Start Hannover und Region Aldabra-Riesenschildkröten zurück im Erlebnis-Zoo Hannover

Aldabra-Riesenschildkröten zurück im Erlebnis-Zoo Hannover

Die Riesenschildkröten Cassiopeia, Bert und Romina (vo.li.)
Die Riesenschildkröten Cassiopeia, Bert und Romina (vo.li.) - Foto: Erlebnis-Zoo Hannover

Vier Tiere beziehen nach 18 Jahren ein neues Warmhaus im Zoo

Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Nach 18 Jahren sind Aldabra-Riesenschildkröten wieder im Erlebnis-Zoo Hannover zu sehen. Vier Tiere aus dem Tierpark Hagenbeck haben ein neu gebautes Warmhaus bezogen, in dem der Zoo künftig auch zur Zucht der bedrohten Art beitragen will.

Neues Warmhaus für die Riesenschildkröten

Die Tiere „Cassiopeia“, „Romina“, „Bert“ und „Leopold“ waren vergangene Woche mit einem zooeigenen Transporter aus dem Tierpark Hagenbeck nach Hannover gebracht worden. Dort hatten sie nach Angaben des Erlebnis-Zoos seit dem Abschied der Tiere aus Hannover vor 18 Jahren gelebt.

Der Zoo hatte sich 2008 von den Riesenschildkröten getrennt. Die damalige Anlage war nach Angaben des Zoos in die Jahre gekommen und lag zudem im Bereich des späteren Baugebiets für die Themenwelt Yukon Bay.

Für die Rückkehr der Tiere wurde ein rund 240 Quadratmeter großes gläsernes Warmhaus errichtet. Dort herrschen Temperaturen zwischen 26 und 30 Grad Celsius sowie eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent. Ein Badebecken, Sandflächen, bepflanzte Bereiche und Sandbäder gehören zur Ausstattung. Fußbodenheizung, UV-Leuchten, Infrarotstrahler und eine Luftbefeuchtungsanlage sollen für die benötigten Haltungsbedingungen sorgen.

Nach neunmonatiger Bauzeit konnten die Schildkröten das neue Haus beziehen. Die Tiere erkundeten zunächst in Ruhe ihre neue Umgebung und sind nun für Besucher zu sehen.

Zoo plant Zucht der bedrohten Art

Der Erlebnis-Zoo will die Haltung der Tiere auch für den Artenschutz nutzen. Im Warmhaus wurden deshalb zwei Bereiche für die Eiablage eingerichtet. Die Weibchen können dort Gruben in beheiztem Sand anlegen. Nach Angaben des Zoos legen Aldabra-Riesenschildkröten pro Gelege zwischen zehn und 25 kugelförmige Eier.

Die Seychellen- oder Aldabra-Riesenschildkröte wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet eingestuft. Ihr natürlicher Lebensraum liegt vor allem auf dem Aldabra-Atoll im Indischen Ozean. Zu den Gefährdungsfaktoren zählen unter anderem der Klimawandel und invasive Arten.

Zoogeschäftsführer Andreas M. Casdorff bezeichnete die Rückkehr der Tiere als lang gehegten Wunsch des Zoo-Teams. Der Zoo wolle aktiv zum Erhalt der bedrohten Art beitragen, erklärte er.

Finanzierung durch Zoo, Region und Spenden

Der Bau des Warmhauses wurde nach Angaben des Erlebnis-Zoos mit 669.000 Euro aus einem Investitionszuschuss der Region Hannover unterstützt. Weitere 950.000 Euro finanzierte der Zoo selbst.

Auch Besucher und Unterstützer beteiligten sich an der Rückkehr der Riesenschildkröten. Nach Angaben des Zoos kamen insgesamt 46.000 Euro an Spenden zusammen. Der Bau war wegen gestiegener Baukosten mehrfach neu geplant worden.

Jens Palandt, Erster Regionsrat und Aufsichtsratsvorsitzender des Zoos, verwies auf die geplante Haltung und Zucht der Tiere. Das Warmhaus biete dafür gute Voraussetzungen, erklärte er.

Weitere Tiere sollen einziehen

Das gläserne Warmhaus trägt den Namen „Reptilium“. Im Laufe des Jahres sollen dort weitere Tierarten zu sehen sein, darunter Vietnamesische Langnasennattern, Blaue Baumwarane und Fidschi-Leguane. In den oberen Bereichen sind später Faultiere vorgesehen.

Das Warmhaus ist mit einer grasbewachsenen Außenanlage im Zoologicum verbunden. Dort sollen sich die Riesenschildkröten während der wärmeren Jahreszeit aufhalten können. Die Faultiere sollen über Seile zu den Kletterbäumen auf der Außenanlage gelangen.

Die vier Riesenschildkröten

  • Leopold: etwa 82 Jahre, 178 Kilogramm
  • Bert: etwa 80 Jahre, 195 Kilogramm
  • Romina: etwa 57 Jahre, 76 Kilogramm
  • Cassiopeia: etwa 30 Jahre, 116 Kilogramm
Vorheriger ArtikelAerodata stellt neuen Prototyp für unbemannte Aufklärungsflüge vor