicher Bestand an bisher ungenutztem Wohnraum in Langenhagen wurde während der Unterbringung der ukrainischen Flüchtlinge identifiziert. Die Erste Stadträtin Eva Bender betont: „Diesen ungenutzten Wohnraum möchten wir gerne aktivieren.“ In dieser Funktion dient die Stelle für Wohnraumhilfe als Ansprechpartner für Vermieter und Vermieterinnen. Das Projekt zielt darauf ab, Vermietern bei der Suche nach potenziellen Mietern ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln und sie dazu zu ermutigen, ihren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Eva Bender erklärt: „Uns ist bewusst, dass Vermieterinnen und Vermieter Bedenken haben. Obwohl die Befürchtungen selten eintreffen, nehmen wir sie ernst und möchten Unterstützung anbieten.“  Um diese Ängste zu nehmen, plant die Abteilung für Soziales zwei Informationsveranstaltungen für Wohnungsgesellschaften und private Vermieterinnen und Vermieter für die Zeit nach Ostern.

Kontakt zur Fachstelle für präventive Wohnraumhilfe

Erreichbar ist die Wohnraumhilfe per E-Mail an rastam.kaya@langenhagen.de oder per Telefon 0511 7307-0, um einen Beratungstermin zu vereinbaren. Die Beratung ist vertraulich und kostenlos.

Bei Notfällen können Betroffene sich aber auch direkt im Rathaus oder im sozialen Rathaus in der Schützenstraße 2, während der normalen Öffnungszeiten melden.

Ausblick und Unterstützung

Das Modellprojekt in Langenhagen ist auf drei Jahre angelegt. Die Region Hannover fördert das Modellvorhaben mit jährlich 85.000 Euro im Jahr. „Besonders froh bin ich über die Entscheidung des Rates, dieses Beratungsangebot, auch nach Auslaufen der Förderung, weiterlaufen zu lassen“, betont Bender.

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