Zeitreise: 650 Jahre Eilenriede als hannoverscher Stadtwald

Eichhörnchen
Nicht nur Eichhörnchen sind in der Eilenriede zu Hause. - © Carl-Marcus Müller

„650 Jahre Eilenriede“ – Studierende der Leibniz Universität erarbeiten Ausstellung in Hannovers großem Stadtwald

Hannover (pm). Neun große Tafeln informieren seit heute (28. Mai) über Natur und Kultur in der Eilenriede. Diese kleine Ausstellung im Wald ist das Ergebnis eines Projekts von neun Studierenden im Rahmen des Masterstudiums „Geschichte der Freiraumplanung“ sowie Teil der Aktivitäten anlässlich des Jubiläums „650 Jahre Eilenriede“: Im Jahr 1371 hatten die Bürger*innen der heutigen Landeshauptstadt die Nutzungsrechte für Hannovers bekannten Stadtwald erhalten. Dieses Jubiläum war der Ausgangspunkt für das Projekt der Leibniz Universität, Institut für Landschaftsarchitektur, in dem sich die Studierenden mit der kulturellen Entwicklung und der Natur in der Eilenriede intensiv beschäftigt haben. In Kooperation mit dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt sind neun großformatige Informationstafeln entstanden, die nun in der Vorderen Eilenriede zu sehen sind.

„Mit vielen Aktionen feiern wir das 650-jährige Jubiläum, denn die beliebte Eilenriede hat und hatte für die Stadt und ihre Einwohner*innen immer eine sehr große Bedeutung. Ich freue mich, dass sich die Studierenden der langen Geschichte des Waldes mit großem Engagement angenommen und ein hervorragendes Ergebnis erarbeitet haben. Dies ist auch ein weiteres Beispiel für die enge und für beide Seiten sehr produktive Zusammenarbeit zwischen Landeshauptstadt und Leibniz Universität“, unterstrich Oberbürgermeister Belit Onay bei der offiziellen Präsentation der Ausstellungstafeln.

Masterprojekt „650 Jahre Eilenriede – ein ganz besonderer Stadtwald“

Aufgabe und Ziel des Masterprojekts „650 Jahre Eilenriede – ein ganz besonderer Stadtwald“ bestanden darin, ein Informationskonzept zu entwickeln, um die Geschichte des hannoverschen Stadtwaldes im Rahmen des Jubiläumsjahres zielgruppenorientiert zu vermitteln und die Einzigartigkeit und Vielfalt des historischen Freiraumes in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken. Dieser Herausforderung stellten sich die Studierenden Ade Septiandi, Amelie Oltmanns, Carolin Schneider, Da Un Yun, Diana Braukmüller, Joana-Luisa Grau, Luise Rössig, Nathania Tulak und Paul Tontsch. Sie wurden in ihrem fünfmonatigen Masterprojekt von Prof. Dr. Joachim Wolschke-Bulmahn und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Juliane Roth betreut.

Ausstellung an neun Orten in der Vorderen Eilenriede

Im Rahmen der Untersuchungen wurde schnell deutlich, dass es zwar eine Vielzahl an Broschüren, Audiodateien und Web-Artikeln über die Eilenriede gibt, bis dahin aber noch kein Angebot im Stadtwald selbst existierte, das vor Ort plakativ über die Geschichte des Stadtwalds und die Entwicklung seiner Natur und Kultur informiert. Schließlich fiel in enger Absprache mit dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün die Entscheidung für eine Ausstellung zur Geschichte dieses Waldes sowie für ein begleitendes Informationsfaltblatt. Die Anforderungen und Inhalte wurden miteinander abgestimmt.

