Start Hannover und Region Drei „Rote Bänke“ setzen Zeichen gegen häusliche Gewalt

Drei „Rote Bänke“ setzen Zeichen gegen häusliche Gewalt

Rote Bank auf dem Mühlenberger Markt.
Rote Bank auf dem Mühlenberger Markt. (von links): Argiro Nepienlidou, Geschäftsführung „Hannoversches Interventionsprogramm gegen Häusliche Gewalt“ (HAIP) im Referat für Frauen und Gleichstellung, Thea Giebl, Geschäftsführung des Zentrums für Kommunale Kriminalitätsprävention (ZKK), Andreas Markurth, Bezirksbürgermeister Ricklingen, Sinem Eryurt-Celik, Geschäftsführung ZKK. - Foto: LHH

Neue Standorte im Stadtbezirk Ricklingen informieren Betroffene über Hilfsangebote

Hannover-Ricklingen – (KI/redaktionell geprüft). Im Stadtbezirk Ricklingen stehen seit dieser Woche drei „Rote Bänke“ gegen häusliche Gewalt. Die Sitzgelegenheiten befinden sich auf dem Mühlenberger Markt, am Friedrich-Ebert-Platz und am Spielplatz Wilksheide neben dem Stadtteilzentrum Ricklingen.

Auf den Bänken befinden sich Plaketten mit Informationen zu Hilfsangeboten für Betroffene. Eine der Plaketten enthält auch Brailleschrift. Mit dem Projekt soll das Thema häusliche und sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum sichtbarer werden.

Eine der drei Bänke wurde am Freitag, 28. August, auf dem Mühlenberger Markt öffentlich freigegeben. Bezirksbürgermeister Andreas Markurth erklärte bei der Veranstaltung, der Stadtbezirk wolle sich mit den Bänken an der Aktion beteiligen. Sie sollten das Thema häusliche Gewalt sichtbar machen und symbolisch für die Plätze stehen, die frei bleiben, wenn Frauen Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt werden.

Auch das Zentrum für Kommunale Kriminalprävention (ZKK) der Landeshauptstadt Hannover unterstützt das Projekt. Dessen Geschäftsführung Sinem Eryurt-Celik und Thea Giebl bezeichnete die „Roten Bänke“ als Zeichen für Zivilcourage. Gerade in den Stadtbezirken erreiche die Botschaft die Menschen unmittelbar in ihrem Lebensumfeld, erklärten sie.

Hilfsangebote direkt im öffentlichen Raum

Die Bänke sollen nicht nur symbolisch auf Gewalt aufmerksam machen. Über die angebrachten Plaketten werden auch Informationen vermittelt, an wen sich Betroffene wenden können. Bereits bei den früher aufgestellten Bänken in Hannover wurden dafür Telefonnummern angebracht, über die Betroffene von häuslicher Gewalt Unterstützung erhalten können.

Argiro Nepienlidou von der Geschäftsstelle des „Hannoverschen Interventionsprogramms gegen Häusliche Gewalt“ (HAIP) im Referat für Frauen und Gleichstellung der Landeshauptstadt Hannover betonte, der Schutz vor häuslicher Gewalt und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit gehörten zu den zentralen Anliegen der Arbeit. Das Projekt bringe das Thema direkt in den Alltag und in das Lebensumfeld der Menschen.

Das Konzept der „Roten Bank“ stammt ursprünglich aus Italien. Unter dem Namen „La Panchina Rossa“ wurde das Projekt dort 2016 erstmals gestartet. Die rote Bank steht symbolisch für die Plätze, die frei bleiben, wenn Frauen häuslicher oder sexualisierter Gewalt zum Opfer fallen.

Weitere Rote Bänke in Hannover

In Hannover gibt es die Aktion bereits seit mehreren Jahren. Der Kommunale Präventionsrat (KPR), der beim ZKK angesiedelt ist, startete 2021 das Projekt „Hannover ist stärker als Gewalt – für sichere Familien in unserer Stadt“. Ende 2022 wurden in der Innenstadt an vier Standorten die ersten vier „Roten Bänke“ aufgestellt.

Mit den drei neuen Standorten in Ricklingen gibt es nach Angaben der Mitteilung inzwischen weitere Exemplare in mehreren Stadtbezirken. Drei Bänke stehen in Buchholz-Kleefeld, jeweils zwei in Döhren-Wülfel und Südstadt-Bult sowie eine in Vahrenwald-List. Zusammen mit den vier Innenstadt-Standorten und den drei neuen Bänken in Ricklingen sind damit 15 „Rote Bänke“ im Stadtgebiet genannt.

Unterstützt wird das KPR-Projekt vom Netzwerk „Hannoversches Interventionsprogramm“ (HAIP) unter Federführung des Referats für Frauen und Gleichstellung der Landeshauptstadt Hannover, von der Polizeidirektion Hannover und vom Frauennotruf Hannover.

Auch Langenhagen setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Auch im benachbarten Langenhagen gibt es inzwischen eine „Rote Bank“. Die erste Bank des dortigen Präventionsrats wurde am 12. August 2026 auf dem Le-Trait-Platz in Godshorn eingeweiht. Sie soll ebenfalls auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen und über Beratungs- und Unterstützungsangebote informieren. Nach Angaben des Präventionsrats sind weitere Bänke in den Langenhagener Ortsteilen geplant.

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