Innenministerium und ADAC geben zum Ferienstart klare Sicherheitstipps
Hannover. Mit Beginn der Sommerferien in Niedersachsen und Bremen am Donnerstag, 02.07.2026, rechnet die Polizei mit deutlich mehr Verkehr auf den Straßen. Um Unfälle, Staus und gefährliche Situationen möglichst zu vermeiden, haben das Niedersächsische Innenministerium und der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt gemeinsam mit weiteren Partnern zum Ferienstart auf mehr Aufmerksamkeit, gute Vorbereitung und rücksichtsvolles Verhalten hingewiesen.

Gerade weil das Auto weiterhin das meistgenutzte Verkehrsmittel in der Ferienzeit ist, steigt das Risiko für Stress, Übermüdung und Ablenkung. Die gemeinsame Ferienanfangsaktion fand am Dienstag, 30.06.2026, statt und richtete sich an alle Reisenden, die in den kommenden Wochen unterwegs sind.
Mehr Verkehr zum Ferienbeginn erwartet
Zum Start der Sommerferien machen sich viele Menschen aus Niedersachsen auf den Weg in den Urlaub. Gleichzeitig ist das Bundesland Ziel zahlreicher Reisender aus anderen Regionen. Entsprechend rechnen Behörden und Verkehrsorganisationen mit volleren Straßen, längeren Fahrzeiten und einem erhöhten Staurisiko.
Vor diesem Hintergrund hatten das Niedersächsisches Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung und der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. zur gemeinsamen Ferienanfangsaktion eingeladen.
Beteiligt waren außerdem die Landesverkehrswacht Niedersachsen, die Johanniter-Unfall-Hilfe, das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, die Polizei Niedersachsen sowie der Landesfeuerwehrverband Niedersachsen.
Vorbereitung und Pausen als Sicherheitsfaktor
Zentrale Botschaft der Aktion: Wer gut vorbereitet und ausgeruht startet, reist sicherer. Empfohlen werden eine realistische Routenplanung, regelmäßige Pausen, ausreichend Getränke und Verpflegung sowie Informationen über alternative Strecken.
Besonders deutlich warnten die Beteiligten vor Ablenkung am Steuer. Schon kurze Unaufmerksamkeiten – etwa durch das Smartphone, das Bedienen des Navigationsgeräts oder Streit im Fahrzeug – können fatale Folgen haben.
Gefahren durch Ablenkung anschaulich simuliert
Um diese Risiken greifbar zu machen, simulierten die Johanniter-Unfall-Hilfe und der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt im ADAC Fahrsicherheitszentrum Hannover/Laatzen typische Verkehrssituationen. Gezeigt wurde, wie schnell mangelnde Aufmerksamkeit zu schweren Unfällen führen kann.
Ergänzend präsentierte die Landesverkehrswacht Niedersachsen einen Ablenkungssimulator. Dabei erleben Teilnehmende, wie bereits wenige Sekunden Unaufmerksamkeit zu einem simulierten Aufprall mit realistischen physikalischen Kräften führen.
