Start Hannover und Region Neue Cybercrime-Zentralstelle stärkt Justiz in Niedersachsen

Neue Cybercrime-Zentralstelle stärkt Justiz in Niedersachsen

Cyber Security
Symbolbild: Cyber Security - Quelle: Pixabay

Landesweit gebündelte Ermittlungen gegen Internetkriminalität starten in Osnabrück

Hannover/Osnabrück. Mit der Gründung einer neuen, landesweit zuständigen Cybercrime-Zentralstelle verstärkt die niedersächsische Justiz seit dem 1. Juni 2026 ihre Maßnahmen gegen Internetkriminalität. Die neue Einheit bündelt Ermittlungen zu komplexen digitalen Straftaten zentral und soll schneller sowie effektiver gegen international agierende Täter vorgehen.

Die Zentralstelle Cybercrime Niedersachsen (ZCN) ist organisatorisch bei der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg angesiedelt und arbeitet als Außenstelle mit Sitz in Osnabrück. Dort haben zunächst 15 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte ihre Arbeit aufgenommen. Sie befassen sich mit umfangreichen Ermittlungsverfahren aus dem Bereich der Internetkriminalität, darunter DDoS-Angriffe, Cybertrading-Betrug und Ransomware-Fälle. Eine personelle Aufstockung in den kommenden Jahren ist geplant.

Offizielle Einweihung am 18. Juni 2026

Am 18. Juni 2026 wurde die neue Zentralstelle offiziell eingeweiht. An der Veranstaltung nahmen unter anderem die Niedersächsische Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann, der Generalstaatsanwalt Andreas Heuer sowie Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter teil. Auch der Leiter der Zentralstelle, Oberstaatsanwalt Carsten Rosengarten, begrüßte Gäste aus Politik, Justiz und Polizei im historischen Rathaus der Stadt.

Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann betonte die Bedeutung der neuen Struktur:
„Mit dieser Zentralstelle schaffen wir eine schlagkräftige und hochspezialisierte Einheit im Kampf gegen Cyberkriminalität. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Damit das so bleibt, müssen wir als Justiz entschlossen reagieren. Die Kolleginnen und Kollegen, die wir für unsere Zentralstelle gewinnen konnten, bringen nicht nur exzellente juristische Expertise mit – sie sind auch ausgewiesene IT-Spezialisten. Genau das brauchen wir, um den immer professioneller agierenden Tätern effektiv die Stirn zu bieten.“

Auch Generalstaatsanwalt Andreas Heuer hob die wachsenden Herausforderungen hervor:
„Die Kriminellen im Bereich des Cybercrime spezialisieren sich immer weiter. Die Täter verursachen dabei immense wirtschaftliche Schäden. Immer öfter kommen die Folgen dieser Straftaten aber auch unmittelbar bei den Menschen an. Wir müssen mit dieser Entwicklung Schritt halten. Die neue Zentralstelle Cybercrime bündelt Strukturen, Erfahrung und Fachwissen, um die komplexen Ermittlungen zukünftig noch effektiver führen zu können.“

Warum eine zentrale Cybercrime-Einheit?

Schwere Straftaten im digitalen Raum sind technisch komplex und häufig international vernetzt. Täter nutzen gezielt moderne Technologien, um ihre Identität zu verschleiern. Für Ermittlungsbehörden sind daher spezialisiertes Fachwissen, schnelle Entscheidungen und eine enge Abstimmung entscheidend. Durch die Bündelung der Expertise an einer zentralen Stelle soll der Austausch über neue Tatmethoden verbessert und die Zusammenarbeit mit den Polizeidienststellen landesweit vereinfacht werden.

Standortvorteil Osnabrück

Die Wahl des Standorts Osnabrück fiel nicht zufällig. Bereits in der Vergangenheit verfügte die Staatsanwaltschaft Osnabrück über eine spezialisierte Einheit zur Bekämpfung von Cybercrime. Viele erfahrene Mitarbeitende konnten für die neue Zentralstelle gewonnen werden. Zudem bietet Osnabrück als Hochschulstandort gute Voraussetzungen für die Gewinnung von Nachwuchskräften. Die Nähe zu Nordrhein-Westfalen erleichtert darüber hinaus den Wechsel erfahrener Staatsanwältinnen und Staatsanwälte aus benachbarten Bundesländern.

Einordnung

Mit der ZCN folgt Niedersachsen dem Beispiel anderer Bundesländer, die Cybercrime-Ermittlungen bereits zentral organisiert haben. Angesichts zunehmender digitaler Angriffe auf Unternehmen, Behörden und Privatpersonen gilt die neue Struktur als wichtiger Schritt, um den wachsenden Bedrohungen im digitalen Raum wirksam zu begegnen.

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