Start Hannover und Region DEHOGA fordert flexiblere Arbeitszeit im Gastgewerbe

DEHOGA fordert flexiblere Arbeitszeit im Gastgewerbe

Dirk Breuckmann und Jana Schimke im Gespräch über zentrale Branchenthemen und den politischen Einsatz für bessere Rahmenbedingungen
Dirk Breuckmann und Jana Schimke im Gespräch über zentrale Branchenthemen und den politischen Einsatz für bessere Rahmenbedingungen. - Quelle: DEHOGA

Breuckmann und Schimke beraten in Berlin über Branchenpolitik

Berlin/Hannover – (KI/redaktionell geprüft). Der Präsident des DEHOGA Niedersachsen, Dirk Breuckmann, und die Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbandes, Jana Schimke, haben sich am 3. September 2026 in Berlin über aktuelle Herausforderungen des Gastgewerbes ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen unter anderem die geplante Wochenarbeitszeit, die Zukunft der Minijobs, der Mindestlohn und die wirtschaftliche Situation der Branche in Niedersachsen.

Streit um die Wochenarbeitszeit

Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die von der Bundesregierung angekündigte Reform der Wochenarbeitszeit. Der DEHOGA fordert nach eigenen Angaben eine flexiblere Regelung und kritisiert insbesondere den Vorschlag, diese Möglichkeit auf tarifgebundene Unternehmen zu beschränken.

Der Verband vertritt die Position, dass die Flexibilität unabhängig von einer Tarifbindung für alle gastronomischen und hotelleriebezogenen Betriebe möglich sein müsse. Nach Angaben des DEHOGA haben sich inzwischen 17 Wirtschafts- und Branchenverbände der Initiative „Wochenarbeitszeit jetzt“ angeschlossen.

Der Verband erwartet von der Bundesregierung eine entsprechende Regelung noch in diesem Jahr. Die Forderung ist damit Teil der politischen Interessenvertretung des DEHOGA für das Gastgewerbe.

DEHOGA warnt vor höheren Kosten bei Minijobs

Auch die Zukunft der Minijobs wurde bei dem Treffen thematisiert. Nach Angaben des Verbandes arbeitet etwa die Hälfte der Beschäftigten im Gastgewerbe auf Minijobbasis. Der DEHOGA warnt deshalb vor zusätzlichen Belastungen für diese Beschäftigungsform.

Als bereits beschlossene Änderung nennt der Verband die Anhebung des Arbeitgeberbeitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung von 13 auf 17,5 Prozent. Zusätzlich steht nach Angaben des DEHOGA eine mögliche Erhöhung der Pauschalsteuer für Arbeitgeber von zwei auf fünf Prozent im Raum.

Offen seien außerdem mögliche weitere Belastungen durch einen Pflegesatz für Arbeitgeber sowie eine mögliche Abschaffung des Opting-Out bei der gesetzlichen Rentenversicherung für Beschäftigte.

Breuckmann und Schimke vertreten laut Mitteilung die Auffassung, dass das politische Versprechen zum Erhalt der Minijobs nur dann umgesetzt werden könne, wenn diese für Betriebe weiterhin finanzierbar blieben.

Mindestlohn und Personalkosten

Ein weiterer Gesprächspunkt war die Entwicklung des Mindestlohns. Nach Angaben des DEHOGA haben erste Gespräche mit anderen besonders betroffenen Branchenverbänden begonnen. Ziel sei es, gemeinsam auf die Entwicklung der Personalkosten zu reagieren.

Schimke informierte den niedersächsischen Landesverband zudem über Projekte der Bundesgeschäftsstelle. Dazu gehören die Vorbereitungen für die Deutsche Jugendmeisterschaft und den kommenden DEHOGA Branchentag.

Breuckmann berichtete seinerseits über die bevorstehenden Kommunalwahlen in Niedersachsen sowie über die aktuelle wirtschaftliche Lage der niedersächsischen Hotellerie und Gastronomie.

Bundes- und Landesverband wollen gemeinsam auftreten

Das Treffen soll nach Darstellung des DEHOGA die Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Landesverband stärken. Im Mittelpunkt stehen dabei politische Rahmenbedingungen für die Betriebe des Gastgewerbes.

Der DEHOGA Niedersachsen ist nach eigenen Angaben der Unternehmerverband des Gastgewerbes und vertritt knapp 5.000 Mitgliedsbetriebe, darunter mehr als 1.300 Ausbildungsbetriebe. Der Verband ist in acht Bezirksverbände sowie rund 60 Kreis- und Ortsverbände gegliedert.

Vorheriger ArtikelNEW YORKER eröffnet neue Filiale im City Center Langenhagen