
Über das Ehrenamt bei den Johannitern zum neuen Beruf in Langenhagen
Langenhagen – (KI/redaktionell geprüft). Nach 34 Jahren als Speditionskaufmann hat Oliver Wallrath seinen Beruf gewechselt: Seit 2024 arbeitet er in Vollzeit als Erste-Hilfe-Trainer bei den Johannitern in Langenhagen. Den Zugang zu seiner neuen Tätigkeit fand er über das Ehrenamt im Katastrophenschutz. Heute gibt er durchschnittlich fünf Kurse pro Woche und begleitet inzwischen selbst angehende Trainer als Mentor.
In seinen Kursen sitzen jeweils zwischen 14 und 20 Menschen. Wallrath unterrichtet in Schulen und Unternehmen ebenso wie Menschen, die einen Erste-Hilfe-Nachweis für den Führerschein benötigen. Nach Darstellung der Johanniter begegnet er damit in manchen Wochen bis zu hundert Teilnehmenden.
Über Sanitätsdienste zur Ausbildung
Der Weg zu den Johannitern begann während der Corona-Pandemie. Eine Nebenbeschäftigung am Flughafen konnte Wallrath im Lockdown nicht mehr ausüben. Er suchte nach einer Möglichkeit, die frei gewordene Zeit sinnvoll zu nutzen, und engagierte sich im 7. Einsatzzug, einer ehrenamtlichen Einheit des Katastrophenschutzes.
Bei Sanitätsdiensten unterstützte er unter anderem Veranstaltungen im Eishockey und bei Pferderennen. Im Jahr 2022 absolvierte er die Ausbildung zum Sanitätshelfer.

Im Gespräch mit Antje Poetsch, die im Regionalverband Niedersachsen Mitte für die Breitenausbildung zuständig ist, entstand die Idee, selbst Erste Hilfe zu vermitteln. „Ich habe an Weihnachten mit Antje gesprochen und schon im Februar saß ich im Seminar für die Ausbildung zum Erste-Hilfe-Trainer“, berichtet Wallrath.
Zunächst blieb es bei einer Tätigkeit neben seinem Hauptberuf. Wenn es zeitlich passte, leitete er am Wochenende Kurse. Mit der Zeit entwickelte sich daraus eine berufliche Alternative.
Gesundheitliche Belastungen gaben den Ausschlag
Wallrath schildert, dass ihm das viele Sitzen, die geringe Bewegung und der Stress im bisherigen Beruf zunehmend zusetzten. Hinzu kamen eine Operation am Schienbein und viel Arbeit im Homeoffice. Für ihn sei dadurch deutlich geworden, dass er etwas verändern müsse.
2024 kündigte er seine Stelle in der Spedition und wechselte vollständig in die Breitenausbildung der Johanniter. Aus dem ehrenamtlichen Einstieg war ein neuer Hauptberuf geworden.
Gemeinsam üben statt Präsentationen anschauen
Bei der Gestaltung seiner Kurse setzt Wallrath auf Gespräche und praktische Übungen. Die Teilnehmenden sollen Fragen stellen, Situationen gemeinsam durchdenken und selbst ausprobieren, wie sie helfen können.
„Bei mir gibt es keine PowerPoint-Präsentationen oder Videos. Wer das machen möchte, für den ist das völlig in Ordnung. Ich möchte aber, dass die Menschen miteinander reden und gemeinsam überlegen, wie sie in einer Notfallsituation anderen helfen können.“
Dass nicht alle mit derselben Motivation kommen, gehört für ihn zum Alltag. Wallrath berichtet, er erkenne häufig schon zu Beginn, wer aus eigenem Interesse teilnehme und wer einen verpflichtenden Nachweis brauche. Am Ende bittet er um ehrliche Rückmeldungen, konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge. Besonders freut ihn, wenn Menschen, die zunächst wenig Lust auf den Kurs hatten, anschließend positiv darüber sprechen.
Vom begleiteten Anfänger zum Mentor
Vor Gruppen zu stehen, war für den gebürtigen Berliner anfangs ungewohnt. Während seiner ersten Praxisphasen unterstützte ihn ein Mentor. Zusätzlich fuhr Wallrath als Praktikant im Rettungsdienst mit, um Erfahrungen zu sammeln und mehr Sicherheit für seine Lehrtätigkeit zu gewinnen.
Fragen aus den Kursen schrieb er sich auf und recherchierte Antworten, wenn ihm Wissen fehlte. Inzwischen übernimmt er selbst die Rolle des Mentors und begleitet Menschen auf ihrem Weg zum Erste-Hilfe-Trainer.
Termine und Anmeldemöglichkeiten für Erste-Hilfe-Kurse der Johanniter in Langenhagen gibt es unter www.johanniter.de/erstehilfe.
Wer sich für eine Tätigkeit als Erste-Hilfe-Trainer interessiert, kann sich per E-Mail an Antje Poetsch unter antje.poetsch@johanniter.de wenden.









