Start Hannover und Region Erlebnis-Zoo Hannover zieht mehr als 200 bedrohte Pfeilgiftfrösche nach

Erlebnis-Zoo Hannover zieht mehr als 200 bedrohte Pfeilgiftfrösche nach

Schrecklicher Pfeilgiftfrosch
Schrecklicher Pfeilgiftfrosch. - Foto: Erlebnis-Zoo Hannover

Auch fünf junge Krokodilmolche haben die Metamorphose abgeschlossen

Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Im Amphibium des Erlebnis-Zoos Hannover ist die Nachzucht zweier bedrohter Amphibienarten gelungen. Nach Angaben des Zoos wurden mehr als 200 Schreckliche Pfeilgiftfrösche aufgezogen und zur weiteren Zucht an andere Haltungen abgegeben. Bei Zieglers Krokodilmolchen haben fünf Jungtiere die Entwicklung zum landlebenden Tier abgeschlossen; weitere 21 Larven befinden sich noch in der Entwicklung.

Die Nachzuchten sind Teil der Zusammenarbeit mit Citizen Conservation. In diesem Netzwerk arbeiten Zoos, Fachvereinigungen und private Tierhalter an einer koordinierten Erhaltungszucht bedrohter Arten.

Krokodilmolche wachsen unter kontrollierten Bedingungen auf

Zieglers Krokodilmolch, wissenschaftlich Tylototriton ziegleri, fällt durch seine schwarze Färbung und die krokodilartigen Zacken auf dem Rücken auf. Die Art kommt nach Angaben des Zoos nur in einem kleinen Gebiet an der Grenze zwischen Südchina und Nordvietnam vor. Der zunehmende Verlust dieses Lebensraums gefährdet ihren Bestand.

zieglers krokodilmolch
zieglers krokodilmolch. – foto: erlebnis-zoo hannover

Gemeinsam mit Citizen Conservation wird derzeit eine koordinierte Erhaltungszucht aufgebaut. Ziel ist eine stabile Population außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets.

„Die fünf Landgänger der Krokodilmolche sind jetzt aus dem Gröbsten raus, wir sind uns sicher, dass wir sie durchbringen“, sagt Tierpfleger Alexander Klimcuk.

Für die Aufzucht nutzt das Team im Amphibium ein Verfahren, das die Entwicklung der Tiere kontrollierbar macht. In der Natur legen die Weibchen ihren Laich während der Regenzeit am Ufer eines Gewässers ab. Nach dem Schlüpfen müssen die Larven das Wasser erreichen, was nicht allen gelingt.

Im Terrarium liegt deshalb Moos am Gewässerrand als Eiablageplatz bereit. Sobald ein Weibchen dort Laich abgesetzt hat, entnehmen die Tierpfleger die zusammenhängende Masse und trennen die Eier vorsichtig voneinander. Auf leicht feuchtem Zellstoff und bei hoher Luftfeuchtigkeit entwickeln sich die Tiere weiter. Nach 22 bis 36 Tagen schlüpfen die Larven und gelangen in die vorbereitete Wasserfläche ihrer Aufzuchtbox.

Froschmännchen tragen ihre Quappen zum Wasser

Beim Schrecklichen Pfeilgiftfrosch, wissenschaftlich Phyllobates terribilis, übernehmen die Männchen einen wesentlichen Teil der Brutpflege. Sie bewachen und bewässern den Laich über drei Wochen. Anschließend tragen sie die geschlüpften Quappen auf ihrem Rücken zu einer Wasserquelle.

Im Amphibium entnimmt das Pflegeteam den größten Teil des Laichs aus vorbereiteten Eiablageplätzen und zieht den Nachwuchs in einer Aufzuchtstation heran. Auf diese Weise konnten nach Angaben des Zoos mehr als 200 Frösche an verschiedene Haltungen des Citizen-Conservation-Netzwerks weitergegeben werden.

Die leuchtend gelbe Art lebt in einem kleinen Gebiet des kolumbianischen Regenwalds. Dessen fortschreitende Zerstörung bedroht ihren Bestand. Der Zoo verweist auf die Einstufung als „stark gefährdet“ durch die Weltnaturschutzunion IUCN.

Besucher können die Entwicklung der Amphibien beobachten

Die Aufzuchtstation ist für Besucher einsehbar. Dort lassen sich Amphibien in unterschiedlichen Stadien ihrer Metamorphose beobachten.

„Wir freuen uns sehr über den Zuchterfolg bei diesen beiden gefährdeten Arten“, erklärt Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff. „Im Amphibium zeigen wir, dass die Haltung und Zucht von Wildtieren wichtige Bestandteile im Kampf gegen das Artensterben und den Verlust von Biodiversität sind.“

Insgesamt zeigt der Zoo im Amphibium 14 Arten. Dazu gehören unter anderem der Pátzcuaro-Querzahnmolch, der Vietnamesische Moosfrosch, der Titicaca-Riesenfrosch, der Kleine Winkerfrosch, der Axolotl, der Afrikanische Krallenfrosch und der Orangeaugen-Laubfrosch. Außerdem beteiligt sich der Zoo dort an der Erhaltung des heimischen Feuersalamanders.

Nach Angaben des Zoos sind rund 40 Prozent aller Amphibienarten vom Aussterben bedroht. Mit der Ausstellung, der einsehbaren Aufzucht und der Zusammenarbeit im Zuchtnetzwerk will die Einrichtung Wissen über die Tiere vermitteln und zu ihrem Schutz beitragen.

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