Start Hannover und Region Hybride Angriffe: Nur 32 Prozent halten die Verwaltung für gut vorbereitet

Hybride Angriffe: Nur 32 Prozent halten die Verwaltung für gut vorbereitet

Symbolbild: PC / Cybersicherheit / Notfallplan / Internet / Cybersecurity - KI-generiert
Symbolbild: PC / Cybersicherheit / Notfallplan / Internet / Cybersecurity - LGHNews / ki-generiert

Mehr als die Hälfte befürchtet Ausfälle bei Behörden

Berlin – (KI/redaktionell geprüft). Nur knapp ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland hält die öffentliche Verwaltung für gut auf Cyberangriffe, Sabotage oder Desinformation vorbereitet. In einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom äußerten sich 32 Prozent entsprechend – zu Jahresbeginn waren es noch 37 Prozent. Gleichzeitig sorgen sich 53 Prozent, dass ein hybrider Angriff Behörden lahmlegen könnte.

62 Prozent bewerten die Vorbereitung der öffentlichen Verwaltung als schlecht. Der eigenen Stadt- oder Gemeindeverwaltung bringen die Befragten etwas mehr Vertrauen entgegen: 42 Prozent halten sie für gut vorbereitet. Die Ergebnisse beschreiben die Einschätzung der Bevölkerung; sie sind keine technische Prüfung der tatsächlichen Schutzmaßnahmen.

Für die Befragung wurden 1.004 Personen ab 18 Jahren befragt. Bitkom veröffentlichte die Ergebnisse am 15. Oktober 2026 anlässlich des ersten Resilience Day auf der Smart Country Convention in Berlin.

Viele wünschen sich mehr Aufmerksamkeit der Bundesregierung

73 Prozent der Befragten sind der Ansicht, die Bundesregierung schenke der Bedrohung durch hybride Angriffe zu wenig Beachtung. Dazu zählen in der Befragung beispielsweise Cyberattacken, Sabotage und Desinformation.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst fordert, die Handlungsfähigkeit von Behörden auch für den Krisenfall abzusichern: „Deutschland wird täglich angegriffen, unsere Unternehmen, kritischen Infrastrukturen und Verwaltungen. Die Menschen spüren das und erwarten zu Recht, dass Staat und Verwaltung auch im Ernstfall handlungsfähig bleiben“, sagt er. „Krisenfestigkeit muss von Anfang an mitgedacht werden. Ins Zentrum einer resilienten Verwaltung gehören gut geschützte digitale Systeme und funktionierende Notfallpläne.“

Ein Teil der Befragten sieht in der Digitalisierung einen Beitrag zur Vorsorge. 45 Prozent meinen, eine digitalisierte Verwaltung mache Deutschland insgesamt krisenfester. 34 Prozent halten digitale Verwaltungsleistungen in einer Krise für leichter nutzbar als einen persönlichen Behördengang oder Anträge auf Papier.

Auch Polizei, Unternehmen und Gesundheitswesen verlieren Vertrauen

Die öffentliche Verwaltung ist nicht der einzige Bereich, dessen Vorbereitung schlechter eingeschätzt wird als zu Jahresbeginn. Bei der Polizei sank der Anteil positiver Bewertungen von 56 auf 51 Prozent. Die Bundeswehr liegt unverändert bei 47 Prozent.

Unternehmen halten aktuell 34 Prozent für gut vorbereitet, nach 36 Prozent zu Jahresbeginn. Krankenhäuser sowie Ärztinnen und Ärzte kommen ebenfalls auf 34 Prozent; zuvor waren es 37 Prozent. Der Bevölkerung selbst bescheinigen 28 Prozent eine gute Vorbereitung, nach 32 Prozent am Jahresanfang.

Am niedrigsten fällt die Bewertung für Schulen aus: 22 Prozent halten sie für gut, 70 Prozent für schlecht vorbereitet.

Wintergerst sieht die Verantwortung bei mehreren gesellschaftlichen Gruppen. „Resilienz ist eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft“, sagt er. „Jede Behörde, jedes Unternehmen und jeder Einzelne muss und kann heute schon etwas tun, um im Ernstfall besser vorbereitet zu sein.“

Checklisten für Kommunen und Unternehmen

Für die praktische Vorbereitung verweist Bitkom auf seinen Resilience Hub. Dort bietet der Verband Kommunen eine Checkliste mit mehr als 60 Prüfpunkten an. Die Themen reichen von der Krisenorganisation über Cybersicherheit bis zur Warnung der Bevölkerung. Auch kleinere Verwaltungen sollen damit ihre Vorsorge schrittweise überprüfen können.

Für Unternehmen stehen nach Verbandsangaben ein Leitfaden mit Checkliste, ein Notbetriebsplan für die ersten Stunden sowie Vorlagen für Notfallkontakte und die Besetzung eines Krisenstabs bereit. Bürgerinnen und Bürger finden Hinweise zum Erkennen von Desinformation, gefälschten Webseiten und Bots sowie einen Selbsttest.

Der erste Resilience Day war für den 15. Oktober auf der Smart Country Convention angesetzt. Angekündigt waren unter anderem Beiträge aus Bundeskriminalamt, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr, Kommunen und Medien. Informationen zur Veranstaltung bietet www.smartcountry.berlin.

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