Entstanden sind insgesamt neun großformatige Informationstafeln zu unterschiedlichen Eilenriede-spezifischen Themen. Die Ausstellungstafeln gliedern sich in die Themenbereiche „Natur in der Eilenriede“ und „Kultur in der Eilenriede“. Der Bereich „Natur“ unterteilt sich in die Themen „Pflanzen“, „Tiere“, „Wasser“ und „Pflege“. Das Gebiet „Kultur“ widmet sich den Aspekten „Nutzungsgeschichte“, „Sport und Spielplätze“, „Gaststätten und Feste“, „Kunst/Malerei, Literatur und Musik“ sowie „Denkmäler“. Aufgabe des Masterprojekts waren dabei nicht nur die Recherche und die inhaltliche Bearbeitung der einzelnen Themen, darüber hinaus waren auch die Auswahl geeigneter Abbildungen und die Gestaltung eines einheitlichen Ausstellungslayouts unter dem Jubiläumsmotto „650 Jahre Eilenriede“ gefordert.

Natur- und Kulturpfad

Die vier Tafeln zu Naturthemen und die fünf Ausstellungstafeln zur Kultur wurden dann zu einem „Naturpfad“ und zu einem „Kulturpfad“ zusammengefasst und so in der Vorderen Eilenriede verortet, dass die jeweiligen Inhalte der Tafeln möglichst einen direkten Bezug zu den umgebenden Orten bilden. Auf dem rund 1,1 Kilometer langen „Naturpfad“ erfahren Besucher*innen unter anderem, welche Bedeutung das Element Wasser in der jahrhundertelangen Entwicklungs- und Nutzungsgeschichte des Stadtwaldes gespielt hat und warum das hoch anstehende Grundwasser für den Namen „Eilenriede” verantwortlich ist. Darüber hinaus lernen sie die wichtigsten vorkommenden Tier- und Pflanzenarten kennen und können das neu erworbene botanische und faunistische Wissen auf dem Weg zur nächsten Tafel in der Nähe der Bernadotteallee ausprobieren: Dort gibt es abschließende Informationen zu den Themen Waldpflege und Forstwirtschaft. Die Natur-Tafeln sind in Grün gestaltet.

Wer gerne mehr über die kulturhistorische Bedeutung der Eilenriede lernen möchte, dem bietet sich ein Spaziergang auf dem Kulturpfad an. Dort gibt es fünf Informationstafeln, die sich unter anderem mit folgenden Fragen beschäftigen: Welche Rolle spielten und spielen Gaststätten und Feste in der Eilenriede? Wie entwickelte sich das breitgefächerte Spiel- und Sportangebot im Stadtwald? Und woher hat das Milchhäuschen eigentlich seinen Namen? Die Informationstafeln des Kulturpfades können an ihrer gelben Gestaltung erkannt werden. Auf einer Länge von rund drei Kilometern führt der Pfad unter anderem am Spielplatz „WAKITU”, am Fabeltier-Denkmal sowie am gemütlichen Waldcafé Milchhäuschen mitten im Herzen der Vorderen Eilenriede vorbei.

Beide Themenpfade lassen sich auch gut kombinieren und laden zu einem insgesamt rund zweistündigen Spaziergang im Wald ein. Alle neun Ausstellungstafeln aus PVC-freiem Material wurden „naturgerecht“ und ohne Eingriffe entlang der Wege in den Wald integriert und dazu zwischen den Bäumen „aufgespannt“.

Faltblatt und weitere Informationen

Neben den Ausstellungstafeln wurde auch ein Faltblatt erarbeitet, das die Beschreibung des Projektes sowie eine Karte mit den Standorten der Informationstafeln enthält. Damit können sich Interessierte des Stadtwalds ihre „Ausstellungsroute“ selbst zusammenstellen.

Die Ergebnisse des Projekts – Informationstafeln und Faltblatt – sind im Internet unter www.hannover.de/650-jahre-eilenriede zu finden.

Veranstaltungen zu „650 Jahren Eilenriede“

Der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover feiert das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen im Stadtwald. Unter anderem wurden der neue beschilderte Pfad „Zeitreise in der Eilenriede“ (nahe Petrikirche) im April vorgestellt und die ersten neuen Übersichtsschilder an den Waldeingängen installiert. Im Rahmen von rund 40 Führungen informieren Fachleute bis Oktober interessierte kleine und große Menschen über die Natur und Kultur im Wald.

Broschüre: 650 Jahre Eilenriede:

FBUmwelt_650Eillenriede_brosch_rzweb

Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Stadt Hannover: hier

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