Anzeigen mit vermeintlichen Höchstpreisen locken vor allem ältere Menschen – Ermittlungen zeigen teilweise betrügerische Strukturen
Goslar. Immer wieder tauchen in Tageszeitungen Anzeigen auf, die kurzfristige Pelz- und Goldankäufe zu angeblichen Spitzenpreisen versprechen. Auch im Landkreis Goslar sind solche Angebote zuletzt erneut aufgefallen. Polizei und Gewerbeamt warnen eindringlich vor diesen Geschäftsmodellen, da sie häufig mit betrügerischen Absichten verbunden sind.
Anzeigen mit falschen Versprechen
Nach Erkenntnissen der Polizei werben unseriöse Anbieter regelmäßig mit großformatigen Anzeigen, in denen hohe Ankaufspreise und zeitlich stark begrenzte Angebote genannt werden. Zielgruppe sind häufig ältere Menschen, die auf ein lukratives Geschäft hoffen. Tatsächlich dienen Pelze in vielen Fällen lediglich als Vorwand, um Zugang zu weiteren Wertgegenständen wie Gold oder Schmuck zu erhalten.
Ermittlungen bestätigen Anfangsverdacht
Auch in Goslar führten entsprechende Hinweise zu gemeinsamen Kontrollen von Polizei und Gewerbeamt. Dabei ergab sich ein strafrechtlicher Anfangsverdacht: Die in Anzeigen angegebenen Kontaktdaten waren teilweise auf nicht existierende Personen registriert. In einem Fall wurde ein 19-jähriger Mann aus Solingen ermittelt, gegen den ein Strafverfahren wegen Fälschung beweiserheblicher Daten eingeleitet wurde. Zudem lag keine erforderliche Gewerbeanmeldung vor, sodass die Ausübung des Gewerbes untersagt wurde.
Hausbesuche und ungeeichte Waagen
Weitere Ermittlungen zeigen, dass solche Anbieter oft versuchen, über Telefonkontakte Namen und Adressen von Interessierten zu erhalten. Ziel sind anschließend Hausbesuche, bei denen nach weiteren Wertgegenständen gefragt wird. Teilweise werden diese Besuche bereits in den Anzeigen angekündigt. In mehreren Fällen stellten die Behörden zudem fest, dass verwendete Goldwaagen nicht geeicht waren.
Polizei gibt klare Verhaltenstipps
Um sich vor Betrug zu schützen, rät die Polizei grundsätzlich zur Vorsicht bei derartigen Angeboten. Besonders misstrauisch sollten Verbraucherinnen und Verbraucher sein, wenn Ankäufe nur für wenige Tage angekündigt werden oder keine überprüfbaren Kontaktdaten angegeben sind. Schmuck, Gold oder Pelzwaren sollten ausschließlich bei autorisierten Fachgeschäften verkauft werden.
Zudem empfiehlt die Polizei, Verkaufsgespräche niemals allein zu führen, keine fremden Personen in die eigene Wohnung zu lassen und keinerlei Auskünfte über vorhandene Wertsachen oder Bargeld zu geben. Wer ein ungutes Gefühl hat, sollte Kennzeichen notieren und den Kontakt abbrechen.
Die Polizei warnt ausdrücklich davor, auf solche Angebote einzugehen und gibt folgende Tipps:
- Seien Sie misstrauisch, wenn der Warenankauf stets nur für wenige Tage angeboten wird.
- Das angebliche Interesse an Pelzen ist meist nur ein Türöffner.
- Da, wo Pelze sind, werden auch Gold oder andere Wertgegenstände vermutet.
- Meistens finden sich in solchen Anzeigen oder Beilagen nur Telefonnummern oder eine Adresse. Verifizierbare Kontaktdaten sucht man vergeblich.
- Wenden Sie sich für den Verkauf von Schmuck oder Pelzwaren immer an autorisierte Fachgeschäfte.
- Handeln Sie niemals alleine, beteiligen Sie immer einen Angehörigen oder eine Vertrauensperson an etwaigen Gesprächen.
- Geben Sie niemals Auskünfte über Wertsachen oder Bargeld in Ihrem Besitz.
- Vermeiden Sie Verkaufsgespräche in ihrer Wohnung, lassen Sie keine fremden Personen in ihre Wohnung
- Notieren Sie sich das Autokennzeichen des Käufers, wenn Sie bei den Verkaufsverhandlungen ein ungutes Gefühl haben.
Bedeutung für Bürgerinnen und Bürger
Solche Betrugsmaschen sind kein Einzelfall und treten immer wieder regional wie überregional auf. Die aktuellen Ermittlungen im Raum Goslar zeigen, dass Wachsamkeit weiterhin notwendig ist – insbesondere zum Schutz älterer Menschen.










