Start Hannover und Region KI-Betrug im Netz: Nur wenige Internetnutzer prüfen Quellen bei verdächtigen Inhalten

KI-Betrug im Netz: Nur wenige Internetnutzer prüfen Quellen bei verdächtigen Inhalten

KI-Betrug im Netz: Nur ein Fünftel überprüft die Quelle
KI-Betrug im Netz: Nur ein Fünftel überprüft die Quelle. - Quelle: BSI

Cybersicherheitsmonitor zeigt: Mehrheit erkennt Risiken, überprüft Inhalte aber kaum – besonders bei KI-Bildern und Online-Anlagen

Eine aktuelle Befragung des Cybersicherheitsmonitors zeigt, dass viele Internetnutzer KI-Betrug für erkennbar halten, aber nur selten Quellen prüfen oder typische Warnzeichen kontrollieren.

Geringe Kontrolle trotz wachsender KI-Nutzung

Bonn/Stuttgart. Fast die Hälfte der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland geht davon aus, KI-generierte Inhalte erkennen zu können. Tatsächlich überprüft jedoch nur ein kleiner Teil konkrete Merkmale. Lediglich 28 Prozent haben nach Unstimmigkeiten in Bildern gesucht, etwa fehlerhaften Schatten oder Körperdetails. Nur 19 Prozent gaben an, die Seriosität der Quelle recherchiert zu haben.

Der Cybersicherheitsmonitor, ein gemeinsames Projekt des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, macht damit deutlich, wie hoch das Risiko ist, Opfer digitaler Betrugsmaschen zu werden.

Betrugsmaschen mit KI-Technik

Besonders häufig beobachtet die Polizei derzeit den sogenannten Cybertrading-Fraud. Dabei werden hohe Gewinne und schnelle Renditen beim Online-Trading versprochen. Laut ProPK kommen dabei zunehmend KI-generierte Videos zum Einsatz, in denen Prominente scheinbar für lukrative Anlagemöglichkeiten werben.

Dr. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK, warnt: „Eine Straftat, die wir im Polizeialltag aktuell häufig beobachten, ist der sogenannte Cybertrading-Fraud. Dabei versprechen Kriminelle schnelle Gewinne und hohe Rendite beim Online-Trading. Oft erstellen sie hierfür mithilfe von KI Videos, in denen Prominente für lukrative Anlagemöglichkeiten zu werben scheinen. Wer im Internet auf solche Anlagemöglichkeiten stößt, sollte im ersten Schritt überlegen, ob das Angebot überhaupt realistisch ist – oder zu gut, um wahr zu sein.“

Wissenslücken bei digitalen Risiken

Rund ein Drittel der Befragten hat nach eigenen Angaben noch keine einzige gängige Maßnahme zur Erkennung von KI-Inhalten genutzt. Zwar haben 40 Prozent zumindest darüber nachgedacht, ob eine dargestellte Szene realistisch ist, weitergehende Prüfungen bleiben jedoch selten.

Auch das Wissen über technische Betrugsszenarien ist begrenzt. Nur 38 Prozent halten es für möglich, dass manipulierte KI-Programme sensible Daten weitergeben. Dass unsichtbare Anweisungen für KI-Systeme in Dokumente eingebettet werden können, halten lediglich 40 Prozent für denkbar – obwohl beide Szenarien technisch möglich sind.

Verbraucherschutz und weitere Ergebnisse

BSI-Präsidentin Claudia Plattner betont die Bedeutung von Aufklärung im Alltag: „KI-generierte Inhalte sind längst im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen. Um Risiken und Falschinformationen zu identifizieren, ist es daher unverzichtbar, zu erkennen, welche Inhalte, Beiträge und Darstellungen in der Online-Welt KI-generiert sind. Hier setzt der Verbraucherschutz des BSI an: Wir bieten Orientierung und sensibilisieren dafür, was mit KI möglich ist, wie KI-generierte Inhalte erkannt und welche Maßnahmen ergriffen werden können.“

Beim BSI und beim ProPK stehen Checklisten zur Verfügung, unter anderem zur Erkennung KI-generierter Bilder, zu Online-Anlagebetrug sowie für den Ernstfall bei Betrug im Onlinebanking. Zudem sind der Studienbericht zum Fokusthema „Online-Betrug & Künstliche Intelligenz“ des Cybersicherheitsmonitors 2026 sowie die Ergebnispräsentation veröffentlicht. Die Ergebnisse der Hauptbefragung zur Betroffenheit und zum Schutzverhalten der Bevölkerung sollen am 11. Mai 2026 folgen.

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