Klare Appelle aus Politik und Verbänden
Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, betont: „Die Vorfreude auf die verdienten Sommerferien kann auf vollen Straßen und bei sommerlicher Hitze schnell verdampfen. Leider gehören Staus, Pannen und Unfälle gerade in der Ferienzeit häufig zum Reisen dazu. Umso wichtiger ist es, genügend Zeit einzuplanen und regelmäßig Pausen einzulegen. Während Reisende meist etwas zeitlichen Spielraum haben, zählt für unsere Rettungskräfte im Ernstfall jede Sekunde. Mit dem richtigen Verhalten können Sie einen entscheidenden Beitrag leisten: Bilden Sie rechtzeitig eine Rettungsgasse, nutzen Sie an Engstellen das Reißverschlussverfahren und begegnen Sie anderen Verkehrsteilnehmenden mit Rücksicht und Geduld. Ebenso entscheidend für die Sicherheit ist Ihre Aufmerksamkeit am Steuer. Ablenkung – etwa durch das Handy, das Navigationsgerät oder intensive Gespräche – kann schnell gefährlich werden. Verzichten Sie während der Fahrt konsequent auf das Smartphone und konzentrieren Sie sich auf das Verkehrsgeschehen. So tragen Sie dazu bei, dass Sie selbst und andere sicher ans Ziel kommen.“
Michael Weber, Sprecher des geschäftsführenden Vorstands des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, verweist auf die technische Vorbereitung: „Sommerzeit ist Reisezeit: Mit dem Ferienbeginn in Niedersachsen startet die Hauptreisezeit auf unseren Straßen. Vor der Abfahrt sollten alle Reisenden prüfen, ob Sicherheitswesten für alle Insassen vorhanden sind, den Verbandskasten kontrollieren und den Aufbau des Warndreiecks üben. Ausreichend Getränke und Snacks, Informationen zu Verkehrslage und Ausweichrouten sowie eine gut gesicherte Ladung sorgen für eine entspanntere Fahrt. Wer außerdem das Wetter im Blick behält und seine Fahrweise an die Bedingungen anpasst, kommt sicherer ans Ziel.“
Ablenkung bleibt eine der größten Gefahren
Auch die Landesverkehrswacht Niedersachsen warnt eindringlich vor der Nutzung des Smartphones während der Fahrt. Präsident Heiner Bartling erklärt: „Zwischendurch aufs Handy schauen oder schnell mal eine Nachricht schreiben: Die meisten Menschen wissen zwar, dass Handys am Steuer, auf dem Fahrrad oder dem E-Scooter tabu sind, aber nutzen es trotzdem. Dabei ist die aufmerksame Teilnahme am Verkehr eine elementare Voraussetzung für eine sichere und unfallfreie Fahrt. Zur Veranschaulichung: Eine Ablenkung von 5 Sekunden bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h führt zu einem Blindflug im Straßenverkehr von ca. 140 Metern. Das entspricht ungefähr der Länge eines größeren Fußballfeldes, durch welches ‘blind‘ hindurchgefahren wird. Es kann nur gelten: Handy weg beim Fahren – damit alle sicher unterwegs sein können.“
Rettungsgasse, Abstand und Rücksicht entscheidend
Auch die Autobahn GmbH und die Johanniter-Unfall-Hilfe unterstreichen die Bedeutung von Sicherheitsabstand, vorausschauender Fahrweise und Rücksicht gegenüber Einsatzfahrzeugen – insbesondere bei Stau und hohem Verkehrsaufkommen.
Die Autobahn GmbH weist dabei besonders auf ausreichend Bremsweg vor Stauenden hin. „Gerade auf dem Weg in den Urlaub sind Geduld, Aufmerksamkeit und ein ausreichender Sicherheitsabstand entscheidend“, betont Cord Lüesse, Direktor der Niederlassung Nordwest. „Wer vorausschauend fährt, trägt maßgeblich dazu bei, sicher und möglichst stressfrei am Urlaubsziel anzukommen.“
„Eine umsichtige und verantwortungsvolle Fahrweise sollte grundsätzlich die Regel sein“, sagt Uwe Beyes, Mitglied im Landesvorstand Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. „Das erhöhte Verkehrsaufkommen in der Reisezeit erfordert hier aber noch einmal besondere Aufmerksamkeit. Unsere Rettungskräfte erleben entsprechend oft die erheblichen Folgen bei Unfällen, die durch Unaufmerksamkeit, Hektik oder mangelnde Rücksicht verursacht werden. Das betrifft in erster Linie andere Verkehrsteilnehmende, aber auch unsere Einsatzfahrzeuge werden durchaus bei Fahrten mit Blaulicht und Sirene übersehen oder überhört und in ihrem Einsatz behindert oder sogar gefährdet.“










