VolkswagenStiftung und Land Niedersachsen fördern Niedersachsens Wissenschaft mit 157 Mio. Euro

Symbolbild - Quelle: Pixabay

Hannover (pm). Wissenschaftliche Einrichtungen in Niedersachsen erhalten in diesem Jahr 157,1 Mio. Euro aus dem „Niedersächsischen Vorab” der VolkswagenStiftung. Das hat das Kuratorium der Stiftung auf Vorschlag des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur entschieden. Vor allem sollen die Aktivitäten in den wichtigen Bereichen Energieforschung und Klimawandel weiter ausgebaut und gestärkt werden.

Die Mittel fließen unter anderem in die Forschung zur Kreislaufproduktion von Batterien, in ein neues Institut mit dem Schwerpunkt auf Systemtechnik zukünftiger Mobilität sowie in die Erforschung von Abwehrschwächen gegenüber Infektionserregern. Mit etwas mehr als der Hälfte der nun bewilligten Mittel – rund 80,5 Mio. Euro – werden neue Vorhaben angestoßen. Die andere Hälfte – rund 76,6 Mio. Euro – werden in bereits laufende Projekte investiert.

Im Bereich „Forschungsverbünde und -schwerpunkte” werden laufende Vorhaben mit 7,2 Mio. Euro unterstützt und neue Projekte mit 25,4 Mio. Euro – darunter das Exzellenzcluster RESIST an der Medizinischen Hochschule Hannover sowie die Windenergieforschung an der Leibniz Universität Hannover und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Detailbeschreibung s.u.).

Im Bereich „Neue Forschungsgebiete” stehen 23,7 Mio. Euro für neue Vorhaben bereit. Davon gehen z.B. 7,5 Mio. Euro an das Batterieforschungscluster in Braunschweig sowie 10 Mio. Euro nach Oldenburg, um das neu gegründete DLR-Institut „Systems Engineering für zukünftige Mobilität” zu etablieren (Details s. u.). Bereits laufende Vorhaben in diesem Bereich erhalten weitere 32,9 Mio. Euro.

Für „Programme und Ausschreibungen” hat das Kuratorium 14,2 Mio. Euro an neuen Mitteln bewilligt, weitere 33 Mio. Euro werden in bereits laufende Ausschreibungen investiert.

In die Strukturlinie „Holen & Halten”, einem Programm für die langfristige Bindung herausragender Forscherinnen und Forscher an den Standort Niedersachsen, fließen ca. 17,2 Mio. Euro in neue und 3,5 Mio. Euro in bereits laufende Verfahren.

Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur sowie Kuratoriumsvorsitzender: „Ich freue mich, dass wir jetzt mit mehr als 157 Mio. Euro so viel wie noch nie für neue und laufende Maßnahmen in die niedersächsische Wissenschaftslandschaft investieren und wichtige Impulse setzen können. Das bedeutet für unsere Wissenschaftseinrichtungen eine nachhaltige Stärkung und ist in der aktuellen Situation ein wichtiges Signal.”

Dr. Georg Schütte, Generalsekretär der VolkswagenStiftung: „Ob die nachhaltige Batterieproduktion, autonome Mobilität oder das Verständnis von Infektionskrankheiten ‒ die Projekte spiegeln zentrale Herausforderungen der Gegenwart wider. Die bewilligten Mittel unterstützen die Forschungseinrichtungen in Niedersachsen dabei, Antworten auf große Zukunftsfragen zu erarbeiten.”

Beispielhaft werden im Folgenden vier Bewilligungen vorgestellt:

• Stärkung des Exzellenzclusters „Abwehrmechanismen gegenüber Infektionen und ihre Kontrolle” (RESIST,1 Mio. Euro)

Das Exzellenzcluster RESIST verfolgt das Ziel, das Verständnis der molekularen Grundlagen von Abwehrschwächen gegenüber Infektionserregern voranzutreiben, so dass bessere Therapieformen, diagnostische Verfahren und neue Präventionsmaßnahmen entwickelt werden können. Die Forschenden fokussieren sich auf einige Erreger, die eine besondere Rolle bei sehr jungen und alten Menschen, bei Transplantatempfängern und bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen spielen und versuchen, die Kommunikation zwischen Erreger und Wirt besser zu verstehen. Dafür erhält die Medizinische Hochschule Hannover nun Gelder für Personal und medizinische Geräte.

• Verbundprojekt: „Zukunftskonzept Windenergieforschung” (4 Mio. Euro)

Das Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen (ForWind) hat sich in den letzten zehn Jahren hervorragend entwickelt und steht als Leuchtturm in der Windenergieforschung für ganz Niedersachsen. Mit der Förderung soll der anstehende professorale Generationenwechsel an den beiden niedersächsischen Universitäten unterstützt werden, um die erfolgreiche Windenergieforschung weiterhin als bedeutenden Teil der Universitäten zu verankern und neue Inhalte im Zuge der künftigen Forschung im Rahmen von ForWind zu integrieren. Die Mittel sollen für Personalkosten sowie für Sach- und Investitionskosten eingesetzt werden.

• Überführung des OFFIS Bereichs Verkehr in das DLR-Institut Systems Engineering für zukünftige Mobilität (10 Mio. Euro)

Damit automatisierte und autonome Systeme ihr Potential nutzen können, die Mobilität grundlegend zu verändern, müssen ihre Funktionalität und Praxistauglichkeit bewiesen sowie vertrauenswürdige Systeme weiterentwickelt werden. Dazu soll das neue DLR-Institut in Oldenburg, in welches der OFFIS Bereich Verkehr überführt wird, effiziente Methoden, Verfahren und Werkzeuge erarbeiten. Das Institut befasst sich mit der technischen Vertrauenswürdigkeit von integrierten Steuerungssystemen bis hin zu vollständigen Transportsystemen in den Bereichen Auto, Schifffahrt und Bahn. Mit den bereitgestellten Mitteln wird die nötige Forschungsinfrastruktur auf- und ausgebaut, beispielsweise in Form von Reallaboren für die automobile und maritime Forschung.

• Stärkung des Batterieclusters Region Braunschweig (7,5 Mio. Euro)

Die Kreislaufproduktion von Batterien (Circular Battery Production) und damit die Etablierung geschlossener Material- und Stoffkreisläufe für Batterien auf Basis skalierbarer Produktionstechnologien ist das zentrale Leitthema des Batterieclusters der Region Braunschweig ‒ mit der Battery LabFactory Braunschweig der TU als übergreifender Organisation. Um die Kreislaufproduktion zu realisieren, sollen insbesondere die Themen Verfahrenstechnik zur Batteriematerialherstellung und -konditionierung, nachhaltige Batteriezellproduktion sowie Recyclingverfahren vorangetrieben werden. Mit den Mitteln aus dem „Vorab” will die TU Braunschweig u.a. eine Seniorprofessur in der batteriebezogenen Materialwissenschaft sowie ein Graduiertenkolleg zur Kreislaufproduktion von Batterien einrichten, um Kompetenzen zu stärken und auszubauen.

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