Start Hannover und Region Niedersachsen startet Projekt Aegis zum Schutz vor Cyberangriffen

Niedersachsen startet Projekt Aegis zum Schutz vor Cyberangriffen

Cyber Security
Symbolbild: Cyber Security - Quelle: Pixabay

Landesregierung investiert 30 Millionen Euro in automatisierte Sicherheitsinfrastruktur für Verwaltung, Kommunen und Hochschulen

Hannover (pm/redk). Die Landesregierung Niedersachsen reagiert auf die zunehmenden Cyberbedrohungen für staatliche, kommunale und akademische Einrichtungen mit dem Projekt Aegis, einem umfassenden Schutzschild gegen Cyberangriffe. Ziel ist es, die IT-Sicherheit in der Landesverwaltung zu stärken, Verwaltungsabläufe zuverlässig zu schützen und die Zusammenarbeit mit Kommunen und Hochschulen auszubauen.

Hintergrund: Cyberangriffe nehmen rasant zu

Die Sicherheitslage in Deutschland und Niedersachsen hat sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine spürbar verschärft. Hinzu kommen geopolitische Spannungen, etwa durch Chinas Machtansprüche oder die neue Sicherheitsagenda der USA. Gleichzeitig steigen die Anzahl und Professionalität von Cyberangriffen auf staatliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen kontinuierlich. Allein das Security Operations Center (SOC) des Landesbetriebs IT.Niedersachsen registrierte in den vergangenen 670 Tagen rund 1.880 ernstzunehmende Sicherheitsvorfälle – durchschnittlich etwa drei pro Tag bei steigender Tendenz.

Projekt Aegis: Schutzschirm für die digitale Verwaltung

Mit Projekt Aegis hat das Land Niedersachsen die Aufgaben in der Cybersicherheit neu strukturiert und in den Bereichen Detektion, Reaktion, Schwachstellenmanagement und Stärkung des Sicherheitsverbundes zusammengeführt. Insgesamt investiert das Land rund 30 Millionen Euro in moderne Technologien.

Kern des Schutzschildes ist ein neues System für Sicherheitsinformations- und Automatisierungsmanagement (XSIAM) der Firma Palo Alto Networks. Dieses cloudbasierte System ermöglicht einen automatisierten Informationsabgleich und eine schnelle Fallbearbeitung. „Eine Interaktion durch menschliche Analysten ist nur noch in einem Bruchteil der Fälle erforderlich“, heißt es von IT.Niedersachsen.

Erweiterung auf Kommunen und Hochschulen

Projekt Aegis wird perspektivisch auch Kommunen und Hochschulen in Niedersachsen einbeziehen. Durch die Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbereichen entsteht ein zentralisiertes Lagebild, das das niedersächsische Computernotfallteam N-CERT unterstützt. So können Gefahren schneller erkannt, analysiert und abgewehrt werden.

Ministerin Daniela Behrens betont: „Die digitale Welt bringt enorme Chancen mit sich, sie birgt aber gleichzeitig auch große Risiken. Cybersicherheit ist längst kein Randthema mehr. Sie ist vielmehr die Basis für Vertrauen – bei Bürgerinnen und Bürgern, bei Unternehmen, und natürlich auch bei unseren Beschäftigten. Auf die herausfordernde Lage reagieren wir mit dem Projekt Aegis. Wir nutzen modernste Technologien für eine gründliche Prävention, eine zuverlässige Erkennung und eine schnelle Reaktion auf Cyberangriffe. Auf dem Weg zu mehr Sicherheit im digitalen Raum machen wir mit dieser Lösung einen großen Schritt nach vorn – und ich freue mich, dass wir diesen Schritt über die Grenzen der Landesverwaltung hinaus auch mit den Hochschulen und sukzessive mit immer mehr Kommunen gemeinsam gehen.“

Strategischer Schritt gegen Fachkräftemangel

Ein zentraler Vorteil von Aegis ist die Automatisierung wesentlicher Sicherheitsprozesse. Damit werden die Ressourcen der IT-Experten gezielter eingesetzt, was angesichts des Fachkräftemangels in der Cybersicherheit entscheidend ist. Das Projekt stärkt die Resilienz der Landesverwaltung und schafft eine Grundlage für die langfristige Absicherung digitaler Infrastruktur in Niedersachsen.

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