Größte INTERSCHUTZ aller Zeiten setzt Fokus auf Resilienz, Technik und Einsatzpraxis
Hannover. In einer Phase weltweiter Krisen und zunehmender Unsicherheiten öffnet am 1. Juni in Hannover die INTERSCHUTZ 2026 ihre Tore. Bis zum 6. Juni wird die niedersächsische Landeshauptstadt zum internationalen Treffpunkt für Feuerwehr, Rettungswesen sowie Katastrophen- und Bevölkerungsschutz. Die Messe gilt bereits im Vorfeld als die größte INTERSCHUTZ ihrer Geschichte.
Rekordzahlen in Hallen und auf dem Freigelände
Mit 1.750 Ausstellern aus 55 Ländern wächst die internationale Leitmesse deutlich über frühere Ausgaben hinaus. Präsentiert werden Lösungen, Systeme und Konzepte in neun Messehallen sowie auf mehreren Freigelände-Arealen. Die Ausstellungsfläche umfasst mehr als 118.000 Quadratmeter und übertrifft damit alle bisherigen Bestmarken. Zum Vergleich: 2022 stellten 1.296 Aussteller auf 84.052 Quadratmetern aus, 2015 waren es 1.453 Aussteller auf 107.327 Quadratmetern.
Vom Feuerwehrtreff zur politischen Plattform
„Die INTERSCHUTZ hat in den vergangenen Jahren ihr Gesicht deutlich verändert“, sagt Dr. Jochen Köckler, CEO der Deutschen Messe AG. „Aus einer reinen Feuerwehrmesse in den Anfangsjahren ist längst eine Weltleitmesse geworden, die den Schutz der Menschen in Krisenlagen unterschiedlicher Art in den Vordergrund rückt. Die Aussteller verstehen sich heute als Systemlöser in einer Welt, die resilienter werden muss.“ Eine stärkere zivil-militärische Zusammenarbeit spiele dabei eine zentrale Rolle, wodurch die Messe auch zunehmend politische Bedeutung erlange.
Medizinische Versorgung und technologische Antworten
Ein Novum ist der Aufbau eines mobilen Feldkrankenhauses des Deutschen Roten Kreuzes in Halle 23. Auf 3.000 Quadratmetern können Besucher von Montag bis Donnerstag nachvollziehen, wie medizinische Infrastruktur unter Krisenbedingungen funktioniert. „In einer Welt im Wandel“, so Dr. Köckler, „präsentieren Aussteller Innovationen für die ‚Zeitenwende‘ im Bevölkerungsschutz. Die Branche hat die Antworten auf die technologischen Fragen unserer Zeit und gestaltet aktiv das Morgen der Einsatzkräfte weltweit.“
Künstliche Intelligenz, Robotik und umfassende Vernetzung prägen dabei viele Präsentationen. Forschungseinrichtungen und Industrievertreter zeigen, wie digitale Technologien Einsätze effizienter machen können – aber auch, wo ihre Grenzen liegen. Weitere Schwerpunkte sind der Klimawandel und seine Auswirkungen auf Einsatzorganisationen sowie Nachhaltigkeit aus ökologischer und wirtschaftlicher Perspektive.
Internationale Beteiligung und starke Verbände
Für die sechs Messetage haben sich hochrangige Feuerwehrchefs aus internationalen Metropolen angekündigt. Zudem werden mehr als 40 Delegationen aus Politik, Wirtschaft und Verbänden erwartet, unter anderem aus Australien, den USA, Südamerika, Singapur, Taiwan, China sowie zahlreichen europäischen Staaten. Deutschland stellt die größte Ausstellernation, gefolgt von Österreich, China, Italien, den Niederlanden und der Türkei.
Auch die ideellen Partner der Messe betonen ihre Bedeutung. „Die Weltleitmesse bietet eine einzigartige Gelegenheit zum Netzwerken von Anwendern, Entwicklern und Herstellern“, sagt vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner. DFV-Präsident Karl-Heinz Banse erklärt: „Wir sind auch durch die vielen Innovationen aus dem In- und Ausland auf einem guten Weg, um für die veränderten Anforderungen gewappnet zu sein.“ Tobias Ehrhardt vom VDMA Feuerwehrtechnik ergänzt: „Die Industrie steht bereit – als Enabler und Treiber des Fortschritts.“
Fachprogramm und Publikumsmagnete
Neben der Ausstellung spielt das umfangreiche Rahmenprogramm eine zentrale Rolle. In Halle 17 erläutert Oberst i.G. Armin Schaus vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr täglich den „Operationsplan Deutschland“ und ordnet die Bedeutung von Resilienz für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ein. Weitere Vorträge im Convention Center befassen sich unter anderem mit KI im Einsatzmanagement, autonomer Robotik und dem Rettungsdienst in Europa.
Zu den Höhepunkten zählen zahlreiche Sonderformate: Das WildfireCamp@INTERSCHUTZ feiert auf dem Freigelände Premiere und widmet sich der Bekämpfung und Prävention von Wald- und Vegetationsbränden. Ebenfalls neu ist der Höhenretter-Pavillon unter dem EXPO-Dach, in dem am 6. Juni der nationale Leistungsvergleich der deutschen Höhenretter stattfindet.
Bewährte Formate wie die HOLMATRO Rescue Challenge, die FireFit European Championships, die LUKAS CRASH DAYS und die Mayday Rescue Challenge bieten praxisnahe Wettkämpfe und Trainings unter realistischen Bedingungen. Ergänzt wird das Programm durch den Smart Public Safety Hub in Halle 16 sowie das INTERSCHUTZ Forum in Halle 17, das aktuelle Herausforderungen und technologische Entwicklungen diskutiert.
Die INTERSCHUTZ 2026 spiegelt die wachsenden Anforderungen an Einsatzorganisationen wider. Angesichts globaler Krisen rücken Vernetzung, Resilienz und internationale Zusammenarbeit stärker in den Fokus – Themen, die für Bürgerinnen und Bürger unmittelbar relevant sind.










