Start Hannover und Region Tankstellenüberfall in Hannover scheitert an couragiertem Betreiber

Tankstellenüberfall in Hannover scheitert an couragiertem Betreiber

Handschellen
Symbolbild Handschellen - Quelle: Pixabay

Täter flüchten ohne Beute – Polizei nimmt 18- und 16-Jährigen kurz darauf fest

Hannover (pm/redk). Ein versuchter Tankstellenüberfall in der Vahrenwalder Straße in Hannover ist am frühen Dienstagmorgen gescheitert. Zwei bewaffnete Täter wurden von dem Betreiber der Tankstelle in die Flucht geschlagen und wenig später von der Polizei festgenommen. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt.

Überfall am frühen Morgen

Am Dienstag, 03.02.2026, betraten nach bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei Hannover gegen 07:10 Uhr zwei mit Messern bewaffnete Täter die Verkaufsräume einer Tankstelle in der Vahrenwalder Straße. Ziel war ein Raubüberfall. Die Situation nahm jedoch eine unerwartete Wendung, als der 54 Jahre alte Betreiber geistesgegenwärtig reagierte und eine Holzlatte unter dem Tresen hervorholte.

Angesichts der Gegenwehr ergriffen die Täter ohne Beute die Flucht. Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden.

Schnelle Fahndung führt zu Festnahmen

Unmittelbar nach dem gescheiterten Tankstellenüberfall leitete die Polizei eine Fahndung ein. Einsatzkräfte entdeckten zunächst einen 18-jährigen Tatverdächtigen im Nahbereich des Tatortes. Trotz eines Fluchtversuchs nahmen die Beamten den Mann fest. Kurz darauf wurde auch der mutmaßliche 16-jährige Komplize vorläufig festgenommen.

Durchsuchungen und weitere Ermittlungen

Auf Grundlage der Festnahmen vollstreckte die Polizei umgehend Durchsuchungsbeschlüsse an den Wohnanschriften der beiden Beschuldigten. Dabei stellten die Beamten weiteres Beweismaterial sicher.

In enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Hannover wurde der 16-Jährige nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Gegen den 18-Jährigen beantragte die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft. Ein Haftrichter ordnete diese am 04.02.2026 an. Der Mann wurde anschließend in eine Jugendanstalt eingeliefert.

Mögliche Verbindung zu weiteren Tankstellenüberfällen

Die Ermittler prüfen derzeit, ob die beiden Tatverdächtigen für weitere Raubüberfälle verantwortlich sind. Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass das Duo möglicherweise mehrere Tankstellenüberfälle in der jüngeren Vergangenheit begangen haben könnte. Die Ermittlungen dauern an.

Polizei warnt trotz couragierten Handelns

Trotz des erfolgreichen Eingreifens des Tankstellenbetreibers weist die Polizei ausdrücklich auf die Gefahren solcher Situationen hin. Das Verhalten des 54-Jährigen zeugt von erheblicher Zivilcourage, ist jedoch mit extremen Risiken verbunden.

Grundsätzlich rät die Polizei dazu, niemals das eigene Leben oder die Gesundheit zum Schutz von Sachwerten zu gefährden. Widerstand gegen bewaffnete Täter kann zu unvorhersehbaren Eskalationen führen. Empfohlen wird, den Forderungen zunächst nachzukommen, Tätermerkmale zu beobachten und schnellstmöglich den Notruf 110 zu wählen.

Zivilcourage bedeutet, hinzusehen und Hilfe zu organisieren, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu bringen. Weitere Informationen und Verhaltenstipps stellt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes zur Verfügung.

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