Start Hannover und Region Hitze im Auto: ADAC warnt vor Lebensgefahr für Kinder und Tiere

Hitze im Auto: ADAC warnt vor Lebensgefahr für Kinder und Tiere

Hund im Auto
Symbolbild: Hund im Auto / Hitze - Quelle: Pixabay

Innenraum kann sich auf fast 60 Grad aufheizen – schon kurze Zeit reicht aus

Münschen. Mit den ersten warmen Tagen warnt der ADAC vor den erheblichen Gefahren durch Hitze in geparkten Autos. Selbst bei moderaten Außentemperaturen kann sich der Innenraum eines Fahrzeugs innerhalb kurzer Zeit extrem aufheizen und lebensgefährliche Werte erreichen. Besonders gefährdet sind Kinder und Tiere.

Extreme Temperaturen im Fahrzeug bei Sommerhitze

Der ADAC hat in einer Versuchsreihe ein Fahrzeug in der Sonne stehen lassen und die Temperaturentwicklung im Innenraum dokumentiert. Obwohl die Außentemperatur unter 30 Grad lag, stieg die Innentemperatur bereits nach 30 Minuten auf über 50 Grad. Nach rund 90 Minuten wurde ein Spitzenwert von 59,1 Grad Celsius gemessen.

Fahrzeug wird schnell zum Hitzefallen-„Treibhauseffekt“

Grund für die rasche Erwärmung ist der sogenannte Treibhauseffekt im Auto. Sonnenstrahlen gelangen durch die Scheiben ins Fahrzeuginnere, werden dort gespeichert und können nicht ausreichend entweichen. Dadurch steigen die Temperaturen kontinuierlich an.

Besonders kritisch: Auch Oberflächen wie Lenkrad, Kindersitze oder Gurtschlösser können sich laut ADAC auf bis zu 80 Grad Celsius erhitzen. Dadurch besteht zusätzlich die Gefahr schwerer Hautverbrennungen.

Schon kurze Stopps können gefährlich werden

Der Mobilitätsclub betont, dass bereits kurze Aufenthalte ausreichen, um ein Fahrzeug stark aufzuheizen. Selbst leicht geöffnete Fenster haben laut den Untersuchungen nur einen minimalen Effekt auf die Temperaturentwicklung.

Der ADAC empfiehlt deshalb ausdrücklich, weder Kinder noch Tiere auch nur für kurze Zeit im Auto zu lassen. Ebenso sollten hitzeempfindliche Gegenstände wie Handys oder Feuerzeuge grundsätzlich mitgenommen werden.

Schutzmaßnahmen nur begrenzt wirksam

In weiteren Tests untersuchte der ADAC verschiedene Möglichkeiten, die Aufheizung zu reduzieren. Am wirksamsten erwies sich eine sogenannte Halbgarage, die das Fahrzeug abdeckt. Sie senkte die Temperatur um rund zehn Grad.

Eine silberne Sonnenschutzfolie für die Frontscheibe brachte eine Reduktion um etwa acht Grad. Deutlich weniger Effekt zeigte ein weißes Tuch auf dem Armaturenbrett mit nur etwa drei Grad Temperaturunterschied.

Verhalten im Notfall

Wird ein Kind oder Tier in einem überhitzten Auto bemerkt, sollte zunächst geprüft werden, ob akute Lebensgefahr besteht. Bei Anzeichen wie Apathie oder starkem Hecheln sind umgehend Polizei oder Feuerwehr zu verständigen.

Das Einschlagen einer Scheibe ist nur in einer akuten Notlage gerechtfertigt, wenn Leib und Leben unmittelbar bedroht sind. In solchen Fällen wird empfohlen, möglichst Zeugen hinzuzuziehen und die Rettungskräfte über das Vorgehen zu informieren.

Hitze im Auto zählt jedes Jahr zu den häufigsten unterschätzten Gefahren im Sommerverkehr. Bereits wenige Minuten reichen aus, um kritische Temperaturen zu erreichen. Besonders in dicht besiedelten Regionen oder auf Parkplätzen ohne Schatten steigt das Risiko deutlich.

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