Start Hannover und Region Präventionsoffensive gegen Trickbetrug: Polizei Hannover stärkt Schutz für ältere Menschen

Präventionsoffensive gegen Trickbetrug: Polizei Hannover stärkt Schutz für ältere Menschen

Warnung vor falschen Polizeibeamten
Warnung vor falschen Polizeibeamten - Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK)

Aktionswochen setzen auf Aufklärung, Beratung und Präsenz vor Ort

  • Langenhagen, CCL – 20.01.2026, ab 10:00 Uhr, InfoPoint der Prävention der Polizei Langenhagen
  • Engelbostel, DRK – 22.01.2026, 15:30 Uhr, Vortrag und Themennachmittag „Enkeltrick und Co.“

Hannover/Region (pm/redk). Mit umfangreichen Aktionswochen vom 14. bis 28. Januar 2026 reagiert die Polizeidirektion Hannover auf eine anhaltend hohe Zahl von Betrugsdelikten zum Nachteil älterer Menschen. Ziel ist es, durch persönliche Beratung, Aufklärung und konkrete Präventionsangebote das Sicherheitsgefühl zu stärken und finanzielle wie psychische Schäden zu verhindern.

Betrugsmaschen setzen gezielt auf Vertrauen

Trickbetrüger gehen mit unterschiedlichen Vorgehensweisen vor. Sie geben sich am Telefon als falsche Polizeibeamte aus, treten als angebliche Handwerker auf oder fordern über Messenger-Dienste wie WhatsApp zu angeblich dringenden Überweisungen auf. In vielen Fällen erscheinen sie sogar persönlich an der Haustür und nutzen gefälschte Dienstausweise, um Vertrauen zu erlangen. Besonders betroffen sind ältere und alleinlebende Menschen, deren Hilfsbereitschaft und Vertrauen gezielt ausgenutzt werden.

Schadenssummen weiterhin auf hohem Niveau

Die Schadensentwicklung unterstreicht die Notwendigkeit intensiver Präventionsarbeit. Lag der Gesamtschaden im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover 2021 noch bei rund 625.000 Euro, stieg er 2023 auf mehr als 2,28 Millionen Euro an. Auch 2024 blieb die Schadenssumme mit über 1,34 Millionen Euro hoch. Für 2025 rechnen die Ermittler erneut mit einem Schaden im unteren siebenstelligen Bereich.

Psychische Belastungen oft unterschätzt

Neben dem finanziellen Verlust sind die psychischen Folgen für die Betroffenen erheblich. Scham, Schuldgefühle und Verunsicherung führen häufig dazu, dass Taten nicht angezeigt werden. Die Polizei richtet ihre Präventionsarbeit daher gezielt an Menschen ab etwa 70 Jahren, spricht aber auch Angehörige an. Kinder und Enkel sollen als wichtige Multiplikatoren innerhalb der Familien wirken und über typische Betrugsmaschen aufklären.

Informations- und Beratungsangebote im Überblick

Im Rahmen der Aktionswochen sowie darüber hinaus bietet die Polizei Hannover zahlreiche Veranstaltungen im Stadtgebiet und im Umland an:

  • Uetze, Hindenburgplatz – 15.01.2026, 09:00 bis 12:30 Uhr, Informationsstand auf dem Wochenmarkt
  • Wunstorf, Lange Straße – 16.01.2026, ab 10:00 Uhr, Informationsstand der Prävention der Polizei Wunstorf vor dem Wochenmarkt
  • Hannover, Eisstadion Pferdeturm – 17.01.2026, 15:00 Uhr, Informationsstand der Prävention der Polizei Hannover zum Thema Trickbetrug
  • Langenhagen, CCL – 20.01.2026, ab 10:00 Uhr, InfoPoint der Prävention der Polizei Langenhagen
  • Hannover-Bemerode – 22.01.2026, 10:00 Uhr, Enkeltrickstreife im Revierbereich des Polizeikommissariats
  • Engelbostel, DRK – 22.01.2026, 15:30 Uhr, Vortrag und Themennachmittag „Enkeltrick und Co.“
  • Wunstorf, In den Ellern 5 – 23.01.2026, ab 10:00 Uhr, Informationsstand der Prävention der Polizei Wunstorf auf einem Supermarktparkplatz
  • Hannover, Osterstraße 31 – 28.01.2026, 15:00 Uhr, Veranstaltung „Empathie für die Opfer von Trickbetrug“ beim Kommunalen Seniorenservice
  • Burgdorf, Wilhelmstraße 3 – 28.01.2026, 15:00 Uhr, Vortrag „Enkeltrick und Co.“ im SoVD-Beratungszentrum
  • Hannover-List, Domicil Pflegeheim – 05.02.2026, ab 10:00 Uhr, Vortrag zum Thema Trickbetrug
  • Hannover-Mühlenberg, Stadtteilzentrum – 18.02.2026, 15:00 Uhr, Vortrag Trickbetrug (Anmeldung bis 16.02.2026 unter poststelle@pk-ricklingen.polizei.niedersachsen.de)
  • Hannover-Ricklingen, Stadtteilzentrum – 26.02.2026, 16:00 Uhr, Vortrag Trickbetrug (Anmeldung bis 16.02.2026 unter poststelle@pk-ricklingen.polizei.niedersachsen.de)

Klare Regeln schützen vor Betrug

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass sie niemals unter der Notrufnummer 110 anruft und niemals Bargeld oder Wertgegenstände fordert. Wer unter Druck gesetzt wird oder Fragen zu Vermögensverhältnissen erhält, sollte das Gespräch sofort beenden. Unbekannte sollten grundsätzlich nicht in die Wohnung gelassen werden. Bei Zweifeln empfiehlt die Polizei, eine Vertrauensperson hinzuzuziehen und selbst recherchierte Telefonnummern zu nutzen.

Weitere Informationen bietet die Polizeiberatung der Länder und des Bundes.

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