
Über 1,13 Millionen erreichte Nutzer: Digitale Präventionsarbeit wird ausgebaut
Hannover. Die Polizeidirektion Hannover verstetigt ihre Präsenz auf der Streaming-Plattform Twitch und integriert den Kanal „PolizeiHannover“ dauerhaft in ihre Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit dem Start der Pilotphase im Dezember 2024 hat das Projekt mehr als 1,13 Millionen Menschen erreicht und gilt damit als eines der reichweitenstärksten digitalen Formate der Behörde.
Vom Pilotprojekt zur festen Struktur
Nach einer erfolgreichen Testphase wird der Twitch-Auftritt der Polizeidirektion nun offiziell in die strategische Kommunikation übernommen. Grundlage dafür ist ein entsprechender Erlass des Landespolizeipräsidiums, der am 01.06.2026 übergeben wurde.
Damit entwickelt sich das ursprünglich als Experiment gestartete Format zu einem festen Bestandteil der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es, insbesondere jüngere Zielgruppen über digitale Kanäle direkter zu erreichen als über klassische Medien.
Streaming als Werkzeug für Prävention
Der Twitch-Kanal dient nicht nur der Einordnung polizeilicher Arbeit, sondern wird gezielt für Präventionsarbeit genutzt. Im Fokus stehen dabei unter anderem Themen wie Cyberkriminalität und Cybergrooming – also die gezielte Kontaktaufnahme Erwachsener zu Minderjährigen im Internet.
Mindestens einmal pro Woche gehen sogenannte „Twitch Officer“ live. Dabei beantworten sie Fragen, sprechen über den Polizeialltag und diskutieren mit der Community. Teilweise werden auch Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen zugeschaltet.
Hohe Reichweite und aktive Community
Die bisherigen Zahlen zeigen eine deutliche Resonanz: Seit dem Start wurden über die Livestreams rund 1,13 Millionen Menschen erreicht. Mehr als 68.000 Nutzer folgen dem Kanal inzwischen dauerhaft.
Im Chat kamen bislang über 26.000 direkte Interaktionen zustande. Einzelne Streams erreichen bis zu 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer gleichzeitig – ein Wert, der in etwa der Auslastung eines großen Fußballstadions entspricht.
Polizei setzt auf Nähe im digitalen Raum
„Unsere Präsenz auf Twitch ist weit mehr als nur moderne Öffentlichkeitsarbeit – sie ist digitale Bürgernähe im besten Sinne“, betont Gwendolin von der Osten.
Die Polizeipräsidentin hebt hervor, dass der Kanal insbesondere Menschen in ihrem digitalen Alltag erreiche und den direkten Austausch ermögliche. Auch sensible Themen würden über den Chat niedrigschwellig angesprochen, wodurch in Einzelfällen sogar Hilfsangebote angestoßen worden seien.
Authentizität und Prävention im Fokus
Projektkoordinator Polizeioberkommissar Jan-Niklas Kansteiner beschreibt den Ansatz als bewusst dialogorientiert: Ziel sei es, Polizeiarbeit transparent und verständlich zu vermitteln.
Gleichzeitig soll der Kanal Vorurteile abbauen und Vertrauen schaffen. Die Polizeidirektion sieht darin einen wirksamen Zugang, um insbesondere junge Menschen für Risiken im Netz zu sensibilisieren.
Gaming als Zugang zur Zielgruppe
Die Polizei verweist darauf, dass ein großer Teil der Bevölkerung regelmäßig digitale Spiele nutzt – insbesondere Kinder und Jugendliche. Genau in diesen digitalen Räumen entstünden jedoch auch Risiken, etwa durch Manipulation oder gezielte Kontaktaufnahme durch Täter.
Durch die aktive Präsenz in Gaming- und Streaming-Umgebungen will die Polizei frühzeitig über Gefahren wie Online-Betrug, Cybergrooming oder Radikalisierung aufklären und gleichzeitig Vertrauen aufbauen.
Ausblick: Ausbau und Kooperationen
Die dauerhafte Verankerung des Twitch-Kanals soll auch künftig weiterentwickelt werden. Geplant ist eine engere Zusammenarbeit mit anderen Polizeibehörden, darunter auch das Landeskriminalamt Niedersachsen.
Zudem bleibt der Kanal ein Baustein der Nachwuchsgewinnung. Kooperationen mit der Polizeiakademie Niedersachsen erzielten in einzelnen Streams bereits Reichweiten von über 250.000 Zuschauerinnen und Zuschauern und sollen das Berufsbild moderner Polizei weiter vermitteln.









