Bundesregierung und BIÖG warnen vor Engpässen bei Blutkonserven
Berlin. Zum Weltblutspendetag am 14. Juni rufen das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) sowie die Nina Warken und der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stephan Schwartze, dazu auf, auch in der Sommerzeit Blut und Plasma zu spenden. Hintergrund sind regelmäßig sinkende Spendezahlen während der Ferienmonate bei gleichzeitig konstant hohem Bedarf in der medizinischen Versorgung.
Blutspenden werden täglich in Kliniken benötigt – etwa bei Operationen, in der Notfallversorgung oder bei der Behandlung von Krebserkrankungen. Nach Angaben der Initiatoren kommt es insbesondere im Sommer immer wieder zu Engpässen, da viele Spenderinnen und Spender verreisen oder Spenden aufgrund hoher Temperaturen verschieben.
Appell: Spendenbereitschaft muss steigen
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken betont die gesellschaftliche Bedeutung der Blutspende: „Blutspenden retten Leben: Der Aufwand ist überschaubar, die Wirkung unbezahlbar. Der Bedarf an Blutkonserven ist unverändert hoch. 80 Prozent aller Menschen in Deutschland sind im Laufe ihres Lebens auf Blutpräparate angewiesen – nicht einmal fünf Prozent spenden regelmäßig Blut. Während viele langjährige Spenderinnen und Spender altersbedingt ausscheiden, geht die Spendebereitschaft zurück – insbesondere bei jungen Menschen. Nutzen Sie die Möglichkeit zur Blutspende und motivieren Sie in Ihrem Umfeld. Jede Spende zählt.“
Auch der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stephan Schwartze, hebt die Bedeutung jeder einzelnen Spende hervor: „Wer nach einem Unfall auf der Intensivstation liegt, eine Krebsbehandlung erhält oder während einer Operation Blut benötigt, ist auf die Solidarität anderer angewiesen. Blutkonserven können nicht hergestellt werden und sind nur verfügbar, wenn es genügend Spenden gibt. Hinter jeder Blutspende steht ein Mensch, der einem anderen Menschen hilft und oft wertvolle Lebenszeit schenkt. Deshalb mein Appell zum Weltblutspendetag: Werden Sie Blutspenderin oder Blutspender. Blut wird jeden Tag benötigt. Ihre Spende zählt.“
BIÖG: Spenden als aktiver Beitrag zur Solidarität
Auch der kommissarische Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, Johannes Nießen, ruft zur aktiven Beteiligung auf: „Blut spenden heißt: füreinander da sein, wenn es zählt. Wer gesund ist, kann mit einer einzigen Blut- oder Plasmaspende ganz konkret helfen – schnell, unkompliziert und oft lebensrettend. Gerade im Sommer brauchen wir Menschen, die nicht aufschieben, sondern losgehen und spenden. Jede Spende kann für andere alles bedeuten. Deshalb: Blut spenden. Einfach machen!“
Kampagnen sollen besonders junge Menschen erreichen
Der Appell richtet sich ausdrücklich auch an jüngere Erwachsene. Mit der Kampagne „Blut spenden. Einfach machen.“ will das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit vor allem die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen stärker für das Thema sensibilisieren.
Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt in ihrer aktuellen Kampagne die Solidarität in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „One Drop of Humanity. Give Blood. Save Lives.“ wird die Blutspende als Ausdruck gemeinsamer Verantwortung und Mitgefühl betont.
Hintergrund und Informationen
Blut- und Plasmaspenden bleiben unverzichtbar für die medizinische Versorgung in Deutschland. Da Blut nicht künstlich hergestellt werden kann, sind Versorgungssysteme direkt auf ausreichende Spenden angewiesen.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Suche nach Spendediensten bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit online unter www.blutspenden.de.
Einordnung
Die regelmäßig sinkenden Spendezahlen in Ferienzeiten gelten als wiederkehrende Herausforderung für das Gesundheitssystem. Gleichzeitig steigt der Bedarf durch demografische Entwicklungen und eine alternde Gesellschaft. Expertinnen und Experten warnen daher immer wieder vor möglichen Versorgungsengpässen ohne kontinuierliche Spendenbereitschaft.










