Silvestereinsatz in Hannover: Polizei zieht insgesamt positive Bilanz

Symbolbild: Polizeiwagen
Symbolbild: Polizeifahrzeug in Hannover - © Carl-Marcus Müller

Überwiegend ruhiger Jahreswechsel trotz einzelner Angriffe und Containerbrände

Hannover (pm/redk). Die Polizei Hannover zieht nach dem Silvestereinsatz 2025/2026 eine vorläufige Bilanz. Aus polizeilicher Sicht verlief der Jahreswechsel im Stadtgebiet Hannover und in Laatzen insgesamt vergleichsweise ruhig. Trotz einzelner Containerbrände, vereinzelter Angriffe auf Einsatzkräfte und mehrerer Verstöße gegen das Sprengstoffrecht konnten größere Störungen durch präventive Maßnahmen und konsequentes Einschreiten weitgehend verhindert werden.

Ruhige Gesamtlage mit punktuellen Schwerpunkten

Nach Angaben der Polizei kam es insbesondere punktuell zu einem erhöhten Aufkommen von brennenden Abfallcontainern. Zudem registrierten die Einsatzkräfte vereinzelt Angriffe mit Pyrotechnik auf Polizei und Feuerwehr. Durch frühzeitige Präventionsmaßnahmen sowie eine sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum blieb die Lage insgesamt stabil.

Präventive Kontrollen zum Jahreswechsel

Bereits am frühen Abend führten der Ordnungsdienst der Landeshauptstadt Hannover und die Polizei gemeinsame präventive Gaststättenkontrollen in der Innenstadt durch. Kontrolliert wurden unter anderem Betriebe in der Georgstraße, der Goethestraße und der Münzstraße. Die Betreiberinnen und Betreiber zeigten sich dabei durchweg kooperativ.

Containerbrände als Einsatzschwerpunkt

Ein Schwerpunkt des Einsatzgeschehens waren – wie bereits in den Vorjahren – Sachbeschädigungen durch brennende Abfallcontainer, insbesondere im Bereich Sahlkamp/Vahrenheide. Die ersten Brände wurden gegen 21:10 Uhr gemeldet. Im Verlauf der Nacht nahmen die Brandmeldungen auch im Bereich des Mühlenberger Marktes zu. Die Feuerwehr Hannover war mehrfach im Einsatz und konnte durch schnelles Eingreifen eine Gefährdung angrenzender Wohnhäuser verhindern. Die Polizei leitete entsprechende Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung durch Feuer ein.

Angriffe auf Einsatzkräfte und weitere Vorfälle

Kurz nach Mitternacht kippte eine Personengruppe in der Gronostraße in Hannover-Ricklingen ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug um. Dabei wurden Böller auf das Fahrzeug geworfen. Eine männliche Person schoss mit einer Maschinenpistole in die Luft, die sich später als Spielzeugwaffe herausstellte. Bei der anschließenden Ingewahrsamnahme leistete der Mann Widerstand gegen die Polizeibeamten.

Insgesamt wurden Einsatzkräfte der Polizei in vier Fällen mit Pyrotechnik angegriffen. Unter anderem kam es auf der Georgstraße, in der Schwarzwaldstraße sowie in der Magdeburger Straße zu gezielten Böller- und Raketenwürfen. Dabei wurden mehrere Polizeibeamte leicht verletzt. In einem Fall wurden drei Männer in Gewahrsam genommen, bei einem Tatverdächtigen wurde eine Schreckschusswaffe aufgefunden.

Menschenansammlung am Steintorplatz

Gegen Mitternacht versammelten sich rund 1.000 Menschen auf dem Steintorplatz. Zeitweise kam es zu einem verstärkten Zünden von Feuerwerkskörpern, die vereinzelt auch in Richtung von Personen oder Fahrzeugen geworfen wurden. Die Lage beruhigte sich jedoch schnell, der Großteil der Anwesenden verließ den Platz nach kurzer Zeit.

Sachbeschädigung an Tankstelle in Marienwerder

Um 03:45 Uhr meldeten Anwohnende einen mutmaßlich selbstgebauten Böller, der auf eine Tankstelle im Stadtteil Marienwerder geworfen wurde. Dabei wurden die Verglasung und die Fassadenfront beschädigt. Trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen, auch unter Einsatz eines Polizeihubschraubers, konnten die Täter bislang nicht festgestellt werden.

Umfangreiche polizeiliche Maßnahmen

Im Stadtgebiet Hannover und in Laatzen führten die Einsatzkräfte unter anderem 185 Identitätsfeststellungen, 54 Sicherstellungen und Beschlagnahmen, drei vorläufige Festnahmen, 66 Platzverweise sowie 28 Ingewahrsamnahmen durch. Zudem wurden 81 Gefährderansprachen, 155 Personendurchsuchungen und 15 Sachdurchsuchungen vorgenommen. In 23 Fällen kam einfache körperliche Gewalt zur Anwendung, vier Personen wurden gefesselt.

Die Polizei leitete unter anderem Verfahren wegen Verstößen gegen Feuerwerks- und Waffenverbotszonen, das Sprengstoffgesetz und die Sprengstoffverordnung, wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlicher Angriffe, Beleidigung, Landfriedensbruchs sowie wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Positive Gesamtbilanz der Einsatzleitung

Polizeioberrat Maik Zilien zieht als Gesamteinsatzleiter eine überwiegend positive Bilanz: „Der Jahreswechsel in Hannover und Laatzen verlief aus polizeilicher Sicht überwiegend ruhig. Die präventiven Maßnahmen und Einsatzkonzepte haben Wirkung gezeigt, die Präsenz der Polizei wurde von den Menschen akzeptiert und respektiert. In wenigen Fällen war polizeiliches Handeln erforderlich. Die Sicherheit im öffentlichen Raum war durchgehend gewährleistet. Mein Dank gilt sowohl den Einsatzkräften für ihr engagiertes Handeln als auch den Bürgerinnen und Bürgern, die verantwortungsbewusst gefeiert haben.“

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