„Wir leben die Medizin von morgen“

Martina Saurin, Andreas Fischer, Professor Dr. Michael Manns, Professor Dr. Frank Lammert und Minister Björn Thümler vor einem Plakat der MHH-Pflegekampagne.
(vo.li.) Martina Saurin, Andreas Fischer, Professor Dr. Michael Manns, Professor Dr. Frank Lammert und Minister Björn Thümler vor einem Plakat der MHH-Pflegekampagne. - © Karin Kaiser / MHH

Vom Neubau bis zur Pandemiebewältigung: Wissenschaftsminister und MHH-Präsidium zeigen die Zukunft der MHH auf

Hannover (pm).

Das Präsidium ist komplett, die Planung für den Neubau nimmt Fahrt auf, der Entwicklungsplan liegt vor: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ist für die Herausforderungen der kommenden Jahre bestens gerüstet. Das sieht auch Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, so: „Die Baugesellschaft ist gegründet und mit Andreas Fischer hat ihr Geschäftsführer und das vierte Präsidiumsmitglied seinen Dienst aufgenommen. Ich freue mich, dass das Präsidium jetzt vollständig ist und wir für diese wichtige Funktion jemanden gewinnen konnten, der über mehr als 20 Jahre Erfahrung bei der Planung und Realisierung von Großbauprojekten mitbringt. Damit ist jetzt die zentrale Steuerung implementiert, und die MHH kann mit voller Kraft die bauliche Entwicklung weiter planen. Im Sommer dieses Jahres wird in einem ersten Schritt das Baufeld durch Abriss der alten Lauben, Rodung und Einebnung der Fläche gesichert, wofür wir bereits 2,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben“, betonte er am 22. April 2021 während eines Pressegesprächs in der MHH.

Nach Auffassung von MHH-Präsident Professor Dr. Michael Manns verfügt die Hochschule über große Potenziale, die jeweils auch sehr schnell entfaltet werden können. „Das zeigt sich gerade auch jetzt während der Corona-Pandemie“, erläuterte er. „Ob in der Krankenversorgung oder der Forschung: Wir leisten enorme Beiträge, um den Erkrankten zu helfen, das Virus und die Krankheit zu erforschen und die Pandemie zu überwinden.“ Allein die gut vernetzte COVID 19-/SARS-CoV-2-Forschung der Hochschule habe seit Beginn der Pandemie mehr als 30 Millionen Euro zusätzliche Drittmittel eingeworben.

Das Präsidium ist eine „sehr starke Mannschaft“

Der Präsident ist hocherfreut, dass das Präsidium nun wieder komplett und zusätzlich erweitert ist. „Wir treten mit einer sehr starken Mannschaft an“, betont er. „Mit Frau Saurin haben wir eine Vizepräsidentin für Wirtschaftsführung und Administration gewinnen können, die besonders große Kompetenzen bei den Themenfeldern Baufinanzierung, Personalmanagement und Gestaltung effizienter Verwaltungsprozesse mitbringt“, sagte Professor Manns. „Herr Professor Lammert als neuer Vizepräsident für die Krankenversorgung vereint als Mediziner und Wirtschaftswissenschaftler genau die Expertisen, die wir brauchen. Und mit dem Architekten Herrn Fischer haben wir als neuem Vizepräsidenten für Infrastruktur genau die Kompetenzen an Bord, die wir für unseren Klinikneubau, den Erhalt der Bestandsgebäude und die Weiterentwicklung des Campus benötigen.“

„Schlankes Management und kurze Entscheidungswege“ für die Neubauplanung

Professor Manns ist bewusst, dass das neue Präsidium unter Erfolgszwang steht. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hochmotiviert – gerade auch während der Pandemie. Sie erwarten zu Recht, dass wir als Präsidium jetzt auch liefern. Wir wollen ein schlankes Management und kurze Entscheidungswege“, erläutert Andreas Fischer, Vizepräsident für Infrastruktur. Daher hat er zeitgleich in Personalunion auch die Stelle des Geschäftsführers der Hochschulmedizin Bau- und Gebäudemanagement GmbH (HBG) übernommen. „Ich bin das Bindeglied zur Dachgesellschaft, die die beiden universitätsmedizinischen Neubauten in Hannover und Göttingen betreut.“

Fischer muss einerseits den Neubau planen und dabei die Nutzerinteressen und die Vision der Medizin von morgen integrieren. Anderseits muss er aber auch die Bestandgebäude erhalten und für moderne Anforderungen optimieren. „Der nächste Schritt wird sein, das Baugelände vorzubereiten“, erklärte Fischer.

Räumliche Nähe und Digitalisierung – wichtige Voraussetzungen für die Hochschulmedizin

„Medizin wird immer vernetzter“, sagte Professor Dr. Frank Lammert, Vizepräsident für Krankenversorgung. „Die MHH muss als Pilotprojekt eine stärkere Verzahnung  von ambulanter und stationärer Versorgung vorantreiben.“ Dazu gehört der immer engere Austausch mit Vertragsärztinnen und -ärzten und regionalen Gesundheitszentren. Innerhalb der MHH wird die Entwicklung zu einer stärkeren Patientenorientierung an den geplanten Organ- und Behandlungseinheiten deutlich, den Organ Therapy Units. „Räumliche Nähe ist für eine gute Zusammenarbeit extrem wichtig“, ergänzte er.

„Wir müssen schon heute die Medizin von morgen denken“, betonte Professor Lammert mit Blick auf den Klinik-Neubau. „ Die Gründerväter hatten die MHH schon gut geplant, denn der Altbau begünstigt die Zusammenarbeit“, erläuterte er. „Und genau diese interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit müssen wir schon jetzt fortentwickeln und die künftigen Nutzerinnen und Nutzer des Neubaus bei dessen Planung einbeziehen.“

Corona-Pandemie: Erlösausfälle werden nicht ausreichend kompensiert

Vizepräsidentin Martina Saurin, im Präsidium für die Transparenz der wirtschaftlichen Aspekte zuständig, mahnte an, dass die MHH zwar verlässliche und kompetente Patientenversorgung während der Corona-Pandemie leistet, jedoch „werden die Erlösausfälle von den aktuellen Ausgleichszahlungen des Bundes nicht annähernd kompensiert und führen zu hohen wirtschaftlichen Belastungen“.

„Fachpersonal ist in der Pflege, aber auch in vielen anderen Bereichen der limitierende Faktor, daher haben wir unser Personalmarketing verstärkt“, sagte Saurin. Zudem will sie mit Hilfe einer stärkeren Digitalisierung Prozesse sowohl im medizinischen wie auch im Verwaltungsbereich effizienter gestalten. „Um der MHH insgesamt einen größeren Gestaltungsspielraum zu ermöglichen, müssen wir den Weg der rechtlichen Eigenständigkeit hin zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts weiter verfolgen“, ist sie sich sicher.

Etwas Einzigartiges für Europa schaffen

Neben der rechtlichen Eigenständigkeit ist Professor Manns die Entwicklung des Campus‘ hin zu einem umfassenden Gesundheitscampus besonders wichtig. „Damit haben wir hier in Niedersachsen die Chance, etwas in Europa Einzigartiges zu schaffen“, sagte der Präsident. „Der Hannover Health Science Campus könnte der Schmelztiegel der individualisierten Medizin werden.“ Mit den Schwerpunkten der MHH bei den Themen Infektionen, Transplantation, Biomedizintechnik und Implantate sowie der Onkologie sieht Professor Manns die MHH hervorragend gerüstet. „Wir treiben die Translation voran und leben die Medizin von morgen – schon heute.“

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