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Über vier Millionen Geflüchtete und Vertriebene leben in Deutschland

Symbolbild: Schutz / Migration / Integration
Symbolbild: Symbolbild: Schutz / Migration / Integration. - Quelle: LGHNews / KI-generiert

Neue Destatis-Zahlen zum Weltflüchtlingstag, am 20. Juni 2026, zeigen Umfang, Herkunft und Altersstruktur

Wiesbaden. In Deutschland lebten im Jahr 2025 mehr als vier Millionen Menschen, die aus Gründen von Flucht, Vertreibung oder internationalem Schutz eingewandert sind. Das geht aus aktuellen Erstergebnissen des Mikrozensus hervor, die das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni 2026 veröffentlicht hat. Die Zahlen verdeutlichen sowohl die historischen als auch die aktuellen Fluchtbewegungen nach Deutschland.

Fluchtmigration seit 1950 prägt Bevölkerungsstruktur

Von den über vier Millionen Menschen sind rund 3,3 Millionen seit 1950 aus Gründen von Flucht, Asyl oder Vertreibung nach Deutschland zugewandert und leben heute noch hier. Hinzu kommen etwa 713.000 noch lebende Vertriebene des Zweiten Weltkriegs, die bereits vor 1950 nach Deutschland kamen. Damit umfasst die Statistik sowohl aktuelle Schutzsuchende als auch eine historisch gewachsene Bevölkerungsgruppe.

Besonders stark war die Zuwanderung in den vergangenen Jahren: Rund 1,2 Millionen der heute hier lebenden Geflüchteten kamen zwischen 2014 und 2021 nach Deutschland. Weitere 1,1 Millionen Menschen flohen zwischen 2022 und 2025, vor allem infolge aktueller internationaler Krisen. Zusätzlich leben rund 476.000 Personen in Deutschland, die zwischen 1990 und 2000 geflohen sind, unter anderem aufgrund der Kriege im ehemaligen Jugoslawien.

Herkunftsländer: Ukraine und Syrien an der Spitze

Die größte Gruppe unter den seit 1950 eingewanderten Geflüchteten stammt aus der Ukraine. Rund 832.000 Menschen und damit etwa ein Viertel dieser Bevölkerungsgruppe wurden dort geboren. An zweiter Stelle folgt Syrien mit etwa 732.000 Personen. Zusammengenommen machen diese beiden Herkunftsländer knapp die Hälfte aller seit 1950 eingewanderten Geflüchteten aus.

Weitere wichtige Herkunftsstaaten sind Afghanistan mit 316.000 Menschen, der Irak mit 186.000, die Türkei mit 146.000, Polen mit 120.000 sowie der Iran mit 117.000 Personen. Die Altersstruktur dieser Gruppe ist vergleichsweise jung: Im Jahr 2025 lag das Durchschnittsalter bei 39 Jahren, 45 Prozent waren Frauen, 55 Prozent Männer.

Regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands

Der Anteil der seit 1950 aus Flucht- und Vertreibungsgründen Eingewanderten variiert deutlich zwischen den Bundesländern. Gemessen an der jeweiligen Bevölkerungszahl liegt Bremen mit 7,3 Prozent an der Spitze, gefolgt von Hamburg mit 6,3 Prozent. Auch das Saarland (5,7 Prozent) und Hessen (4,8 Prozent) weisen überdurchschnittlich hohe Anteile auf.

Vertriebene des Zweiten Weltkriegs: Hochbetagte Bevölkerungsgruppe

Eine besondere Gruppe innerhalb der Statistik bilden die Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs. Dabei handelt es sich um deutsche Staatsangehörige, die in ehemaligen deutschen Gebieten geboren wurden und infolge von Flucht, Vertreibung oder Ausweisung vor 1950 nach Deutschland kamen. Von ihnen lebten 2025 noch rund 713.000 Menschen in Deutschland.

Diese Gruppe ist heute hochbetagt: Das Durchschnittsalter lag bei 85 Jahren, 61 Prozent waren Frauen und 39 Prozent Männer. Den höchsten Bevölkerungsanteil stellen die Vertriebenen in Mecklenburg-Vorpommern mit 2,3 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt (1,5 Prozent) sowie Brandenburg und Thüringen mit jeweils 1,4 Prozent.

Einordnung: Langfristige Aufgabe für Gesellschaft und Politik

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Flucht und Vertreibung Deutschland seit Jahrzehnten prägen – historisch wie aktuell. Während die Zahl der Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs naturgemäß abnimmt, wächst die Gruppe der jüngeren Geflüchteten, insbesondere seit 2014 und erneut seit 2022. Damit bleiben Integration, Bildung und soziale Teilhabe zentrale gesellschaftliche Aufgaben.

Hinweis: Die Angaben basieren auf Erstergebnissen des Mikrozensus 2025. Erfasst wird ausschließlich die Bevölkerung in privaten Haushalten. Die Daten beruhen auf Selbstauskünften und werden auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.

Weitere Informationen:

Weitere Ergebnisse zur Situation der Bevölkerung nach Einwanderungsgeschichte in Deutschland bietet der Statistische Bericht „Bevölkerung nach Einwanderungsgeschichte“ sowie die Themenseite „Migration und Integration“ im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.

Darüber hinaus bietet das „Dashboard Integration“, das Teil des „Dashboard Deutschland“ (www.dashboard-deutschland.de) ist, ein umfassendes, interaktives Datenangebot zur Situation eingewanderter Menschen und ihrer Nachkommen. Das Dashboard präsentiert über 60 Indikatoren aus allen gesellschaftlichen Bereichen, unter anderem zum Arbeitsmarkt, zu schulischer und beruflicher Bildung sowie zu Sicherheit und Partizipation.

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