Feuerwehr Lehrte den ganzen Montag im Dauereinsatz
Lehrte. Ein Gewitter mit heftigen Auswirkungen sowie ein Großbrand in einer Großbäckerei haben am Montag in Lehrte zu einem außergewöhnlich hohen Einsatzaufkommen geführt. Insgesamt musste die Feuerwehr im Stadtgebiet rund 50 Mal ausrücken, zeitweise unter Koordination eines eigens eingerichteten Führungsstabes.
Bereits am frühen Morgen wurde das Stadtgebiet Lehrte von einer Gewitterfront getroffen. In der Folge kam es zu zahlreichen Notrufen wegen überfluteter Keller und weiterer wetterbedingter Schäden.
Unwetterlage führt zu Einsatzleitungsstab
Der erste Einsatz des Tages ging um 7:35 Uhr bei der Ortsfeuerwehr Immensen ein. In der Straße In den Wilkensgärten war ein Keller vollgelaufen; zudem wurde zunächst ein Teileinsturz einer Wand gemeldet, der sich vor Ort jedoch nicht bestätigte.
Im weiteren Verlauf stieg die Zahl der Notrufe stark an. Um 7:51 Uhr ließ Stadtbrandmeister Hendrik Voges einen Führungsstab in der Stadtfeuerwehrwache einrichten. Zusätzlich wurde im Gerätehaus Hämelerwald ein Einsatzabschnitt Ost eingerichtet.
Von diesen beiden Standorten aus wurden insgesamt 43 Unwettereinsätze im Stadtgebiet Lehrte, Immensen, Sievershausen und Hämelerwald koordiniert, um die Leitstelle Hannover zu entlasten.
Weitere Einsätze nach Entspannung der Wetterlage
Gegen 11 Uhr beruhigte sich die Unwetterlage zunächst. Dennoch kam es weiterhin zu einzelnen Folgeeinsätzen.
Die First-Responder-Einheit der Ortsfeuerwehr Hämelerwald wurde zu einem medizinischen Notfall nach Sievershausen alarmiert. Kurz darauf benötigte ein festgefahrener Krankentransportwagen technische Unterstützung durch die Feuerwehr.
Großbrand bei Bäckerei in der Mielestraße
Mehrere Lkw in Vollbrand
Um 11:24 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brand in einer Großbäckerei in der Mielestraße in Lehrte gerufen. Bereits auf der Anfahrt war eine dichte, schwarze Rauchwolke sichtbar, woraufhin ein Vollalarm für alle Stadtfeuerwehren ausgelöst wurde.
Auf dem Betriebsgelände geriet zunächst ein Lkw in Brand. Mitarbeiter hatten zuvor noch versucht, das Feuer mit Feuerlöschern einzudämmen. Parallel wurde die Feuerwehr über Notruf und einen Druckknopfmelder alarmiert.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte standen bereits vier Lkw im Bereich der Verladerampe in Vollbrand. Da einzelne Fahrzeuge gasbetrieben waren, kam es in der Anfangsphase zum Bersten von Gasbehältern, wodurch sich die Einsatzkräfte mehrfach zurückziehen mussten.
Ausbreitung verhindert – Gebäude geschützt
Trotz eines umfangreichen Löschangriffs griff das Feuer auf zwei weitere Lkw sowie einen Anhänger über. Ein Übergreifen auf das Gebäude konnte jedoch verhindert werden.
Zur Wasserversorgung wurden mehrere lange Schlauchstrecken aufgebaut. Die Mielestraße wurde vollständig gesperrt, alle Beschäftigten mussten das Gebäude verlassen.
Eine Gefährdung der Bevölkerung durch Rauchgase bestand nach Angaben der Einsatzkräfte nicht. Nach dem Einsatz von Schaummittel konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.
Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in den späten Nachmittag. Am Abend wurde die Einsatzstelle erneut kontrolliert, um mögliche Glutnester abzulöschen. Angaben zur Schadenshöhe liegen derzeit nicht vor. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Weitere Einsätze parallel zum Großbrand
Noch während des Großbrandes kam es zu weiteren Alarmierungen im Stadtgebiet:
- In Sievershausen wurde ein Kellerbrand gemeldet, der sich nicht bestätigte; stattdessen stand auch hier ein Keller unter Wasser.
- In Ahlten kam es auf der L385 an der Einmündung Am Rehwinkel zu einem Verkehrsunfall zwischen zwei Pkw. Da Kräfte gebunden waren, unterstützte die Feuerwehr Höver. Zwei Personen wurden leicht verletzt, auslaufende Betriebsstoffe wurden abgestreut.
- In der Goethestraße in Lehrte wurde Rauchentwicklung in einer Kegelbahn gemeldet; eine Wärmebildkontrolle ergab jedoch keine Auffälligkeiten.

Bilanz: 50 Einsätze und rund 135 Einsatzkräfte
Insgesamt waren am Montag rund 135 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Die Einsatzlage summierte sich auf etwa 50 einzelne Einsätze im gesamten Stadtgebiet Lehrte.
Einordnung
Einsatzlagen dieser Größenordnung entstehen in der Regel durch das Zusammentreffen mehrerer Ereignisse wie Unwetter und größere Schadenslagen. Besonders kritisch sind dabei parallele Einsatzstellen, da sie erhebliche Anforderungen an Koordination, Personal und Technik stellen.










