Start Blaulicht Traumatag in Langenhagen: Feuerwehr und Johanniter proben gemeinsam den Ernstfall

Traumatag in Langenhagen: Feuerwehr und Johanniter proben gemeinsam den Ernstfall

Beim "Traumatag" in Langenhagen üben Ausbildende zum Notfallsanitäter und Mitglieder der Ortsfeuerwehr Langenhagen die Zusammenarbeit.
Beim "Traumatag" in Langenhagen üben Ausbildende zum Notfallsanitäter und Mitglieder der Ortsfeuerwehr Langenhagen die Zusammenarbeit. - Foto: Michael Matthey / JUH

Sechs realitätsnahe Einsatzszenarien fordern angehende Notfallsanitäter und Feuerwehrkräfte

Gemeinsame Zusammenarbeit und technische Rettung im Mittelpunkt

Langenhagen – (KI/redaktionell geprüft). Eingeklemmte Personen, eine Rettung mit der Drehleiter und ein schwerer Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten: Beim sogenannten Traumatag haben Feuerwehrkräfte und angehende Notfallsanitäter in Langenhagen gemeinsam für schwierige Einsatzsituationen trainiert. Insgesamt sechs vorbereitete Szenarien mussten die Teilnehmer im Laufe des ganztägigen Übungstages bewältigen. Echt waren die dargestellten Situationen zum Glück nicht.

Der Traumatag fand am vergangenen Sonnabend auf dem Gelände der Ortsfeuerwehr Langenhagen an der Konrad-Adenauer-Straße statt. Im Mittelpunkt stand insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Beteiligten sollten nicht nur ihre jeweiligen Aufgaben bewältigen, sondern sich bei komplexen Einsatzlagen miteinander abstimmen.

Sechs Szenarien über Monate vorbereitet

Die sechs Fallbeispiele waren nach Angaben der Organisatoren über mehrere Monate hinweg vorbereitet worden. Dabei sollten Situationen entstehen, die sowohl Feuerwehr als auch Rettungsdienst vor Herausforderungen stellen.

„Wir wollen Situationen, die sowohl für die Feuerwehrleute als auch für unsere angehenden Notfallsanitäter eine Herausforderung darstellen und in denen beide Seiten gut miteinander kommunizieren müssen“, erklärte Praxisanleiter Tobias Sieg vom Nordhannoverschen Ortsverband der Johanniter. Er hatte den Übungstag gemeinsam mit einem Team aus Feuerwehr und Johanniter-Unfall-Hilfe organisiert.

Insgesamt nahmen zwölf angehende Notfallsanitäter von den Rettungswachen in Langenhagen, Wunstorf, Garbsen und Schwarmstedt teil. Sie befinden sich im dritten Ausbildungsjahr und sollen im kommenden Sommer ihre Prüfungen ablegen.

Hinzu kamen 14 überwiegend junge Feuerwehrkräfte, die insbesondere die technische Hilfeleistung trainierten.

Technische Rettung und Versorgung Schwerverletzter

Für die angehenden Notfallsanitäter bestand eine wesentliche Herausforderung in der Versorgung von Patienten mit mehreren schweren Verletzungen. Die Feuerwehrkräfte konnten gleichzeitig unterschiedliche Einsatztaktiken erproben und den Umgang mit ihren technischen Einsatzmitteln trainieren.

Wer gerade nicht selbst in eines der Szenarien eingebunden war, konnte die Arbeit der anderen Teilnehmer beobachten. Nach jeder Übung folgte eine ausführliche Auswertung. Zunächst besprachen Feuerwehr und Johanniter ihre jeweiligen Aufgaben getrennt, anschließend wurde das Vorgehen gemeinsam analysiert.

Damit sollte nicht nur festgestellt werden, was bereits gut funktionierte. Auch Abläufe, Kommunikation und mögliche Verbesserungen konnten unmittelbar besprochen werden.

Nachwuchsführungskräfte übernehmen Einsatzleitung

Ein weiterer Schwerpunkt des Traumatages lag auf der Führungsausbildung innerhalb der Ortsfeuerwehr. Die seit dem vergangenen Jahr als Gruppenführer eingesetzten Bjarne Dockhorn und Jörg Martin Paulsen nutzten die Übung, um weitere Erfahrung in der Rolle des Einsatzleiters zu sammeln.

Dabei konnten sie kleinere Einsatzlagen innerhalb der vorbereiteten Szenarien eigenständig führen und die Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte koordinieren.

Gerade realitätsnahe Übungen bieten die Möglichkeit, Entscheidungen und Abläufe zu trainieren, ohne dass dabei der Zeit- und Erfolgsdruck eines tatsächlichen Notfalls besteht.

Realistische Darstellung der Verletzten

Unterstützung erhielt das Organisationsteam vom Johanniter-Ortsverband Deister. Dieser stellte die Darstellerinnen und Darsteller für die verschiedenen Unfallszenarien zur Verfügung.

Dass der Traumatag auf dem Hof und in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses stattfand, hatte dabei einen weiteren Vorteil: Trotz der realitätsnah dargestellten Einsatzlagen bekam die Bevölkerung außerhalb des Feuerwehrgeländes von den Übungen kaum etwas mit.

Auch abseits der einzelnen Szenarien blieb Zeit für den fachlichen und persönlichen Austausch zwischen den Beteiligten. Die Versorgungsgruppe des Nordhannoverschen Ortsverbandes unter Leitung von Stephanie Rihm kümmerte sich um die Verpflegung. Zum Auftakt gab es ein Frühstücksbuffet, zum Abschluss am frühen Abend einen Wikingereintopf.

„Das war ein erfolgreicher und lehrreicher Tag für alle Beteiligten“, bilanzierte Feuerwehrmann Justin Schütte nach Abschluss der Übungen.

Erinnerung an Mitinitiator Jens Bachmann

Der Traumatag geht auf eine gemeinsame Initiative der Johanniter Jens Bachmann und Can Yilmaz sowie des Feuerwehrmannes Oliver Schütte zurück.

Auch bei der diesjährigen Veranstaltung erinnerten die Beteiligten an Jens Bachmann, der 2025 verstarb. Sein langjähriges Engagement und seine Mitwirkung an der Entstehung des Traumatages sollen mit der Fortführung des gemeinsamen Übungsformats in Erinnerung bleiben.

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